Dachdecker setzt auf dem Ziegeldach ein Solarmodul in die Montageschiene
Ratgeber · PV-Versicherung · Wohngebäudeversicherung

PV-Versicherung. Alles was Sie wissen müssen.

Eine PV-Anlage sollte mindestens über die Wohngebäudeversicherung abgesichert sein. Eine spezielle PV-Versicherung deckt zusätzlich Ertragsausfall, Diebstahl und Tierbiss ab — ab ca. 60 €/Jahr.

Stand: Oktober 2026 · Alle Angaben ohne Gewähr
Überblick

PV-Versicherung im Überblick

Die kurze Antwort

Melden Sie die Anlage vor der Montage Ihrer Wohngebäudeversicherung und lassen Sie sie einschließen — meist kostenlos oder für 30 bis 80 € im Jahr. Eine separate Allgefahren-Police (50 bis 150 € im Jahr) lohnt sich laut Verbraucherzentrale ab etwa 10 kWp oder bei Kreditfinanzierung.

Versicherungssumme

Setzen Sie den tatsächlichen Anschaffungspreis an, nicht den Beispielwert eines Tarifvergleichs: 10 kWp mit 10-kWh-Speicher kosten bei uns 17.800 bis 24.100 €, 15 kWp mit Speicher 21.300 bis 28.800 €.

Drei Lücken der Gebäudepolice

Diebstahl, Marderbiss und Ertragsausfall sind in der Wohngebäudeversicherung meist nicht enthalten. Wer eines dieser Risiken absichern will, braucht den PV-Baustein oder die separate Police.

Wohngebäude vs. separat

Über die Wohngebäudeversicherung oder separat Versichern?

Für den Schutz Ihrer Dachanlage gibt es zwei Wege. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, die Anlage zunächst über die Wohngebäudeversicherung abzusichern — das ist die günstigste Option und deckt die Grundgefahren Sturm, Hagel, Blitz und Feuer ab. Der Einschluss ist bei vielen Anbietern kostenlos oder kostet nur einen kleinen Aufpreis. Eine separate Photovoltaikversicherung bietet als Allgefahrendeckung deutlich mehr: Sie schließt typische Lücken wie Diebstahl, Vandalismus, Ertragsausfall, Tierbiss (Marder) und Bedienungsfehler. Laut Verbraucherzentrale lohnt sich diese Spezialpolice meist erst für größere Anlagen ab etwa 10 kWp oder wenn die Anlage über einen Kredit finanziert wurde. Wichtig in beiden Fällen: Ein eigenständiger PV-Vertrag belastet im Schadenfall nicht die Schadenhistorie Ihrer Wohngebäudeversicherung.

Vergleich Wohngebäudeversicherung und separate Photovoltaikversicherung
RisikoWohngebäude­versicherungSeparate PV-Versicherung
Sturm, Hagel, Blitz, Feuerabgedecktabgedeckt
Überspannung, Kurzschlussoft abgedecktabgedeckt
Diebstahl, Vandalismusmeist nichtabgedeckt
Tierbiss (Marder)meist nichtabgedeckt
Ertragsausfallseltenregulär enthalten
Bedienungs-, Konstruktionsfehlerneinabgedeckt

Quelle: Verbraucherzentrale, Finanztip. Leistungen variieren je nach Tarif. Stand: Juni 2026.

Kosten

Was kostet eine Photovoltaikversicherung Pro Jahr?

Die Kosten hängen stark vom gewählten Weg ab. Der Einschluss in die Wohngebäudeversicherung ist bei vielen Anbietern kostenlos oder kostet nur einen geringen Aufpreis von rund 30 bis 80 Euro pro Jahr. Eine separate Allgefahrenversicherung für eine neue Anlage mit etwa 10 kW Leistung und 10.000 Euro Anlagenwert kostet laut Finanztip zwischen knapp 50 und 150 Euro jährlich. Achtung bei der Versicherungssumme: Eine schlüsselfertige 10-kWp-Anlage kostet 14.400 bis 19.400 Euro ohne Speicher und 17.800 bis 24.100 Euro mit Speicher — setzen Sie den tatsächlichen Anschaffungspreis an, nicht den Beispielwert aus einem Tarifvergleich. Mit umfassenden Bausteinen wie dem Ertragsausfallschutz liegen die Beiträge typischerweise bei 80 bis 200 Euro pro Jahr. Den Beitrag beeinflussen vor allem die installierte Leistung, der Standort (Hagel- und Sturmregion), die vereinbarte Selbstbeteiligung sowie die Frage, ob ein Batteriespeicher mitversichert wird. Eine zusätzliche Betreiberhaftpflicht für Schäden an Dritten kostet etwa 50 bis 60 Euro extra — oft ist dieses Risiko aber bereits in der Privathaftpflicht enthalten.

Jahresbeiträge Photovoltaikversicherung 2026
VarianteJahresbeitrag (ca.)Hinweis
Einschluss Wohngebäude0–80 €Grundgefahren, oft ohne Aufpreis
Separate Police (Basis)50–150 €10 kW, 10.000 € Anlagenwert
Separate Police (mit Ertragsausfall)80–200 €Allgefahren-Komplettschutz
Betreiberhaftpflicht (Zusatz)50–60 €oft in Privathaftpflicht enthalten

Quelle: Finanztip, Verbraucherzentrale. Marktübliche Spannen, keine Garantie. Stand: Juni 2026.

Ertragsausfall

Was deckt der Ertragsausfallschutz ab?

Der Ertragsausfallbaustein gleicht entgangene Einnahmen aus, wenn Ihre Anlage nach einem versicherten Schaden stillsteht. Erstattet werden die entgangene Einspeisevergütung und der nicht nutzbare Eigenverbrauch — in der Regel für einen Zeitraum von 6 bis 12 Monaten, bis die Anlage repariert ist. In der Wohngebäudeversicherung ist dieser Schutz selten enthalten, separate Photovoltaikversicherungen bieten ihn dagegen regulär an. Achten Sie beim Abschluss auf die Berechnungsbasis: Tarife, die nur die entgangene EEG-Vergütung erstatten, sind schlechter als Tarife, die auch den entgangenen Eigenverbrauch berücksichtigen — denn die Eigenverbrauchsersparnis ist bei heutigen Strompreisen meist deutlich höher als die Einspeisevergütung. Sinnvoll ist dieser Baustein vor allem bei Anlagen, deren Wirtschaftlichkeit stark vom laufenden Stromertrag abhängt, etwa bei Volleinspeisung oder hohem Eigenverbrauchsanteil.

Meldepflicht

Muss ich die PV-Anlage Meinem Versicherer melden?

Ja — und zwar unbedingt vor Beginn der Installation. Die Verbraucherzentrale rät, dem Versicherer die geplante Installation schon vor Arbeitsbeginn zu melden, denn manche Gesellschaften betrachten eine PV-Anlage als anzeigepflichtige Gefahrenerhöhung. Zwei Gründe sprechen dafür: Erstens steigert die Anlage den Wert Ihres Gebäudes und damit die nötige Versicherungssumme — eine 15-kWp-Komplettanlage mit Speicher kostet bei uns 21.300 bis 28.800 Euro. Zweitens ist bei rechtzeitigem Abschluss bereits die Montagephase mitversichert. Versäumen Sie die Meldung, riskieren Sie im Schadenfall eine Leistungskürzung oder den vollständigen Verlust des Versicherungsschutzes. Melden Sie die Anlage daher immer sowohl bei der Gebäudeversicherung als auch bei der Privat- oder Gebäudehaftpflicht an. Für ein Balkonkraftwerk genügt meist die Hausratversicherung — der GDV hat Steckersolargeräte seit November 2023 in die Musterbedingungen aufgenommen, sodass sie in neuen Verträgen mitversichert sind.

Häufige Fragen

FAQ

Ist meine PV-Anlage automatisch über die Wohngebäudeversicherung versichert? +

Nein. Die Anlage muss dem Versicherer gemeldet und in den Vertrag eingeschlossen werden — am besten vor Beginn der Montage, weil manche Gesellschaften sie als anzeigepflichtige Gefahrenerhöhung werten. Der Einschluss ist bei vielen Anbietern kostenlos oder kostet 30 bis 80 € im Jahr. Quelle für Meldung und Gefahrenerhöhung: Verbraucherzentrale.

Was kostet eine Photovoltaikversicherung im Jahr? +

Einschluss in die Wohngebäudeversicherung: 0 bis 80 €. Separate Allgefahren-Police für eine 10-kW-Anlage: 50 bis 150 € (im Finanztip-Beispiel mit drei Monaten Ertragsausfall). Eine zusätzliche Betreiberhaftpflicht kostet 50 bis 60 €, ist aber oft schon in der Privathaftpflicht enthalten. Quelle: Finanztip (Stand März 2026), Verbraucherzentrale.

Ist der Batteriespeicher mitversichert? +

Nur, wenn er ausdrücklich im Vertrag steht. Nennen Sie dem Versicherer Speicher und Wechselrichter mit Anschaffungspreis und prüfen Sie, ob die Versicherungssumme die ganze Anlage abdeckt — bei 10 kWp mit 10-kWh-Speicher sind das 17.800 bis 24.100 €. Ein zu niedrig angesetzter Wert führt im Schadenfall zur anteiligen Kürzung.

Zahlt die Versicherung bei einem Marderbiss an den Solarkabeln? +

Die Wohngebäudeversicherung meist nicht. Tierbiss gehört zu den typischen Bausteinen einer separaten Photovoltaikversicherung, zusammen mit Diebstahl, Vandalismus und Bedienungsfehlern. Wer ein Dach mit Marderbefall hat, sollte diesen Baustein einschließen oder die DC-Leitungen im Schutzrohr verlegen lassen.

Wie ist ein Balkonkraftwerk versichert? +

Über die Hausratversicherung. Der Gesamtverband der Versicherer (GDV) hat Steckersolargeräte im November 2023 in die Musterbedingungen aufgenommen; in neueren Verträgen sind sie damit mitversichert. Bei älteren Verträgen lohnt eine kurze Nachfrage beim Versicherer.

Was passiert, wenn ich die Anlage dem Versicherer nicht melde? +

Im Schadenfall droht eine Leistungskürzung oder der Verlust des Versicherungsschutzes, weil die Anlage den Gebäudewert erhöht und als Gefahrenerhöhung gilt. Melden Sie sie deshalb vor der Montage bei der Gebäudeversicherung und bei der Privat- oder Gebäudehaftpflicht — dann ist auch die Bauphase mitversichert.

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