E-AUTO SOLAR LADEN. ALLES WAS SIE WISSEN MÜSSEN.
Mit Überschussladen laden Sie Ihr E-Auto automatisch mit Solarstrom — für ca. 10–14 ct/kWh statt 37 ct aus dem Netz. Eine PV-optimierte Wallbox regelt die Ladeleistung dynamisch zwischen 1,4 und 11 kW.
E-AUTO SOLAR LADEN IM ÜBERBLICK
Das Wichtigste
Mit Überschussladen laden Sie Ihr E-Auto automatisch mit Solarstrom — für ca. 10–14 ct/kWh statt 37 ct aus dem Netz. Eine PV-optimierte Wallbox regelt die Ladeleistung dynamisch zwischen 1,4 und 11 kW.
Relevante Themen
Überschussladen, Wallbox-Steuerung, Kosten.
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WIE VIEL KOSTET ES, EIN E-AUTO MIT SOLARSTROM ZU LADEN?
Der Kostenvorteil entsteht aus der Differenz zweier Preise. Solarstrom vom eigenen Dach kostet Sie nichts an der Steckdose — die reinen Stromgestehungskosten liegen laut Fraunhofer ISE (2024) bei rund 10 ct/kWh ohne Speicher und etwa 14 ct/kWh mit Speicher. Netzstrom kostet dagegen deutlich mehr: Der durchschnittliche Haushaltsstrompreis lag laut BDEW-Strompreisanalyse April 2026 bei 37,0 ct/kWh. Wer überschüssigen Solarstrom stattdessen einspeist, erhält nur etwa 7,9 ct/kWh Einspeisevergütung. Es ist also wirtschaftlich klar sinnvoller, den Strom selbst ins Auto zu laden, statt ihn günstig zu verkaufen und teuer aus dem Netz zurückzukaufen. Bei einem typischen Verbrauch von 18 kWh pro 100 km laden Sie 100 km Reichweite mit eigenem Solarstrom für etwa 1,80 bis 2,50 € — statt rund 6,66 € zum BDEW-Netzpreis.
| Ladequelle | Preis pro kWh | Kosten 100 km (18 kWh) |
|---|---|---|
| PV-Strom (ohne Speicher) | ca. 10 ct | ca. 1,80 € |
| PV-Strom (mit Speicher) | ca. 14 ct | ca. 2,52 € |
| Netzstrom Haushalt | 37,0 ct | ca. 6,66 € |
Quellen: BDEW-Strompreisanalyse April 2026, Stromgestehungskosten nach Fraunhofer ISE.
WIE VIEL STROM BRAUCHT EIN E-AUTO PRO JAHR?
Wie groß Ihre PV-Anlage für das E-Auto sein sollte, hängt vom Fahrprofil ab. Der ADAC-Stromverbrauchstest zeigt eine große Bandbreite: Die getesteten Elektroautos verbrauchen zwischen 13,4 und 29,7 kWh pro 100 km. Am sparsamsten ist der Mercedes CLA mit 13,4 kWh/100 km, gefolgt von Hyundai Ioniq 6 und Mini Aceman mit je 15,5 kWh/100 km; größere SUVs liegen typischerweise bei 20 bis 24 kWh/100 km. Als Faustwert nennt der ADAC rund 2.000 kWh Strombedarf pro Jahr bei 10.000 km Fahrleistung. Wichtig: Im Realbetrieb liegen die Werte über der WLTP-Angabe — im ADAC-Wintertest stieg der Verbrauch bei Autobahntempo im Schnitt rund 57 % über den WLTP-Wert, hinzu kommen Ladeverluste von etwa 10 bis 20 %. Planen Sie für die PV-Anlage daher rund 2 bis 2,5 kWp zusätzliche Leistung über dem Hausverbrauch ein.
| Fahrleistung/Jahr | Bei 15 kWh/100 km | Bei 20 kWh/100 km |
|---|---|---|
| 10.000 km | ca. 1.500 kWh | ca. 2.000 kWh |
| 15.000 km | ca. 2.250 kWh | ca. 3.000 kWh |
| 20.000 km | ca. 3.000 kWh | ca. 4.000 kWh |
WIE STARK STEIGERT DAS E-AUTO MEINEN PV-EIGENVERBRAUCH?
Eine PV-Anlage ohne zusätzliche Verbraucher erreicht meist nur 25 bis 35 % Eigenverbrauchsquote — der Rest fließt für wenige Cent ins Netz. Ein E-Auto, das tagsüber mit Überschuss geladen wird, ist ein idealer Großverbraucher und hebt den Eigenverbrauch deutlich an. In Kombination mit einem Batteriespeicher lässt sich der Eigenverbrauch erheblich steigern, weil Mittagsspitzen direkt im Auto landen statt verschenkt zu werden. Entscheidend ist die Lade-Strategie: Beim dynamischen Überschussladen passt die Wallbox ihre Leistung im Sekundentakt an die aktuelle PV-Produktion an, sobald die Sonne mehr liefert, als Haushalt und Speicher gerade brauchen. Wie verbreitet die Heimladung ist, zeigt eine Auswertung im Rahmen der Wallbox-Inspektion: Rund 53 % aller Ladevorgänge in Deutschland finden im privaten Umfeld statt, und 93 % der PV-Besitzer mit E-Auto laden über eine eigene Wallbox.
Praxis-Tipp: Damit Überschussladen auch kleine Mengen Sonnenstrom nutzen kann, sollte die Wallbox einphasig ab etwa 1,4 kW laden können. Der Standard IEC 61851 schreibt eine Mindestladeleistung von 6 A pro Phase vor — einphasig (230 V) ergibt das eine Untergrenze von rund 1,38 kW.
WORAUF KOMMT ES BEI EINER PV-FÄHIGEN WALLBOX AN?
Nicht jede Wallbox nutzt Solarstrom gleich gut. Im Forschungsprojekt „Wallbox-Inspektion" haben Fraunhofer ISE, die HTW Berlin und der ADAC erstmals ein Prüfverfahren für solaroptimiertes Laden entwickelt und marktverfügbare Geräte getestet. Geprüft wurden Regelqualität, Reaktionszeit und Standby-Verbrauch — mithilfe eines digitalen Fahrzeug-Zwillings („EV-Twin"), der das Verhalten von rund 5.000 E-Autos simuliert. Das Ergebnis: Die Qualitätsunterschiede summierten sich auf bis zu 540 € über zehn Jahre. Als Testsieger kürten die Forschenden die Amperfied connect.solar mit PowerMeter 63, dicht gefolgt vom Fronius Wattpilot Flex. Achten Sie beim Kauf auf die Überschussfunktion (oft „Eco", „Solar Pure" oder „PV-Überschuss" genannt), eine niedrige Mindestladeleistung und ein passendes Energiemanagement. Die Forscher empfehlen ausdrücklich, die Wallbox auf Fahrzeug und eigene Anlage einzustellen — so arbeitet sie präziser als unter Standardeinstellungen.
Quelle: Wallbox-Inspektion (Fraunhofer ISE, HTW Berlin, ADAC).