PV-Anbieter finden. Projektierer vs. Installateur.
In Deutschland gibt es hunderte PV-Anbieter. Der Unterschied: Ein Projektierer übernimmt die Gesamtverantwortung — vom Angebot bis zur Übergabe.
Projektierer vs. Installateur
| Kriterium | Projektierer | Installateur |
|---|---|---|
| Gesamtverantwortung | Ja — ein Ansprechpartner | Nur für die Montage |
| Planung & Auslegung | Inhouse | Oft durch Großhändler |
| Fördermittel | Inklusive Beantragung | Meist eigenverantwortlich |
| Netzanmeldung | Inklusive | Oft eigenverantwortlich |
Vier Arten von Anbietern
„PV-Anbieter" ist kein geschützter Begriff. Hinter dem Wort stecken vier sehr verschiedene Geschäftsmodelle, und der Unterschied zeigt sich erst, wenn etwas nicht nach Plan läuft.
Projektierer
Plant, beschafft, koordiniert und übergibt. Ein Vertrag, ein Ansprechpartner, ein Festpreis. Die Montage ist im Preis enthalten, die Gesamtprojektverantwortung liegt beim Projektierer. Sinnvoll, wenn Sie sich nicht selbst um die Reihenfolge der Gewerke kümmern wollen.
Installateur
Montiert und schließt an, plant aber oft nach Vorgabe des Großhändlers. Netzanmeldung, Marktstammdatenregister und Förderanträge bleiben häufig bei Ihnen. Günstig, wenn Sie Planung und Papierkram selbst übernehmen.
Vertriebsorganisation
Verkauft, montiert aber nicht selbst, sondern vergibt die Leistung weiter. Erkennbar daran, dass im Angebot kein Monteur genannt wird und der Termin erst nach Vertragsschluss feststeht. Die Gewährleistung läuft dann über mehrere Stationen.
Miet- und Pachtmodell
Sie zahlen eine monatliche Rate, die Anlage gehört dem Anbieter. Keine Anfangsinvestition, dafür über die Laufzeit meist deutlich teurer als ein Kauf, und der Vertrag hängt am Haus. Für Verkaufsabsichten innerhalb der Laufzeit genau lesen.
Woran Sie ein belastbares Angebot erkennen
Ein gutes Angebot erkennt man nicht am Preis, sondern daran, wie wenig offen bleibt. Diese acht Punkte trennen ein Angebot von einem Prospekt:
- Benannte Komponenten. Hersteller und Typ von Modul, Wechselrichter und Speicher, nicht „Markenmodul" oder „hochwertiger Wechselrichter". Ohne Typ können Sie weder Datenblatt noch Garantie prüfen.
- Anlagengröße mit Begründung. Wie viele Module, welche Leistung, und warum diese Größe zu Ihrem Verbrauch passt. Eine Auslegung ohne Bezug zum Verbrauch ist geraten.
- Ertragsprognose mit Annahmen. kWh je kWp, angenommener Eigenverbrauch, angesetzter Strompreis und Einspeisevergütung. Ohne diese vier Zahlen lässt sich keine Ersparnis nachrechnen.
- Festpreis statt Aufmaßvorbehalt. Steht im Angebot „Preis vorbehaltlich Aufmaß", ist es eine Schätzung. Nachträge für Gerüst, Kabelwege oder Zählerschrank gehören vor die Unterschrift, nicht auf die Schlussrechnung.
- Zählerschrank geklärt. Ältere Schränke müssen vor dem Anschluss ertüchtigt werden. Das kostet oft vierstellig und taucht in schnellen Angeboten nicht auf.
- Anmeldungen enthalten. Netzanmeldung beim Netzbetreiber und Eintrag im Marktstammdatenregister. Letzterer ist Pflicht und fristgebunden.
- Garantien getrennt ausgewiesen. Produktgarantie der Hersteller und Gewährleistung auf die Montage sind zweierlei. Fragen Sie, wer im Garantiefall anreist.
- Zahlungsplan mit Leistungsbezug. Abschläge sollten an Fortschritt gekoppelt sein. Eine hohe Vorauszahlung ohne Gegenleistung ist das größte Einzelrisiko.
Warum zwei Angebote fast nie vergleichbar sind
Wer drei Angebote einholt, bekommt meist drei verschiedene Anlagen. Der Preisunterschied entsteht dann nicht durch die Marge, sondern durch den Umfang. Diese vier Stellschrauben verschieben die Summe am stärksten:
| Stellschraube | Typische Spannweite | Wirkung auf den Preis |
|---|---|---|
| Anlagengröße | 8 bis 15 kWp für dasselbe Dach | mehrere tausend Euro |
| Speicher | keiner, 5 kWh oder 15 kWh | rund 3.500 bis 9.000 € |
| Wechselrichter-Bauart | String, Hybrid oder Modulelektronik | vierstellig, je nach Verschattung |
| Nebenleistungen | Gerüst, Zählerschrank, Anmeldungen | oft der Grund für Nachträge |
Sinnvoll vergleichen lässt es sich erst, wenn Sie alle Anbieter auf dieselbe Anlagengröße und dieselbe Speichergröße festlegen. Unser Preisrechner gibt Ihnen dafür eine unabhängige Zahl an die Hand, unser Projekt-Check geht die Punkte von oben mit Ihnen durch.
Sechs Fragen, die Klarheit schaffen
- Wer montiert, und ist das Ihr eigenes Personal? Die Antwort sagt Ihnen, wie viele Stationen Ihre Gewährleistung durchläuft.
- Was passiert, wenn mein Zählerschrank nicht reicht? Eine belastbare Antwort nennt entweder einen Preis oder ein Vorgehen, keine Vertröstung.
- Welchen Eigenverbrauch haben Sie angesetzt? Ohne Speicher sind rund 30 Prozent realistisch. Wer 60 Prozent rechnet, verkürzt die Amortisation auf dem Papier.
- Mit welcher Einspeisevergütung rechnen Sie? Aktuell sind es 7,70 ct/kWh bis 10 kW. Ältere Sätze in einer Ertragsprognose sind ein Hinweis auf eine ungepflegte Vorlage.
- Übernehmen Sie Netzanmeldung und Marktstammdatenregister? Beides ist Pflicht und fristgebunden. Wenn es bei Ihnen bleibt, sollten Sie es vorher wissen.
- Wann kommt das Gerüst, und wer bezahlt Standzeit? Gerüsttage sind ein häufiger Nachtragsposten.
Wie wir arbeiten
Wir sind ein Familienunternehmen mit 29 Mitarbeitenden, Sitz in Leipzig und einem zweiten Standort mit Lager in Krefeld. Wir planen, beschaffen und übergeben schlüsselfertig: eine Auslegung mit offen genannten Annahmen, ein Festpreis mit benannten Komponenten, Netzanmeldung und Marktstammdatenregister inklusive.
Bei Google bewerten uns Kundinnen und Kunden mit 5,0 von 5 Sternen aus 76 Bewertungen. Wer prüfen möchte, wie wir rechnen, findet die Annahmen offen auf der Seite zum PV-Rechner. Wer wissen will, wie ein Angebot bei uns zustande kommt, kann mit einem Video-Termin oder der Selbst-Begehung starten, ganz ohne Vor-Ort-Termin.
Häufige Fragen
Ein Projektierer übernimmt die Gesamtprojektverantwortung: Planung, Förderung, Koordination der Gewerke, Netzanmeldung und Übergabe — alles aus einer Hand.
0–5 % Mehrkosten gegenüber einem reinen Installateur. Dafür sparen Sie Zeit, Nerven und vermeiden Koordinationsfehler zwischen Gewerken.
Zwei bis drei genügen, wenn Sie alle auf dieselbe Anlagengröße und Speichergröße festlegen. Ohne diese Vorgabe vergleichen Sie unterschiedliche Anlagen und nicht unterschiedliche Preise.
Drei Muster wiederholen sich: eine hohe Vorauszahlung ohne Gegenleistung, ein Preis, der nur „heute" gilt, und ein Angebot ohne Hersteller- und Typangaben. Kommt zusätzlich ein Aufmaßvorbehalt dazu, ist der genannte Preis unverbindlich.
Nur wenn der Umfang gleich ist. Fehlende Posten wie Gerüst, Zählerschrank oder Anmeldungen kommen später als Nachtrag und machen den Preisvorteil oft mehr als wett. Vergleichen Sie deshalb den Leistungsumfang, bevor Sie die Summen vergleichen.
Sie ersparen die Anfangsinvestition und sind über eine Laufzeit von 20 Jahren in aller Regel deutlich teurer als ein Kauf. Wichtig ist außerdem, was bei einem Hausverkauf passiert: Der Vertrag muss dann übernommen oder abgelöst werden.
Der Montagetag selbst dauert je nach Größe ein bis zwei Tage. Die Gesamtdauer bestimmt der Netzbetreiber: Zwischen Netzanmeldung und Zählersetzung liegen je nach Region einige Wochen. Ein Anbieter, der ein festes Datum verspricht, bevor die Anmeldung raus ist, verspricht etwas, das er nicht in der Hand hat.
Für die Montage nicht zwingend, für den Service schon. Entscheidend ist, wer im Garantiefall anreist und wie schnell. Wir arbeiten von Leipzig aus in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg und Berlin, von Krefeld aus am Niederrhein und im Ruhrgebiet.