Ratgeber · Einspeisevergütung · EEG 2026

EINSPEISEVERGÜTUNG 2026. AKTUELLE SÄTZE & EEG 2027.

Wie hoch ist die Einspeisevergütung 2026? Wann sinkt sie? Lohnt sich Eigenverbrauch oder Volleinspeisung? Und was bringt das EEG 2027?

Stand: April 2026 · Alle Angaben ohne Gewähr
Aktuelle Sätze

EINSPEISEVERGÜTUNG AB 01.02.2026

Vergleichstabelle – Einspeisevergütung 2026
AnlagengrößeEigenverbrauch (Ueberschusseinspeisung)Volleinspeisung
Bis 10 kWp8,03 ct/kWh12,73 ct/kWh
10–40 kWp6,95 ct/kWh10,64 ct/kWh
40–100 kWp5,68 ct/kWh10,64 ct/kWh
100–400 kWp (Direktvermarktung)Marktpreis + Markpraemie

Quelle: Bundesnetzagentur. Sätze gueltig ab 01.02.2026. Bei Anlagen über 10 kWp gilt ein Mischsatz: Die ersten 10 kWp erhalten den höheren Satz.

Wichtig: Der Verguetungssatz wird bei Inbetriebnahme festgelegt und bleibt 20 Jahre plus Inbetriebnahmejahr konstant. Früheres Installieren sichert den höheren Satz.
Degression

DEGRESSION 2026 — WANN SINKEN DIE SÄTZE?

Vergleichstabelle – Einspeisevergütung 2026
ZeitraumEigenverbrauch (bis 10 kWp)Volleinspeisung (bis 10 kWp)Aenderung
August 2025 – Januar 20268,11 ct/kWh12,86 ct/kWh
Februar 2026 – Juli 20268,03 ct/kWh12,73 ct/kWh-1,0 %
August 2026 – Januar 20277,95 ct/kWh (Prognose)12,60 ct/kWh (Prognose)-1,0 %

Die Degression betraegt 1 % pro Halbjahr. Werte ab August 2026 sind Prognosen. Quelle: Bundesnetzagentur. Stand: April 2026.

EEG 2027

EEG 2027 REFORM — WAS KOMMT?

Das Bundeswirtschaftsministerium arbeitet am EEG 2027, das ab Januar 2027 gelten soll. Die wichtigsten diskutierten Aenderungen:

Dynamische Vergütung

Statt fester Sätze koennte die Vergütung an den Börsenstrompreis gekoppelt werden. Ziel: Anreize für netzdienliches Einspeisen (mehr in Schwachlastzeiten, weniger bei Ueberangebot).

Direktvermarktung für alle

Direktvermarktung (bisher ab 100 kWp Pflicht) koennte auch für kleinere Anlagen verpflichtend oder attraktiver werden. Smart-Meter-Rollout als Voraussetzung.

Energy Sharing

Gemeinschaftliche Eigenversorgung (Energy Sharing) soll gestaerkt werden. Nachbarn und Gemeinschaften können PV-Strom direkt teilen — ohne den Umweg über das Netz.

Bestandsschutz

Für bestehende Anlagen gilt Bestandsschutz: Die zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme zugesagte Vergütung bleibt 20 Jahre garantiert — unabhängig von EEG-Aenderungen.

Fazit: Wer 2026 noch die feste EEG-Vergütung sichern moechte, sollte die PV-Anlage vor dem 01.01.2027 in Betrieb nehmen. Der Bestandsschutz garantiert den heutigen Satz für 20 Jahre.
Vergleich

EIGENVERBRAUCH VS VOLLEINSPEISUNG

Vergleichstabelle – Einspeisevergütung 2026
KriteriumEigenverbrauchVolleinspeisung
Vergütung pro kWh8,03 ct/kWh (für eingespeisten Überschuss)12,73 ct/kWh (für gesamte Erzeugung)
Wert pro selbst verbrauchter kWh34 ct (gesparter Netzstrom)— (kein Eigenverbrauch)
Effektiver Wert pro kWhCa. 20–25 ct (Mix aus EV und Einspeisung)12,73 ct
Speicher sinnvoll?Ja — steigert Eigenverbrauch deutlichNein — kein Eigenverbrauch
EmpfehlungStandard für EigenheimbesitzerNur bei sehr geringem Eigenverbrauch
Rechenbeispiel (10-kWp-Anlage, 10.000 kWh Ertrag):
Eigenverbrauch (70 % mit Speicher): 7.000 kWh x 34 ct = 2.380 Euro + 3.000 kWh x 8,03 ct = 241 Euro = 2.621 Euro/Jahr
Volleinspeisung: 10.000 kWh x 12,73 ct = 1.273 Euro/Jahr
Vorteil Eigenverbrauch: +1.348 Euro/Jahr
Historische Entwicklung

EINSPEISEVERGÜTUNG 2004–2026

Vergleichstabelle – Einspeisevergütung 2026
JahrVergütung (bis 10 kWp, Eigenverbrauch)Veränderung
200457,40 ct/kWhEEG-Start
200651,80 ct/kWh-10 %
200846,75 ct/kWh-10 %
201033,03 ct/kWh-29 %
201224,43 ct/kWh-26 %
201412,88 ct/kWh-47 %
201612,31 ct/kWh-4 %
201811,83 ct/kWh-4 %
20209,30 ct/kWh-21 %
20226,24 ct/kWh-33 %
20238,20 ct/kWh+31 % (EEG-Novelle)
20248,11 ct/kWh-1 %
2025 (H2)8,11 ct/kWh0 %
2026 (H1)8,03 ct/kWh-1 %

Quelle: Bundesnetzagentur, eigene Zusammenstellung. Alle Angaben für Dachanlagen bis 10 kWp, Ueberschusseinspeisung. Stand: April 2026.

Haeufige Fragen

FAQ — EINSPEISEVERGÜTUNG 2026

Wie hoch ist die Einspeisevergütung 2026? +
Ab 01.02.2026: 8,03 ct/kWh für Eigenverbrauchsanlagen bis 10 kWp. Volleinspeisung: 12,73 ct/kWh. Sätze sinken halbjährlich um 1 %.
Wann sinkt die Einspeisevergütung 2026? +
Die Degression erfolgt halbjährlich: zum 01.02.2026 und 01.08.2026. Die Absenkung betraegt jeweils 1 % gegenüber dem Vorhalbjahr.
Wie lange bekomme ich die Einspeisevergütung? +
Die EEG-Einspeisevergütung wird für 20 Jahre plus Inbetriebnahmejahr garantiert. Der Verguetungssatz bleibt konstant.
Lohnt sich Eigenverbrauch oder Volleinspeisung? +
Eigenverbrauch lohnt sich fast immer: Jede selbst verbrauchte kWh spart ca. 26 ct (34 ct Netzstrom minus 8,03 ct entgangene Vergütung). Volleinspeisung bringt nur 12,73 ct/kWh.
Was ändert sich mit dem EEG 2027? +
Voraussichtlich: dynamische Vergütung statt fester Sätze, Direktvermarktung auch für kleine Anlagen, Energy Sharing. Bestandsschutz für Altanlagen.
Was passiert nach 20 Jahren EEG-Vergütung? +
Sie können weiter einspeisen (Marktwert ca. 3–5 ct/kWh) oder den Eigenverbrauch maximieren. Die Anlage produziert nach 20 Jahren immer noch 85–90 % des Ursprungsertrags.
Muss ich die Einspeisevergütung versteuern? +
Nein — PV-Anlagen bis 30 kWp auf Eigenheimen sind seit 2023 von der Einkommensteuer befreit. Die Einspeisevergütung ist steuerfrei.
Kann ich von Volleinspeisung auf Eigenverbrauch wechseln? +
Ja, der Wechsel ist einmal pro Kalenderjahr möglich. Melden Sie den Wechsel beim Netzbetreiber an.
Wie wird die Einspeisevergütung berechnet? +
Die Vergütung wird anhand des Inbetriebnahmemonats festgelegt. Bei Anlagen über 10 kWp gilt ein Mischsatz: die ersten 10 kWp erhalten den höheren Satz.
Was ist Direktvermarktung? +
Bei Direktvermarktung verkaufen Sie Ihren Strom an der Börse. Ab 100 kWp Pflicht. Für kleine Anlagen optional und selten wirtschaftlich.
Wie hoch war die Einspeisevergütung früher? +
2004 lag sie bei über 50 ct/kWh. Seitdem ist sie kontinuierlich gesunken: 2010: 33 ct, 2015: 12 ct, 2020: 9 ct, 2026: 8,03 ct/kWh.
Gibt es Einspeisevergütung für Balkonkraftwerke? +
Technisch ja, aber wirtschaftlich kaum relevant. Die meisten Betreiber verzichten darauf, da der bürokratische Aufwand den geringen Ertrag nicht rechtfertigt.
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