WÄRMEPUMPE + PV. ALLES WAS SIE WISSEN MÜSSEN.
Wärmepumpe + PV ist die effizienteste Kombination: Der SG-Ready-Eingang erlaubt es, die Wärmepumpe gezielt bei Solarüberschuss zu betreiben. So heizen Sie im Sommer quasi kostenlos mit Solarstrom.
WÄRMEPUMPE + PV IM ÜBERBLICK
Das Wichtigste
Wärmepumpe + PV ist die effizienteste Kombination: Der SG-Ready-Eingang erlaubt es, die Wärmepumpe gezielt bei Solarüberschuss zu betreiben. So heizen Sie im Sommer quasi kostenlos mit Solarstrom.
Relevante Themen
SG-Ready, Eigenverbrauch, Heizkosten.
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WIE HOCH IST DIE WÄRMEPUMPEN-FÖRDERUNG 2026?
Die Wärmepumpe wird 2026 über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gefördert. Zuständig für die Heizungsförderung an selbstgenutzten Einfamilienhäusern ist die KfW über das Zuschussprogramm 458, das BAFA bleibt für Effizienzmaßnahmen an der Gebäudehülle zuständig. Die Grundförderung beträgt 30 % und steht jedem selbstnutzenden Eigentümer unabhängig vom Einkommen zu. Hinzu kommen ein Klima-Geschwindigkeitsbonus von 20 % beim Austausch einer alten Öl-, Gas- oder Nachtspeicherheizung, ein Einkommensbonus von 30 % bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 40.000 € pro Jahr sowie ein Effizienzbonus von 5 % für Geräte mit natürlichem Kältemittel oder Erdwärme. Kombiniert sind die Boni auf maximal 70 % gedeckelt. Förderfähig sind Kosten bis 30.000 € pro Wohneinheit, der maximale Zuschuss liegt damit bei 21.000 €.
| Förderbaustein | Satz | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Grundförderung | 30 % | selbstnutzende Eigentümer, einkommensunabhängig |
| Klima-Geschwindigkeitsbonus | 20 % | Austausch alter Öl-/Gas-/Nachtspeicherheizung (bis Ende 2028) |
| Einkommensbonus | 30 % | zu versteuerndes Haushaltseinkommen bis 40.000 €/Jahr |
| Effizienzbonus | 5 % | natürliches Kältemittel oder Erdwärme/Grundwasser |
| Maximaler Gesamtsatz | 70 % | gedeckelt auf 30.000 € Kosten/Wohneinheit = max. 21.000 € |
Quelle: KfW-Programm 458 / BEG-Heizungsförderung. Stand: April 2026.
Wichtig: Der Förderantrag muss bei der KfW vor Beauftragung des Handwerkers gestellt werden — eine nachträgliche Förderung ist ausgeschlossen. Details und aktuelle Konditionen finden Sie beim BAFA und der KfW.
WELCHE JAHRESARBEITSZAHL (JAZ) ERREICHT EINE WÄRMEPUMPE?
Die Jahresarbeitszahl (JAZ) gibt an, wie viele Kilowattstunden Wärme eine Wärmepumpe aus einer Kilowattstunde Strom erzeugt — eine JAZ von 3,5 bedeutet, dass aus 1 kWh Strom 3,5 kWh Heizwärme werden. In einer vierjährigen Feldstudie des Fraunhofer ISE wurden 77 Wärmepumpen in Ein- bis Dreifamilienhäusern vermessen. Das Ergebnis: Luft/Wasser-Wärmepumpen erreichten im Mittel eine JAZ von 3,4 (Spanne 2,6 bis 4,9), erdgekoppelte Sole/Wasser-Systeme im Schnitt 4,3 (Spanne 3,6 bis 5,4). Entscheidend für die Effizienz ist nicht das Baualter des Gebäudes, sondern die Vorlauftemperatur des Heizsystems: Auch sanierte Altbauten mit niedrigen Vorlauftemperaturen erreichten hohe Werte. Eine niedrige Vorlauftemperatur — etwa über Flächenheizung oder ausreichend dimensionierte Heizkörper — ist daher der wichtigste Hebel für niedrige Heizkosten und einen hohen Solarstromnutzen.
| Wärmepumpentyp | JAZ Mittelwert | JAZ Spanne |
|---|---|---|
| Luft/Wasser-Wärmepumpe | 3,4 | 2,6 – 4,9 |
| Erdwärmepumpe (Sole/Wasser) | 4,3 | 3,6 – 5,4 |
Quelle: Fraunhofer ISE Feldstudie (über BWP), 77 Anlagen über 4 Jahre. Stand: April 2026.
WIE VIEL HEIZSTROM DECKT DIE PV-ANLAGE WIRKLICH?
Realistisch deckt eine PV-Anlage im Einfamilienhaus ohne Batteriespeicher etwa 20 bis 30 % des gesamten Jahresstrombedarfs aus Haushalt und Wärmepumpe. Mit einem Batteriespeicher steigt die Eigenversorgung auf rund 40 %, bei sehr gut gedämmten Gebäuden mit niedrigem Verbrauch sind über 60 % möglich. Der Grund für die Begrenzung ist saisonal: PV produziert im Sommer am meisten, der Heizbedarf ist aber im Winter am höchsten — diese Lücke kann auch ein Batteriespeicher nicht schließen, weil ihm die Kapazität für eine Speicherung über Wochen fehlt. Die Untersuchung der HTW Berlin zeigt, dass ein Batteriespeicher die größte Steigerung des Solarstromanteils am Wärmepumpenstrom bringt und die SG-Ready-Schnittstelle maßgeblich zur Eigenversorgung beiträgt. Über SG-Ready hebt das Energiemanagement bei PV-Überschuss gezielt die Temperatur im Puffer- oder Warmwasserspeicher an und nutzt diesen so als thermischen Zwischenspeicher.
| Konfiguration | Solare Jahresdeckung (Richtwert) |
|---|---|
| PV ohne Speicher | ca. 20 – 30 % |
| PV mit Batteriespeicher | ca. 40 % |
| PV + Speicher, gut gedämmtes Haus | über 60 % möglich |
Richtwerte für Einfamilienhäuser; abhängig von Dämmung, Anlagengröße und Energiemanagement. Quelle: HTW Berlin, Verbraucherzentrale. Stand: April 2026.
WAS BEDEUTET SG-READY UND BRAUCHE ICH ES?
SG-Ready (Smart Grid Ready) ist ein Label des Bundesverbands Wärmepumpe, das anzeigt, dass eine Wärmepumpe digital im Verbund mit einer PV-Anlage gesteuert werden kann. SG-Ready-Geräte sind ab Werk mit einem potentialfreien Schalteingang und intelligenter Regelung ausgestattet und kennen vier Betriebszustände — von der Sperre bis zum verstärkten Lauf bei Stromüberschuss. Sobald die PV-Anlage mehr Strom erzeugt, als im Haushalt verbraucht wird, schaltet das Energiemanagement die Wärmepumpe gezielt in den Überschussbetrieb und speichert die Wärme im Puffer- oder Warmwasserspeicher. So heizen Sie an sonnigen Tagen mit selbst erzeugtem Solarstrom statt teuren Netzstrom zu beziehen. Für eine sinnvolle Kopplung von Wärmepumpe und PV ist die SG-Ready-Schnittstelle daher praktisch Pflicht. Beachten Sie: Seit dem 1. Januar 2026 werden Luft-Wasser-Wärmepumpen nur noch gefördert, wenn das Außengerät die Geräuschgrenzwerte um mindestens 10 dB unterschreitet.