PV-Ertrag im Winter. Was bringt Solar im Winter?
Von November bis Februar liefert eine 10-kWp-Anlage in Leipzig rund 1.650 kWh — 15 % des Jahresertrags. Hier stehen die Monatswerte für Leipzig und Krefeld, warum der Winter so wenig bringt und was Neigung, Schnee und Speicher daran ändern.
Monatlicher PV-Ertrag: Leipzig und Krefeld
Die Werte stammen aus PVGIS 5.3, dem Ertragsrechner der Gemeinsamen Forschungsstelle der EU-Kommission, für eine 10-kWp-Anlage mit 32° Neigung nach Süden und 14 % Systemverlusten. Von November bis Februar kommen in Leipzig 1.645 kWh zusammen, das sind 15,3 % des Jahres; Dezember und Januar liefern je rund 3 %. In Krefeld sieht das Bild mit 1.588 kWh im Winter fast gleich aus.
| Monat | Leipzig | Anteil (Leipzig) | Krefeld |
|---|---|---|---|
| Januar | 338 kWh | 3,1 % | 345 kWh |
| Februar | 538 kWh | 5,0 % | 531 kWh |
| März | 899 kWh | 8,4 % | 904 kWh |
| April | 1.215 kWh | 11,3 % | 1.189 kWh |
| Mai | 1.350 kWh | 12,6 % | 1.299 kWh |
| Juni | 1.335 kWh | 12,4 % | 1.291 kWh |
| Juli | 1.325 kWh | 12,3 % | 1.285 kWh |
| August | 1.211 kWh | 11,3 % | 1.179 kWh |
| September | 1.020 kWh | 9,5 % | 990 kWh |
| Oktober | 735 kWh | 6,8 % | 715 kWh |
| November | 438 kWh | 4,1 % | 422 kWh |
| Dezember | 331 kWh | 3,1 % | 290 kWh |
| November–Februar | 1.645 kWh | 15,3 % | 1.588 kWh |
| Jahr | 10.734 kWh | 100 % | 10.441 kWh |
Quelle: PVGIS 5.3 der EU-Kommission (Gemeinsame Forschungsstelle JRC, Datensatz SARAH3), Abruf 27.09.2026. Annahmen: 10 kWp kristallines Silizium, 32° Neigung, Ausrichtung Süd, 14 % Systemverluste; Leipzig 51,34° N / 12,37° O, Krefeld 51,34° N / 6,58° O. Langjährige Monatsmittel — einzelne Jahre weichen ab.
Warum der Winter so wenig bringt
Flacher Sonnenstand
In Leipzig steht die Sonne am 21. Dezember mittags nur rund 15° über dem Horizont, am 21. Juni rund 62°. Flach einfallendes Licht verteilt sich auf mehr Fläche und durchquert mehr Atmosphäre — je Quadratmeter Modul kommt weniger an.
Kurze Tage
Der kürzeste Tag dauert in Leipzig knapp 8 Stunden, der längste gut 16. Im Dezember hat die Anlage also nur halb so lange Gelegenheit, überhaupt Strom zu erzeugen — und in dieser Zeit bleibt die Sonne oft hinter Wolken.
Trübes Wetter
PVGIS weist für Leipzig im Dezember 39 kWh/m² Einstrahlung in der Modulebene aus, im Juni 173 kWh/m² — Faktor 4,4. Beim Ertrag liegt der Faktor mit 4,0 etwas darunter, weil kalte Module effizienter arbeiten als heiße.
Was der Winterertrag für Ihren Haushalt bedeutet
Ein Vier-Personen-Haushalt mit 4.000 kWh im Jahr verbraucht im Schnitt rund 330 kWh im Monat, im Winter wegen Licht und Heizungspumpe eher mehr. Der Dezemberertrag von 331 kWh entspricht dieser Menge rein bilanziell — nur fällt er auf wenige Mittagsstunden, an trüben Tagen fast gar nicht, und der Kühlschrank läuft auch nachts. Praktisch decken Sie im Dezember und Januar deshalb nur einen Teil Ihres Verbrauchs selbst: an klaren Tagen viel, an grauen Tagen wenig.
Ein Speicher hilft im Winter weniger als im Sommer. Im Dezember liefert die Anlage im Mittel rund 11 kWh am Tag, davon geht ein Teil direkt in den Haushalt — ein 10-kWh-Speicher wird an den meisten Wintertagen nicht voll und ist morgens wieder leer. Über das Jahr rechnet er sich trotzdem, weil er von März bis Oktober täglich Überschuss in den Abend verschiebt. Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde ersetzt Netzstrom für 37 ct, jede eingespeiste bringt 7,7 ct Vergütung; dieses Verhältnis gilt im Winter genauso, es gibt nur weniger zu verschieben.
Mit Wärmepumpe verschärft sich das Muster: Sie braucht den größten Teil ihres Stroms zwischen November und März, wenn die Anlage am wenigsten liefert. Die PV-Anlage senkt die Heizkosten trotzdem, vor allem in der Übergangszeit im März, April und Oktober. Wer mit Solarstrom heizen will, plant die Anlage groß und rechnet im Kern des Winters mit Netzbezug.
Neigung und Ausrichtung: Was im Winter mehr bringt
Steile Module fangen die flache Wintersonne besser ein; flache Module und Ost-West-Belegungen verlieren im Winter überproportional. PVGIS-Werte für Leipzig, 10 kWp:
| Auslegung | Dezember | November–Februar | Jahr |
|---|---|---|---|
| 10° Süd (flach aufgeständert) | 209 kWh | 1.153 kWh | 9.749 kWh |
| 32° Süd (typisches Satteldach) | 331 kWh | 1.645 kWh | 10.734 kWh |
| 45° Süd | 379 kWh | 1.828 kWh | 10.770 kWh |
| 60° Süd (sehr steil) | 412 kWh | 1.937 kWh | 10.302 kWh |
| Ost-West 32° (je 5 kWp) | 152 kWh | 891 kWh | 8.512 kWh |
45° bringen im Winter 11 % mehr als 32° und im Jahr praktisch gleich viel — ein vorhandenes steiles Dach ist im Winter also ein kleiner Vorteil. Module künstlich steil aufzuständern lohnt dagegen nicht: Bei 60° fressen die Sommerverluste den Wintergewinn auf, übers Jahr fehlen rund 4 %. Ost-West-Dächer liefern im Dezember weniger als die Hälfte einer gleich großen Südfläche und über das Jahr rund 21 % weniger, dafür verteilt sich ihr Strom gleichmäßiger über den Tag.
Quelle: PVGIS 5.3 der EU-Kommission (Gemeinsame Forschungsstelle JRC, Datensatz SARAH3), Abruf 27.09.2026. Annahmen: 10 kWp kristallines Silizium, 32° Neigung, Ausrichtung wie angegeben, 14 % Systemverluste; Leipzig 51,34° N / 12,37° O, Krefeld 51,34° N / 6,58° O. Langjährige Monatsmittel — einzelne Jahre weichen ab.
Fünf Dinge, die im Winter zählen
Schnee liegen lassen
Bei 30° Neigung und mehr rutscht Schnee meist von selbst ab, sobald die Sonne die Modulfläche anwärmt. Aufs Dach zu steigen ist gefährlich und bringt bei 3 % Monatsanteil fast nichts. Die Schneelast ist in der Statik eingeplant.
Verschattung ernst nehmen
Bei 15° Sonnenhöhe werfen Kamin, Gaube und Nachbarbaum lange Schatten. Was im Sommer nie stört, kann im Winter ganze Modulreihen ausbremsen — ein Verschattungsplan rechnet deshalb mit dem Wintersonnenstand, nicht nur mit dem Sommer.
Verbrauch in die Mittagsstunden legen
Spülmaschine, Waschmaschine und Wallbox laufen im Winter am besten zwischen 11 und 14 Uhr, wenn die Anlage ihren Tagesanteil liefert. Ein Energiemanager oder die Zeitvorwahl der Geräte erledigt das automatisch.
Speicher nicht für den Dezember dimensionieren
Die Speichergröße richtet sich nach dem Abend- und Nachtverbrauch eines normalen Tages, nicht nach dem Winter. Ein Speicher, der den Dezember überbrücken soll, wäre um ein Vielfaches zu groß und rechnet sich nicht.
Monatswerte vergleichen
Der Wechselrichter zeigt den Monatsertrag. Liegt Ihr Dezemberwert weit unter der Tabelle oben, obwohl das Wetter normal war, lohnt ein Blick auf Verschattung, Verschmutzung oder eine Störmeldung.
Häufige Fragen
Eine 10-kWp-Anlage mit 32° Neigung nach Süden erzeugt in Leipzig von November bis Februar rund 1.650 kWh, das sind 15 % des Jahresertrags von 10.734 kWh. Im Dezember sind es 331 kWh, im Januar 338 kWh (PVGIS 5.3, langjähriges Mittel). In Krefeld liegen die Werte mit 1.588 kWh im Winter und 290 kWh im Dezember etwas darunter.
Ja. Rund 85 % des Ertrags fallen von März bis Oktober an; die Wirtschaftlichkeit ergibt sich aus dem Jahresertrag. Ein schwacher Dezember ist in jeder seriösen Rechnung schon enthalten, weil die Jahreswerte die Wintermonate einschließen.
Nein. Bei üblichen Dachneigungen ab 30° rutscht Schnee ab, sobald die Sonne die Module anwärmt; die Schneelast ist in der Statik eingeplant. Aufs Dach zu steigen ist gefährlich und bringt bei rund 3 % Monatsanteil praktisch nichts.
Ja, aber wenig: 45° statt 32° liefern in Leipzig im Dezember 379 statt 331 kWh bei gleichem Jahresertrag. 60° bringen im Dezember 412 kWh, kosten über das Jahr aber rund 4 %. Ein vorhandenes steiles Dach ist ein Vorteil, künstliches Aufständern lohnt nicht.
Nur wenig. Im Dezember liefert eine 10-kWp-Anlage im Mittel rund 11 kWh am Tag, ein Teil davon geht direkt in den Haushalt — ein 10-kWh-Speicher wird an den meisten Wintertagen nicht voll. Er rechnet sich über die acht ertragreichen Monate, in denen er täglich Überschuss in den Abend verschiebt.