Aufdach vs. Indach. Ehrlicher Vergleich.
Aufdach sitzt auf der Dachhaut und ist im Bestand Standard, Indach ersetzt die Dachdeckung und lohnt bei Neubau oder Neueindeckung. Auf dem Flachdach zählt die Neigung der Aufständerung: 32° bringen in Leipzig 10.734 kWh je 10 kWp im Jahr, flache 10° nur 9.749 kWh (PVGIS). Ohne Hinterlüftung rechnet PVGIS bei 32° mit 10.368 kWh, also rund 3,4 % weniger als aufgeständert.
Aufdach vs. Indach
| Kriterium | Aufdach | Indach |
|---|---|---|
| Montage | Module auf Schienen über der vorhandenen Dachdeckung, mit Dachhaken an den Sparren befestigt; auf dem Flachdach aufgeständert mit Ballast | Module ersetzen die Dachdeckung und bilden mit Rahmen und Abdichtung die wasserführende Ebene |
| Dachhaut | bleibt vollständig erhalten | entfällt unter dem Modulfeld; die Dichtheit übernimmt das Indach-System |
| Hinterlüftung und Modultemperatur | Luftspalt zwischen Dach und Modul führt Wärme ab — kühlere Module liefern mehr Leistung | kaum Hinterlüftung; die Module werden wärmer und liefern weniger — PVGIS rechnet für gebäudeintegrierte Module in Leipzig bei 32° Süd mit 10.368 statt 10.734 kWh je 10 kWp (rund −3,4 %) |
| Kosten | günstiger: Standardmontage ohne Eingriff in die Deckung | in der Regel teurer, ersetzt aber die Dachdeckung — bei Neubau oder Neueindeckung gleichen die gesparten Ziegel einen Teil des Mehrpreises aus |
| Neubau oder Bestand | Standard im Bestand: das Dach bleibt, wie es ist | sinnvoll bei Neubau oder ohnehin fälliger Neueindeckung; im intakten Bestand müsste die Deckung erst entfernt werden |
| Optik | Module sitzen sichtbar einige Zentimeter über der Deckung | flächenbündig, wirkt wie eine durchgehende Dachfläche — ein Argument bei Denkmalschutz und Gestaltungsvorgaben, die Genehmigung bleibt Einzelfall |
| Statik | zusätzliche Last aus Modulen und Gestell auf der bestehenden Deckung; auf dem Flachdach kommt Ballast dazu — die Statik prüfen wir vorab | Module ersetzen Ziegel oder Pfannen, die Dachlast steigt kaum |
| Abdichtung und Brandschutz | die vorhandene Dachdeckung bleibt für Dichtheit und harte Bedachung zuständig | das Modulsystem ist Teil der Dachhaut und muss Regen, Schnee und die Anforderungen an die Dachdeckung mit erfüllen; kritisch sind die Anschlüsse an Ziegel und Durchdringungen |
| Reparatur und Modultausch | jedes Modul einzeln tauschbar, die Dachhaut darunter bleibt unberührt | ein Modultausch greift in die wasserführende Ebene ein; danach ist die Dichtheit zu prüfen |
| Neigung auf dem Flachdach (Aufständerung) | frei wählbar: 10 kWp nach Süden bringen in Leipzig bei 10° 9.749 kWh, bei 15° 10.071 kWh, bei 25° 10.546 kWh und bei 32° 10.734 kWh im Jahr; Ost-West mit 2 × 5 kWp bei 15° 8.822 kWh (PVGIS) | auf Flachdächern nicht üblich — Indach braucht ein geneigtes Dach mit Deckung |
| Unsere Empfehlung | Bestandsdach mit intakter Deckung und jedes Flachdach | Neubau, Neueindeckung oder Vorgaben zur Gestaltung |
Ertragswerte: PVGIS 5.3 der EU-Kommission (JRC, Datensatz SARAH3), Abruf 27.09.2026, nachgerechnet am 09.10.2026; kristalline Module, 14 % Systemverluste, Leipzig, Ausrichtung Süd bzw. Ost-West; Indach-Wert mit der PVGIS-Option „gebäudeintegriert“. Kosten als Tendenz ohne Prozentwert: Indach-Systeme sind in der Regel teurer, ersetzen aber die Dachdeckung; der Unterschied hängt von Dachform, Deckung und System ab. Stand: Oktober 2026.
So planen wir
Im Bestand planen wir Aufdach: Die Deckung bleibt, die Module sitzen auf Schienen mit Luftspalt, und jedes Modul bleibt einzeln erreichbar. Steht ohnehin eine Neueindeckung an oder wird neu gebaut, rechnen wir Indach gegen: Der Mehrpreis des Systems steht dann gegen die gesparte Deckung unter dem Modulfeld, und die Arbeiten an Dach und Anlage laufen in einem Zug. Bei geschützten Gebäuden klären wir die Genehmigung vorab — mehr dazu im Ratgeber Photovoltaik und Denkmalschutz.
Auf dem Flachdach ist die Aufständerung die einzige praktikable Form; die Neigung wählen wir nach Ertrag, Windlast und Fläche. Nach PVGIS 5.3 der EU-Kommission liefern 10 kWp nach Süden in Leipzig bei 10° Neigung 9.749 kWh, bei 15° 10.071 kWh, bei 25° 10.546 kWh und bei 32° 10.734 kWh im Jahr; das Maximum liegt bei rund 40° (10.804 kWh), bei 45° sind es 10.770 kWh und bei 60° wieder 10.302 kWh. Flache Ost-West-Aufständerung belegt die Fläche dichter: 2 × 5 kWp bringen bei 15° 8.822 kWh, bei 32° 8.512 kWh. Mehr dazu unter Photovoltaik auf dem Flachdach und im Vergleich Ost-West vs. Süd.
FAQ
Im Bestand Aufdach: Die Dachdeckung bleibt, die Module sind hinterlüftet und günstiger montiert. Indach lohnt sich bei Neubau oder ohnehin fälliger Neueindeckung, weil die Deckung unter dem Modulfeld entfällt und die Fläche bündig wirkt.
In der Regel ja, weil das Modulsystem zugleich die Dachhaut bildet und aufwendiger abgedichtet wird. Dafür entfallen unter dem Feld Ziegel oder Pfannen — bei Neubau oder Neueindeckung schrumpft der Mehrpreis deshalb. Einen festen Prozentwert nennen wir nicht; der Unterschied hängt von Dachform, Deckung und System ab.
Nach PVGIS liefern 10 kWp nach Süden in Leipzig bei 10° 9.749 kWh, bei 15° 10.071 kWh, bei 25° 10.546 kWh und bei 32° 10.734 kWh im Jahr. Steilere Reihen brauchen mehr Abstand gegen Verschattung und bringen mehr Windlast; flache Ost-West-Aufständerung bringt mehr Module auf dieselbe Fläche. Wir legen die Neigung deshalb nach Fläche, Statik und Verbrauch aus, nicht nur nach dem Höchstertrag je Kilowatt.
Etwas weniger, weil die Module ohne Luftspalt wärmer werden. PVGIS rechnet für 10 kWp in Leipzig bei 32° nach Süden mit 10.734 kWh im Jahr, wenn die Module frei hinterlüftet sind, und mit 10.368 kWh, wenn sie gebäudeintegriert sind — rund 3,4 % weniger.