Strom selbst erzeugen. Alle Optionen 2026.
Photovoltaik ist die einfachste und günstigste Methode zur eigenen Stromerzeugung. Alternativen: Balkonkraftwerk, Kleinwind oder BHKW.
Methoden im Vergleich
| Methode | Kosten | Ertrag | Eignung |
|---|---|---|---|
| Photovoltaik (10 kWp) | 14.400–19.400 € | ca. 10.000 kWh/Jahr | ★★★★★ |
| Balkonkraftwerk (800 W) | 400–800 € | 600–800 kWh/Jahr | ★★★★ (Mieter) |
| Kleinwindanlage | 5.000–15.000 € | 1.000–3.000 kWh/Jahr | ★★ (nur bei viel Wind) |
| BHKW | 15.000–30.000 € | Strom + Wärme | ★★★ (hoher Wärmebedarf) |
Was eine selbst erzeugte Kilowattstunde wert ist
Die gesamte Wirtschaftlichkeit hängt an einer einzigen Zahl: Wie viel von dem, was Sie erzeugen, verbrauchen Sie selbst?
Eine Kilowattstunde, die im Haus bleibt, ersetzt Netzstrom und spart damit rund 37 Cent. Dieselbe Kilowattstunde ins Netz gespeist bringt 7,70 Cent, also etwa ein Fünftel. Der Unterschied von rund 29 Cent ist der eigentliche Ertrag einer Anlage, nicht die Einspeisevergütung.
Daraus folgt alles Weitere: Nicht die größte Anlage rechnet sich am besten, sondern die, deren Strom im Haus bleibt.
| Verwendung | Wert je kWh | Warum |
|---|---|---|
| Selbst verbraucht | ca. 37 ct | ersetzt gekauften Netzstrom |
| In den Speicher, später verbraucht | ca. 37 ct | ersetzt Abendstrom statt ihn zu verkaufen |
| Ins Netz eingespeist | 7,70 ct | EEG-Vergütung bis 10 kW, Stand 08/2026 |
Wie viel Sie wirklich selbst nutzen
Solarstrom entsteht mittags, verbraucht wird abends. Diese Lücke bestimmt den Eigenverbrauch:
- Ohne Speicher rund 30 Prozent. Was gerade läuft, nutzt den Strom. Kühlschrank, Homeoffice, Waschmaschine per Zeitschaltung. Der Rest geht ins Netz.
- Mit Speicher 65 bis 85 Prozent. Der Mittagsüberschuss wandert in die Batterie und deckt den Abend. Wie hoch der Wert ausfällt, hängt weniger vom Speicher ab als vom Verbrauch: Bei 2.500 kWh im Jahr ist der Speicher schnell voll und die Anlage speist trotzdem ein.
- Mit Wärmepumpe oder E-Auto deutlich mehr. Beide verschieben Verbrauch in die sonnenreichen Stunden und sind damit die wirksamsten Eigenverbrauchs-Hebel überhaupt, wirksamer als ein größerer Speicher.
Vollständige Autarkie ist technisch machbar und wirtschaftlich fast nie sinnvoll: Die letzten Prozentpunkte erfordern einen Speicher, der für die dunklen Wochen im Dezember ausgelegt ist und elf Monate im Jahr überdimensioniert bleibt. Der Netzanschluss als Rückfallebene ist billiger als jede Batterie, die ihn ersetzen soll.
Der Weg in vier Schritten
Verbrauch kennen
Die Jahresabrechnung Ihres Versorgers nennt die Kilowattstunden. Planen Sie Wärmepumpe oder E-Auto, rechnen Sie den künftigen Bedarf, nicht den heutigen.
Dach prüfen
Fläche, Ausrichtung, Verschattung. Ein Modul braucht rund 1,9 m² und leistet etwa 470 Watt. Für 10 kWp sind also grob 40 m² zusammenhängende Fläche nötig.
Anlage auslegen
Größe am Verbrauch orientieren, nicht am freien Platz. Ob ein Speicher sinnvoll ist, entscheidet der Abendverbrauch, nicht die Anlagengröße.
Anmelden und anschließen
Netzanmeldung beim Netzbetreiber und Eintrag im Marktstammdatenregister sind Pflicht. Bei uns sind beide im Festpreis enthalten.
Für Mieter und kleine Budgets
Wer kein eigenes Dach hat, kommt mit einem Balkonkraftwerk am weitesten. Zwei Module an Balkon, Fassade oder im Garten liefern 600 bis 800 kWh im Jahr, decken damit die Grundlast aus Kühlschrank, Router und Standby und amortisieren sich meist in vier bis sechs Jahren.
Seit dem Solarpaket I ist die Anmeldung beim Netzbetreiber entfallen; der Eintrag im Marktstammdatenregister bleibt Pflicht und dauert wenige Minuten. Vermieterinnen und Vermieter dürfen die Anbringung seit 2024 nur noch aus wichtigem Grund verweigern. Die Einzelheiten stehen auf unserer Seite zum Balkonkraftwerk.
Eine zweite Möglichkeit ist Mieterstrom: Die Anlage gehört dem Gebäudeeigentümer, die Mietparteien beziehen den Strom direkt vom Dach, in der Regel spürbar günstiger als beim Grundversorger.
Was sich selten lohnt
Nicht jede Erzeugungsart taugt für ein Wohnhaus. Zwei kommen regelmäßig zur Sprache und scheitern meist an derselben Stelle:
- Kleinwindanlagen. Sie brauchen gleichmäßigen, ungestörten Wind. In Wohngebieten bremsen Häuser und Bäume die Strömung so stark, dass die realen Erträge weit unter den Herstellerangaben liegen. Dazu kommen Genehmigung, Schallschutz und bewegliche Teile, die gewartet werden müssen. Sinnvoll fast nur in freier, windhöffiger Lage.
- Blockheizkraftwerke. Sie erzeugen Strom als Nebenprodukt der Wärme und rechnen sich nur bei hohem, ganzjährigem Wärmebedarf und vielen Laufstunden. Im gut gedämmten Einfamilienhaus laufen sie zu selten. Da der Gebäudebestand in Richtung Wärmepumpe geht, wird diese Rechnung eher schlechter.
Für ein normales Wohnhaus bleibt Photovoltaik die einzige Erzeugungsart, die ohne Sonderbedingungen funktioniert: keine Genehmigung, keine beweglichen Teile, kaum Wartung, 25 Jahre und mehr Lebensdauer.
Häufige Fragen
Photovoltaik. Gestehungskosten 8–12 ct/kWh, wartungsarm, 25+ Jahre Lebensdauer. Nichts kommt da ran.
Mit PV + Speicher erreichen Sie 70–80 % Autarkie. 100 % ist möglich, aber unwirtschaftlich — der Netzanschluss als Backup ist sinnvoll.
Eine 10-kWp-Anlage liefert rund 10.000 kWh. Ohne Speicher bleiben davon etwa 3.000 kWh im Haus, das sind rund 1.140 € gesparter Netzstrom, dazu etwa 540 € Einspeisevergütung für den Rest. Mit Speicher verschiebt sich das Verhältnis deutlich zugunsten des Eigenverbrauchs und damit der Ersparnis.
Nein, aber er ist der wirksamste Hebel für den Eigenverbrauch: von rund 30 auf bis zu 85 Prozent. Jede verschobene Kilowattstunde ist etwa 30 Cent mehr wert. Bei kleinem Verbrauch trägt er sich selbst nicht, ab etwa 4.000 kWh im Jahr in der Regel schon.
Innerhalb eines Gebäudes über ein Mieterstrommodell ja. Über die Grundstücksgrenze hinweg wird es aufwendig, weil dann das öffentliche Netz genutzt wird und Sie zum Stromlieferanten mit allen Pflichten werden. Für Mehrparteienhäuser ist Mieterstrom der eingeführte Weg.
Eine normale PV-Anlage schaltet sich ab, damit niemand am vermeintlich toten Netz arbeitet. Wer weiterversorgt sein will, braucht eine Ersatzstrom- oder Notstromfunktion im Wechselrichter, die den Hausanschluss sauber vom Netz trennt. Das muss vor dem Kauf festgelegt werden, nachrüsten ist meist ein Gerätetausch.
Ja. Der Eintrag im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur ist für jede Anlage Pflicht, auch für ein Balkonkraftwerk, und fristgebunden. Dachanlagen werden zusätzlich beim Netzbetreiber angemeldet. Beides übernehmen wir für unsere Kundinnen und Kunden.
Für Anlagen bis 30 kWp auf Wohngebäuden sind die Einnahmen seit 2022 einkommensteuerfrei, und auf den Kauf fällt seit 2023 der Nullsteuersatz nach § 12 Abs. 3 UStG an. Für den Eigenverbrauch entsteht dadurch keine Umsatzsteuer.