Strompreise, Netzentgelte und die Rendite Ihrer PV-Anlage
Ihre Stromrechnung steigt aus zwei Richtungen: höhere Netzentgelte und schwankende Beschaffungspreise. Eine Photovoltaikanlage setzt genau dort an, denn jede selbst verbrauchte Kilowattstunde müssen Sie nicht einkaufen. Dieser Ratgeber ordnet ein, welche Faktoren die Rendite Ihrer Anlage bestimmen und welche Zahlen Sie dafür kennen sollten.
Zwei Preistreiber auf einer Rechnung
Der Strompreis ist keine einzelne Größe. Ein Teil entsteht an den Energiemärkten. Die geopolitische Lage führt dort zu volatilen Preisen, Stromtarife sind gestiegen, und viele Haushalte zahlen mehr als noch vor einem Jahr. Der zweite Teil sind die Netzentgelte. Über sie legen die Netzbetreiber ihre Ausgaben für Ausbau und Modernisierung der Netze auf Haushalte und Unternehmen um. Beide Blöcke landen auf derselben Rechnung.
In Ostdeutschland fällt der zweite Block besonders ins Gewicht: Viele Netze sind älter, gleichzeitig stellt der Ausbau der erneuerbaren Energien zusätzliche Anforderungen. Für Sachsen, Brandenburg, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Berlin ist damit zu rechnen, dass die Netzentgelte in den kommenden Jahren weiter steigen.
Der Verband der Elektrotechnik (VDE) hat dahinter strukturelle Probleme identifiziert. Kritisiert wird die Netzplanung: Sie berücksichtige nicht ausreichend, wie dezentrale Erzeugung die Last im Netz verteilen könnte. Gefordert werden eine intelligentere Planung und bessere Steuerungsmechanismen, die Standorte und Anschlussanforderungen dezentraler Anlagen einbeziehen. Für Ihre Investitionsentscheidung heißt das: Kalkulieren Sie nicht mit sinkenden Netzentgelten.
Aktuell liegen die Strompreise bei über 30 Cent je Kilowattstunde. Dieser Wert ist der Maßstab für Ihre Rendite, denn er beziffert, was Sie einsparen, sobald Sie eine Kilowattstunde selbst erzeugen und selbst verbrauchen. Energieversorger melden entsprechend deutlich mehr Anfragen nach Photovoltaik, Speichern und Ladeinfrastruktur.
Eigenverbrauch zählt mehr als Einspeisung
Seit dem 1. August 2026 gilt für Anlagen bis 10 kWp eine Einspeisevergütung von 7,70 Cent je Kilowattstunde bei Teileinspeisung und 12,22 Cent bei Volleinspeisung. Der Satz ist ab Inbetriebnahme 20 Jahre lang festgeschrieben. Volleinspeisung schließt den Eigenverbrauch aus und kommt vor allem für Gebäude in Frage, in denen ohnehin kaum Strom gebraucht wird.
Stellen Sie diese Werte dem Bezugspreis von über 30 Cent gegenüber: Eine selbst verbrauchte Kilowattstunde ist rund viermal so viel wert wie eine eingespeiste. Die Einspeisevergütung sichert Überschüsse ab. Die Rendite entsteht über die Eigenverbrauchsquote.
Diese Quote erhöhen Sie mit Verbrauchern, die zur Erzeugung passen. Ein Stromspeicher nutzt überschüssigen Solarstrom auch nachts, eine Wärmepumpe heizt mit Solarstrom, eine Wallbox lädt tagsüber. Je nach Verbrauchsprofil lassen sich die Stromkosten so um bis zu 70 Prozent senken. Ein pauschaler Wert ist das nicht, er hängt an Ihrem Lastgang.
Die sinnvolle Speichergröße ergibt sich aus Jahresverbrauch, Tagesverlauf und der Frage, ob Wärmepumpe oder E-Auto noch dazukommen. Am Anfang jeder Auslegung steht deshalb eine individuelle Analyse von Dachfläche, Verbrauch und lokalen Netzgegebenheiten.
Was die Anlage kostet und wann Sie sich trägt
Eine schlüsselfertige 10-kWp-Anlage auf dem Einfamilienhaus liegt derzeit bei 13.000 bis 16.000 Euro. Mit einem 10-kWh-Speicher sind es 19.000 bis 23.000 Euro. Die Spanne erklärt sich durch Dachform, Verschattung, Zustand des Zählerplatzes und Aufwand am Netzanschluss. Ein belastbarer Preis entsteht erst nach der Objektaufnahme.
Für Hausbesitzer rechnet sich eine Anlage typischerweise nach 8 bis 12 Jahren. Danach läuft sie weitere 20 Jahre und mehr, und der gesamte Ertrag geht in die Einsparung. Steigende Netzentgelte und Strompreise verkürzen die Amortisationszeit, weil sie den Wert jeder eigenerzeugten Kilowattstunde erhöhen.
Gewerbebetriebe erreichen die Amortisation häufig schneller. Der Verbrauch liegt tagsüber und damit im Erzeugungsfenster, die Eigenverbrauchsquote fällt entsprechend hoch aus, dazu kommen mögliche Steueroptimierungen. Produktionshallen, Lager- und Bürogebäude bieten oft geeignete Flächen für größere Anlagen. Bei Gewerbeprojekten steht deshalb die Auswertung des Lastgangs am Anfang.
Rechnen Sie konservativ. Prüfen Sie, ob die Kalkulation auch dann aufgeht, wenn die Strompreise nicht weiter steigen. Das ist die eigentliche Prüffrage vor der Unterschrift.
Die Spanne zählt, nicht der Tagespreis
Analysen zum zweiten Quartal 2026 zeigen einen Punkt, der in der Debatte um negative Börsenpreise oft untergeht: Entscheidend ist nicht der absolute Preis, sondern die Spanne zwischen Einkauf und Verkauf. Wer Strom zeitlich verschieben kann, verdient an dieser Spanne, unabhängig davon, ob das Preisniveau gerade steigt oder fällt.
Praktisch heißt das: Der Speicher lädt in Stunden mit günstigen Börsenpreisen und gibt ab, wenn die Spanne größer wird. Voraussetzung sind ein extern steuerbarer Speicher und ein Tarif, der Börsenpreise weitergibt. Mit moderner Monitoring-Technik lassen sich diese Potenziale automatisiert nutzen.
Für ein Einfamilienhaus ist das ein Zusatzeffekt, die Wirtschaftlichkeit trägt weiterhin der Eigenverbrauch. Interessant wird die Vermarktung bei größeren Anlagen und Gewerbespeichern, wo nennenswerte Mengen zu verschieben sind. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob Speicher und Wechselrichter die nötigen Schnittstellen mitbringen.
Finanzierung, Förderung und kommunale Beteiligung
In spezialisierte Solar-Finanzierer fließt neues Kapital. Für Eigentümer bedeutet das mehr Auswahl bei den Finanzierungsoptionen. Viele zögern ohnehin nicht wegen fehlender Eigenmittel, sondern wegen komplizierter Finanzierungsprozesse.
Für die Investition stehen Kredite der KfW und Programme der Landesförderbanken zur Verfügung, dazu kommen steuerliche Erleichterungen. Welche Kombination passt, hängt von Objekt, Rechtsform und geplantem Eigenverbrauch ab. Klären Sie die Finanzierung, bevor Sie bestellen.
Ein Wert wird häufig falsch zitiert: Eine Auswertung zur kommunalen Beteiligung an Photovoltaik- und Windprojekten nennt durchschnittlich 7.170 Euro je Anlage und Jahr. Gemeint ist die finanzielle Beteiligung von Standortkommunen an größeren Projekten nach EEG, nicht der Ertrag einer Dachanlage. Für das Einfamilienhaus spielt dieses Modell keine Rolle.
Volt Energie hat seit 2019 über 500 Projekte realisiert, vom Sitz in Leipzig aus für Sachsen, Brandenburg, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Berlin. Wenn Sie wissen möchten, wie sich steigende Netzentgelte auf Ihr Objekt auswirken, rechnen wir das mit Ihren Verbrauchsdaten durch – unverbindlich.
Häufige Fragen
Seit dem 1. August 2026 gelten 7,70 Cent je Kilowattstunde bei Teileinspeisung und 12,22 Cent bei Volleinspeisung. Der Satz ist ab Inbetriebnahme 20 Jahre lang festgeschrieben. Ältere, höhere Werte gelten weiterhin für Anlagen, die früher in Betrieb gegangen sind.
Für Hausbesitzer typischerweise nach 8 bis 12 Jahren, bei einer Betriebsdauer von über 20 weiteren Jahren. Entscheidend sind die Eigenverbrauchsquote und Ihr Bezugspreis: Je mehr Solarstrom Sie selbst nutzen und je teurer der Netzstrom, desto kürzer die Amortisation. Gewerbebetriebe liegen wegen des hohen Tagesverbrauchs oft am unteren Ende der Spanne.
Die Netzbetreiber müssen ausbauen und modernisieren, und diese Kosten werden über die Netzentgelte umgelegt. In Ostdeutschland sind viele Netze älter, gleichzeitig stellt der Ausbau der erneuerbaren Energien zusätzliche Anforderungen. Der VDE sieht darin strukturelle Probleme der bisherigen Netzplanung, die dezentrale Erzeugung zu wenig berücksichtigt.
Schlüsselfertig liegen 13.000 bis 16.000 Euro ohne Speicher an, mit einem 10-kWh-Speicher 19.000 bis 23.000 Euro. Die Spanne ergibt sich aus Dachform, Verschattung, Zählerplatz und dem Aufwand am Netzanschluss. Ein belastbarer Preis entsteht erst nach der Objektaufnahme.
Nein. Der Durchschnittswert von 7.170 Euro je Anlage und Jahr stammt aus einer Auswertung zur finanziellen Beteiligung von Standortkommunen an größeren Photovoltaik- und Windprojekten nach EEG. Für eine Dachanlage auf dem Einfamilienhaus spielt dieses Modell keine Rolle.