Photovoltaik in Kaarst
Photovoltaik in Kaarst plant man auf einem auffallend jungen Hausbestand: Gerade 6,4 % der 11.177 Kaarster Gebäude mit Wohnraum sind vor 1950 entstanden — weniger als in jeder anderen Kommune des Rhein-Kreises Neuss (Zensus 2022, IT.NRW). 43 % kamen zwischen 1970 und 1989 dazu, und 30,4 % der Wohngebäude sind Einfamilien-Reihenhäuser. Angemeldet wird eine Solaranlage in Kaarst bei der Westnetz GmbH; 3.125 Anlagen sind in der Stadt schon in Betrieb.
Solaranlage in Kaarst: Was der Zensus über Ihr Dach verrät
43 Prozent Baujahre 1970 bis 1989
Zwischen 1970 und 1989 kamen 4.803 der 11.177 Kaarster Gebäude mit Wohnraum hinzu, das sind 43,0 %. Keine andere Kommune im Rhein-Kreis Neuss erreicht diesen Wert; die übrigen sieben liegen zwischen 24 und 32 %. Ein Dach aus dieser Zeit hat 37 bis 56 Jahre hinter sich, teils noch mit der ersten Eindeckung. Ob die Pfannen eine Modulgeneration lang halten, klären wir beim Dachtermin, bevor eine Zahl im Angebot steht.
Reihenhaus: schmales Dach zwischen zwei Brandwänden
Der Zensus zählt in Kaarst 3.360 Einfamilien-Reihenhäuser, 30,4 % aller Wohngebäude. Bis Ende 2023 mussten Solarmodule nach § 32 Abs. 5 BauO NRW 1,25 Meter vor der Brandwand enden; mit der Änderung zum 1. Januar 2024 ist diese Vorgabe gestrichen. Die eigene Dachhälfte lässt sich dadurch breiter belegen als früher — den Brandschutz an der Trennwand rechnen wir dennoch in die Planung ein.
Ein Viertel heizt noch mit Öl
Heizöl ist in 2.817 Kaarster Wohngebäuden der Energieträger der Heizung (25,5 %). Bei den Baujahren 1970 bis 1989 steigt der Ölanteil auf 34,4 %, während Neubauten ab 2010 schon zu 46,5 % auf Wärmepumpen, Solar- und Geothermie setzen. Steht der Kesseltausch an, bemessen Sie die Photovoltaik besser nicht nach dem heutigen Haushaltsstrom, sondern lassen im Zählerschrank und auf dem Dach Platz für den künftigen Wärmepumpenstrom.
Jedes neunte Haus gehört einer Eigentümergemeinschaft
1.233 Wohngebäude in Kaarst (11,2 %) sind im Besitz einer WEG, 9.643 (87,3 %) gehören Privatpersonen. Soll die Anlage auf das gemeinsame Dach, entscheidet die Versammlung der Wohnungseigentümer per Beschluss über eine bauliche Veränderung nach § 20 WEG. Belegungsplan und Ertragsrechnung bereiten wir so auf, dass sie als Beschlussvorlage taugen.
Quelle der Gebäudezahlen in diesem Abschnitt: IT.NRW, Gemeindegrundinformation Kaarst aus dem Zensus 2022, Stichtag 15.05.2022.
Baualter und Haustypen in Kaarst im Kreisvergleich
Im Rhein-Kreis Neuss ist der Kaarster Gebäudebestand der jüngste. Aus der Zeit bis 1949 sind hier nur 718 Häuser mit Wohnungen übrig, in Grevenbroich, Jüchen und Neuss macht diese Altersgruppe 16 bis 18 % aus. Morsche Lattung, krumme Sparren oder ein Zählerschrank aus der Vorkriegszeit begegnen uns in Kaarst deshalb selten. Typisch ist eher der Siebziger-Jahre-Bau, dessen Dach seine beste Zeit hinter sich hat.
| Errichtet | Häuser mit Wohnungen | Anteil am Kaarster Bestand |
|---|---|---|
| bis 1949 | 718 | 6,4 % |
| 1950 – 1969 | 2.926 | 26,2 % |
| 1970 – 1989 | 4.803 | 43,0 % |
| 1990 – 2009 | 1.964 | 17,6 % |
| ab 2010 | 775 | 6,9 % |
| Kaarst gesamt | 11.177 | 100 % |
Unter den 11.041 Wohngebäuden stellt das Einfamilienhaus die Mehrheit: 3.360 Reihenhäuser (30,4 %), 2.720 frei stehende Häuser (24,6 %) und 2.097 Doppelhaushälften (19,0 %). Rechnet man die Zweifamilienhäuser hinzu, sind es 84,2 % des Bestands; 1.498 Häuser haben drei oder mehr Wohnungen. Die Nachbarkommunen im Kreis im direkten Vergleich:
| Kommune | Stromnetz | Häuser mit Wohnungen | bis 1949 | 1970 – 1989 | Reihenhäuser (EFH) |
|---|---|---|---|---|---|
| Kaarst | Westnetz GmbH | 11.177 | 6,4 % | 43,0 % | 30,4 % |
| Neuss | Westnetz GmbH | 31.429 | 16,2 % | 27,2 % | 32,7 % |
| Grevenbroich | NEW Netz GmbH | 17.116 | 16,8 % | 26,8 % | 25,9 % |
| Dormagen | Rheinische NETZGesellschaft mbH | 14.904 | 10,7 % | 29,6 % | 19,4 % |
| Meerbusch | Stadtwerke Service Meerbusch Willich GmbH & Co. KG | 14.452 | 13,7 % | 26,7 % | 19,1 % |
| Korschenbroich | NEW Netz GmbH | 10.333 | 13,1 % | 32,4 % | 16,0 % |
| Jüchen | NEW Netz GmbH | 7.522 | 17,7 % | 24,8 % | 20,2 % |
| Rommerskirchen | Westnetz GmbH | 4.401 | 16,5 % | 24,2 % | 12,1 % |
Bauzeit-Spalten bezogen auf alle Häuser mit Wohnungen, Reihenhausspalte auf die Wohngebäude (nur Einfamilien-Reihenhäuser). Zahlen: Gemeindegrundinformationen der acht Kommunen aus dem Zensus 2022 (IT.NRW). Stromnetz: Grundversorger-Register Strom 2025–2027 des NRW-Wirtschaftsministeriums.
3.125 Solaranlagen in Kaarst: Was das Marktstammdatenregister zeigt
Für Kaarst (Gemeindeschlüssel 05162016) zählt das Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur am 8. Oktober 2026 insgesamt 3.125 laufende Solaranlagen mit 31,3 Megawatt. 2.370 davon sitzen auf Gebäuden und bringen 30,0 Megawatt, 753 sind Balkonkraftwerke, zwei stehen auf freier Fläche. 100 Prozent der Kaarster Anlagen hängen am Netz der Westnetz GmbH.
Der Median der Gebäudeanlagen liegt bei 8,9 kWp, also in der Größe, die auf eine Doppelhaushälfte oder ein großes Reihenhausdach passt. Auf 11.041 Wohngebäude kommen 2.370 Gebäudeanlagen, rechnerisch eine auf knapp fünf Häuser; da auch Hallen und Bürodächer darunter sind, dürfte die Quote bei den Wohnhäusern niedriger sein. Viel ist erst in den letzten Jahren dazugekommen: 557 der heute aktiven Gebäudeanlagen wurden 2023 in Betrieb genommen, 372 im Jahr 2024, 279 im Jahr 2025 und 263 in diesem Jahr bis Anfang Oktober. Das sind 1.471 Anlagen oder gut drei Fünftel des Bestands.
| Modulrichtung | Anlagen auf Gebäuden | Anteil |
|---|---|---|
| Süden | 883 | 37,3 % |
| Südwesten | 461 | 19,5 % |
| Südosten | 222 | 9,4 % |
| Osten und Westen | 279 | 11,8 % |
| Westen | 200 | 8,4 % |
| Osten | 185 | 7,8 % |
| Norden, Nordosten, Nordwesten | 85 | 3,6 % |
| keine Angabe, nachgeführt | 55 | 2,3 % |
Gut 66 % der Gebäudeanlagen in Kaarst sind nach Süden, Südwesten oder Südosten ausgerichtet, 28 % nach Osten, Westen oder zu beiden Seiten. Ein Ost- oder Westdach schließt eine Anlage also nicht aus; es verschiebt die Erzeugung vom Mittag in die Morgen- und Abendstunden. Ausgezählt haben wir die öffentliche Einheitenübersicht mit den Filtern Solare Strahlungsenergie, in Betrieb und Gemeindeschlüssel 05162016.
Solarkataster, Energieberatung, Klimaziel: Was die Stadt Kaarst beisteuert
Solarpotenzialkataster: Die Stadt Kaarst lässt jedes Dach im Solarpotenzialkataster einzeln bewerten. Auf ihrer Infoseite weist sie selbst darauf hin, dass die Auswertung automatisiert auf Laserscandaten aus dem Jahr 2008 beruht. Für Kaarst heißt das: Die 775 Wohngebäude mit Baujahr ab 2010 sind jünger als diese Datengrundlage, und spätere Gauben, Anbauten oder gewachsene Bäume kann das Kataster nicht kennen. Als erster Blick aufs eigene Dach ist es gut; Belegung und Ertrag rechnen wir mit dem aktuellen Luftbild und PVGIS nach.
Kostenlose Erstberatung: Die Initiale Energieberatung der Stadt informiert unabhängig über Sanierung, Heizung, Solaranlagen, Speicher und die Förderlage von Bund, Land und Kommune. Meist läuft sie am Telefon; persönlich geht es nach Anmeldung in der Verwaltungsdienststelle Büttgen, Rathausplatz 23 (Telefon 02131 987-866). Wer erst neutral sortieren will, bevor er Angebote vergleicht, ist dort gut aufgehoben.
Klimaziel und Dachpotenzial: Mit Ratsbeschluss vom 24.06.2021 will Kaarst die CO₂-Emissionen bis 2030 um 65 % und bis 2040 um 88 % senken und 2045 klimaneutral sein (Klimaschutz der Stadt Kaarst). Das Klimaschutzkonzept beziffert nach Analysen des LANUV das Photovoltaik-Potenzial der Kaarster Dächer auf 70,6 GWh Strom im Jahr; 2015 lieferten die Dachanlagen 5,1 GWh davon.
Selbst wenn alle heutigen Gebäudeanlagen mit ihren 30,0 Megawatt den Süddach-Ertrag von 1.056 kWh je kWp erreichten, kämen sie auf rund 32 GWh im Jahr, also auf weniger als die Hälfte dieses Dachpotenzials. Eigene Überschlagsrechnung aus Marktstammdatenregister und PVGIS, Stand Oktober 2026.
Netzanmeldung in Kaarst: Westnetz, nicht die Stadtwerke
Drei Firmen verkaufen in Kaarst Strom, angeschlossen wird Ihre Anlage aber nur von einer. Laut Grundversorger-Register des Landes betreibt in Kaarst die Westnetz GmbH das Stromnetz; Grundversorger ist die E.ON Energie Deutschland GmbH. Die Stadtwerke Kaarst — 2001 von der Stadt und den Niederrheinischen Gas- und Wasserwerken gegründet, heute in Kooperation mit Gelsenwasser — verkaufen Erdgas und seit 2012 auch Strom. Ein eigenes Stromnetz führen sie nicht.
Auf dem Westnetz-Serviceportal folgt die Einspeisung vier Etappen: Erst kommt die Anschlussanfrage, dann prüft Westnetz und sagt den Anschluss zu, danach meldet der Betreiber seine Vergütungsdaten, zuletzt wird geprüft und ausgezahlt. Für die Anfrage will Westnetz Standort, Anlagenleistung und Wechselrichtertyp wissen. Stellen darf sie der Anlagenbetreiber selbst oder sein Elektroinstallateur; in unserem Auftrag erledigt das der eingetragene Elektroinstallateur.
Für fast jedes Kaarster Wohnhaus greift eine Frist aus § 8 Abs. 5 EEG: Geht es um höchstens 30 Kilowatt auf einem Grundstück, das schon einen Netzanschluss hat, und legt der Netzbetreiber innerhalb eines Monats keinen Zeitplan vor, darf die Anlage nach den technischen Regeln ans Netz.
Ein Balkonkraftwerk bis 800 VA trägt man laut Westnetz seit dem 16.05.2024 lediglich ins Marktstammdatenregister ein. Bei der Dachanlage kommt nach der Inbetriebnahme ein neuer Zähler, und der Registereintrag muss innerhalb eines Monats erfolgen, sonst steht die Einspeisevergütung auf dem Spiel. Beides erledigen wir als Teil des Auftrags.
Wie viel Strom eine Photovoltaikanlage in Kaarst liefert
Am Standort Kaarst (51,23° Nord, 6,62° Ost) kommt PVGIS 5.3, der Solarrechner der EU-Kommission, auf 1.056 kWh je kWp und Jahr — gerechnet für ein 35 Grad geneigtes Süddach mit 14 % Systemverlust, Strahlungsdaten SARAH3, Abfrage vom 08.10.2026. Auf die Modulfläche treffen dabei 1.321 kWh/m² im Jahr.
| Ausrichtung und Neigung | Jahr je kWp | Juni je kWp | Dezember je kWp | 9 kWp (Kaarster Median) im Jahr |
|---|---|---|---|---|
| Süden, 35° | 1.056 kWh | 129 kWh | 30 kWh | ≈ 9.500 kWh |
| Südosten, 35° | 998 kWh | 128 kWh | 25 kWh | ≈ 8.980 kWh |
| Südwesten, 35° | 986 kWh | 128 kWh | 24 kWh | ≈ 8.870 kWh |
| Osten und Westen je zur Hälfte, 10° | ≈ 874 kWh | 130 kWh | 13 kWh | ≈ 7.870 kWh |
| Osten, 35° | 839 kWh | 121 kWh | 14 kWh | ≈ 7.550 kWh |
| Westen, 35° | 823 kWh | 121 kWh | 13 kWh | ≈ 7.410 kWh |
Auf die Dachneigung kommt es in Kaarst weniger an als auf die Himmelsrichtung: Zwischen 30 und 45 Grad schwankt der Süd-Ertrag nur von 1.047 auf 1.055 kWh je kWp. Wer dagegen nur nach Osten oder Westen belegen kann, verliert rund 20 % gegenüber Süden. Steht der First eines Reihenhauses in Nord-Süd-Richtung, lohnt es sich deshalb meist, beide Dachseiten zu nutzen, statt nur eine zu belegen.
Modellrechnung für Kaarst: Doppelhaushälfte, Reihenhaus und Haus mit Ölkessel
Doppelhaushälfte mit Süddach, 9 kWp
Angenommen wird eine Doppelhaushälfte aus den Siebzigern mit 35 Grad steilem Süddach und 9 kWp — fast genau der Median der Kaarster Gebäudeanlagen. Kein Speicher, 4.000 kWh Haushaltsstrom. PVGIS liefert dafür rund 9.500 kWh. Nutzt der Haushalt 1.200 kWh davon selbst (30 % seines Bedarfs), spart er bei 37 Cent je kWh rund 440 Euro. Die übrigen rund 8.300 kWh gehen für 7,7 Cent ins Netz und bringen rund 640 Euro. In Summe gut 1.080 Euro jährlich, Betriebskosten noch nicht abgezogen.
Reihenhaus, First Nord-Süd, 7 kWp
Angenommen wird ein Reihenmittelhaus, dessen Dachseiten nach Osten und Westen zeigen: 7 kWp, je zur Hälfte auf beiden Seiten, 35 Grad. Nach PVGIS sind das rund 5.820 kWh, dafür früher am Morgen und länger am Abend. Mit denselben 1.200 kWh Eigenverbrauch bleiben rund 440 Euro geringere Stromkosten; für 4.620 eingespeiste kWh kommen rund 360 Euro dazu. Zusammen etwa 800 Euro pro Jahr.
Freistehendes Haus mit Ölkessel, 10 kWp und Speicher
Angenommen wird ein frei stehendes Haus aus den Achtzigern, noch mit Ölheizung, 10 kWp auf dem Süddach, Speicher mit 10 kWh und 4.500 kWh Haushaltsstrom. PVGIS ergibt rund 10.560 kWh. Mit Speicher bleiben etwa 3.100 kWh im Haus; das deckt gut zwei Drittel des Bedarfs und spart rund 1.150 Euro. Für die restlichen 7.460 kWh zahlt Westnetz rund 570 Euro Vergütung. Ersetzt später eine Wärmepumpe den Ölkessel, wächst der Eigenverbrauch — Zählerplatz und Leitungen werden darauf gleich vorbereitet.
Die drei Häuser sind Annahmen, gebildet aus Haustypen, die im Kaarster Zensus 2022 oft vorkommen — es sind keine Kundenanlagen. Grundlagen: PVGIS 5.3 für Kaarst, Netzstrompreis 37 ct/kWh (BDEW 2026), Überschusseinspeisung 7,7 ct/kWh bis 10 kWp. Ein reales Dach weicht ab. Stand: Oktober 2026.
Genehmigung, Solarpflicht und Denkmalschutz in Kaarst
Einen Bauantrag brauchen Sie in Kaarst für die Dachanlage nicht. Die Landesbauordnung stellt Solaranlagen in, an und auf Dach- und Außenwandflächen verfahrensfrei, einschließlich der Veränderung, die sie am Erscheinungsbild des Hauses bewirken; ausgenommen sind nur Hochhäuser (§ 62 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 Buchst. a BauO NRW, Fassung ab 01.09.2026, abgerufen am 08.10.2026). Ohne Verfahren heißt aber nicht ohne Vorschriften: Alle übrigen öffentlich-rechtlichen Anforderungen muss die Anlage trotzdem erfüllen (§ 60 Abs. 2 BauO NRW).
Solarpflicht nach § 42a BauO NRW: Geht der Bauantrag für ein neues Wohngebäude nach dem 1. Januar 2025 ein, gehören Solarstrommodule auf die geeigneten Dachflächen. Für den Kaarster Bestand zählt Absatz 3 mehr: Beginnen die Arbeiten an einer vollständig erneuerten Dachhaut nach dem 1. Januar 2026, gilt die Pflicht für jedes Gebäude, auch für alte Häuser. Sie fällt weg, wenn sie mit anderen öffentlich-rechtlichen Pflichten kollidiert, technisch nicht machbar oder wirtschaftlich unvertretbar ist; bei unbilliger Härte kann man eine Befreiung beantragen. Gebäude bis 50 m² Nutzfläche sind nicht betroffen. In Kaarst stammen 7.659 Wohngebäude aus den Jahren 1950 bis 1989, und bei vielen davon wird die Neueindeckung in absehbarer Zeit fällig. Dann gehören Dachdecker und Solaranlage in einen gemeinsamen Zeitplan mit einem einzigen Gerüst.
Denkmalschutz: Auf der Denkmalliste der Stadt Kaarst (Stand 08.07.2026) stehen 50 Baudenkmäler. Überwiegend sind das Kirchen, Wegekreuze und Bildstöcke, zwei Windmühlen in Büttgen und alte Höfe wie der Husemeshof, der Hausmannshof, der Pannenbeckerhof in Holzbüttgen oder der Tuppenhof in Vorst. Wohnhäuser sind die Ausnahme; einzelne finden sich an der Kaiser-Karl-Straße, der Kirchstraße und der Mittelstraße in Kaarst-Mitte.
Ist das Haus selbst ein Denkmal oder steht die Anlage so nah an einem, dass sie dessen Erscheinungsbild berühren kann, braucht sie die Erlaubnis der Unteren Denkmalbehörde (§ 9 Abs. 1 und 2 DSchG NRW). Das Gesetz gibt dafür die Richtung vor: Die Behörde muss erlauben, wenn der Denkmalschutz nicht entgegensteht, und dabei Klimaschutz und erneuerbare Energien angemessen gewichten (Abs. 3). Eine Satzung für einen Denkmalbereich in Kaarst haben wir nicht gefunden (Stand Oktober 2026). Ihre Adresse gleichen wir vor dem Angebot mit der Liste ab.
PV, Speicher und Wallbox für das Kaarster Haus
Belegung nach Haustyp
Reihenhaus mit schmaler Süd- oder Ost-West-Fläche, Doppelhaushälfte mit Gaube, frei stehendes Haus mit voll belegtem Dach: Sie sehen mehrere Belegungen mit ihrem jeweiligen PVGIS-Ertrag für Kaarst im Vergleich statt einer Anlage von der Stange.
Speicher erst, wenn er sich trägt
Liegt die Anlage um den Kaarster Median von 8,9 kWp und gibt es weder Wärmepumpe noch E-Auto, rechnet sich ein großer Speicher oft nicht. Ob er bei Ihnen passt, entscheiden Ihre Zählerstände, nicht eine Faustregel.
Wallbox mit Überschussladen
Parkt das Auto tagsüber zu Hause, tankt es den Solarstrom, für den es beim Einspeisen nur 7,70 Cent gäbe. Kommt es erst abends heim, hängt die Ladung davon ab, was im Speicher übrig ist.
Was eine Solaranlage auf Kaarster Dächern kostet
Für 10 kWp schlüsselfertig rechnen Sie in Kaarst mit 14.400 bis 19.400 Euro, mit Speicher mit 17.800 bis 24.100 Euro. Die typische Kaarster Gebäudeanlage ist mit 8,9 kWp (Median) etwas kleiner und liegt damit am unteren Ende. Für die 19 km Fahrstrecke vom Lager Krefeld berechnen wir nichts extra. Der Einstieg bei Volt liegt bei 10.000 € schlüsselfertig; 10 kWp mit 8-kWh-Speicher gibt es ab 12.999 €.
| Anlagengröße | ohne Speicher | mit Speicher |
|---|---|---|
| 9 kWp (Kaarster Median) | 13.600–18.300 € | 17.000–23.000 € |
| 10 kWp | 14.400–19.400 € | 17.800–24.100 € |
| 12 kWp | 15.800–21.300 € | 19.200–26.000 € |
| 14 kWp (frei stehendes Haus) | 17.200–23.200 € | 20.600–27.900 € |
Enthalten: Planung, Montage, Wechselrichter, Kabel auf Gleich- und Wechselstromseite, Anmeldung bei Westnetz, Inbetriebnahme. Auf Anlagen an Wohngebäuden fallen 0 % Umsatzsteuer an (§ 12 Abs. 3 UStG). Spannen aus unserer Richtpreisformel, gerechnet mit 4.000 kWh Jahresverbrauch und rund 10 kWh Speicher.
Den Preis in Kaarst bewegt selten die Statik, häufiger das Alter der Eindeckung: Bei einem Siebziger-Jahre-Dach stellt sich die Frage, ob die Pfannen noch 25 Jahre mitmachen. Gerüst, neuer Zählerschrank oder Dacharbeiten führen wir deshalb als eigene Positionen im Angebot auf, damit sie nicht erst in der Schlussrechnung auftauchen.
Einspeisevergütung für Anlagen bis 10 kWp mit Inbetriebnahme ab 01.08.2026: 7,70 ct/kWh bei Überschusseinspeisung, 12,22 ct/kWh bei Volleinspeisung (Einspeisevergütung 2026). Ein Kaarster Haushalt, der selbst Strom verbraucht, fährt mit Überschusseinspeisung fast immer besser, weil jede eigene Kilowattstunde 37 Cent Netzstrom spart.
Förderung in Kaarst: Was 2026 noch übrig ist
Steuern: 0 % beim Kauf, 0 € auf den Ertrag
Für Anlage, Speicher und Montage berechnen wir keine Umsatzsteuer (§ 12 Abs. 3 UStG), und Erträge aus Anlagen bis 30 kWp bleiben einkommensteuerfrei (§ 3 Nr. 72 EStG). Bei einem Kaufpreis von 13.000 Euro macht allein der Nullsteuersatz rund 2.500 Euro aus — mehr, als je eines der beendeten Balkonprogramme von Stadt oder Kreis pro Haushalt gezahlt hat.
Stadt und Kreis: Stecker-PV-Töpfe leer
Die Stadt Kaarst hat ihr Kontingent von 200 Anträgen für Stecker-PV vergeben und nimmt keine neuen Anträge mehr an. Beim Rhein-Kreis Neuss meldet das Antragsportal für Steckersolar: „Die Antragsmittel sind aufgebraucht!“ (abgerufen am 08.10.2026). Schon zum 30.04.2025 hatte der Kreis die damaligen 100.000 Euro als ausgeschöpft gemeldet, bei 966 bewilligten von 1.023 Anträgen (Pressemeldung). Einen Zuschuss für Dachanlagen bieten weder Stadt noch Kreis an, Stand Oktober 2026.
Land: progres.nrw ohne Privatdach
Für Photovoltaik auf dem Dach eines privaten Wohnhauses oder einen Heimspeicher gibt es in progres.nrw Klimaschutztechnik 2026 keinen Baustein. Die Bausteine für Fassaden-PV, PV-Carports und Hauselektrik in Mehrparteienhäusern stehen zwar in der Richtlinie, die Bezirksregierung Arnsberg hat die Antragstellung dafür aber ausgesetzt (Stand 08.10.2026). Den aktuellen Überblick führen wir unter Förderung NRW.
KfW 270 und Einspeisevergütung
Mit dem Programm 270 der KfW lassen sich Anlage und Speicher über einen zinsgünstigen Kredit bezahlen; der Antrag läuft über die Hausbank und muss vor der Auftragsvergabe gestellt sein. Die Einspeisevergütung nach EEG ist für 20 Jahre festgeschrieben.
Vom Luftbild bis zur Westnetz-Meldung: der Ablauf in Kaarst
Dach ansehen
Zuerst Luftbild, Solarkataster der Stadt und Kaarster Denkmalliste, danach der Termin am Haus. Stammt das Dach aus 1950 bis 1989, nehmen wir die Eindeckung unter die Lupe, bevor gerechnet wird.
Rechnen mit Ihren Zahlen
Süd- oder Ost-West-Belegung, jeweils mit PVGIS-Ertrag für Kaarst, Eigenverbrauch und Amortisation im Vergleich. Ob ein Speicher passt, entscheiden Ihre Zählerstände.
Anschluss bei Westnetz
Der eingetragene Elektroinstallateur stellt die Anschlussanfrage mit Standort, Leistung und Wechselrichterdaten. Hat Westnetz zugesagt, melden wir uns mit dem Montagetermin.
Montage, Zähler, Register
Die Montage dauert ein bis zwei Tage. Danach wird der Zähler getauscht, die Anlage kommt innerhalb eines Monats ins Register der Bundesnetzagentur, und Westnetz erhält die Angaben für die Vergütung.
Häufige Fragen zu Photovoltaik in Kaarst
Bei der Westnetz GmbH. Das Grundversorger-Register des Landes führt sie für den Gemeindeschlüssel 05162016 als Stromnetzbetreiber, und laut Marktstammdatenregister hängen 100 Prozent der 3.125 Kaarster Anlagen am Netz der Westnetz GmbH. Die Stadtwerke Kaarst sind Gas- und Stromlieferant, die E.ON Energie Deutschland ist Grundversorger — mit der Anmeldung haben beide nichts zu tun.
Für Dachanlagen nein. Die Stadt hat ihr Stecker-PV-Kontingent vergeben, das Steckersolar-Portal des Kreises meldet aufgebrauchte Mittel, und progres.nrw kennt keinen Baustein für private Dach-PV oder Heimspeicher (Stand Oktober 2026). Was bleibt: keine Umsatzsteuer beim Kauf, keine Einkommensteuer auf Erträge bis 30 kWp, der KfW-Kredit 270 und die Einspeisevergütung.
Meistens ja. § 42a Abs. 3 BauO NRW erstreckt die Pflicht auf jede vollständige Erneuerung der Dachhaut, deren Arbeiten nach dem 1. Januar 2026 beginnen. Keine Pflicht besteht, wenn die Anlage technisch nicht geht, wirtschaftlich unvertretbar ist oder anderen öffentlich-rechtlichen Pflichten widerspricht; bei unbilliger Härte hilft ein Befreiungsantrag. Am günstigsten kommen Dacharbeiten und Solaranlage mit demselben Gerüst.
Auf Eindeckung und Zählerschrank. In Kaarst gehören 43,0 % der Gebäude mit Wohnraum zu diesen Baujahren, ihre Dächer sind heute 37 bis 56 Jahre alt. Hält die Eindeckung keine 25 Jahre mehr, kommt die Erneuerung vor die Montage. Ein neuer Zählerschrank kostet 1.200 bis 2.500 Euro und steht als eigene Position im Angebot. Läuft noch eine Ölheizung, bereiten wir den Zählerplatz gleich auf eine Wärmepumpe vor.
Meist ja. Für 7 kWp auf einem Reihenhaus ergibt PVGIS rund 7.390 kWh auf einem Süddach und rund 5.820 kWh, wenn Ost- und Westseite belegt sind. Mit 1.200 kWh Eigenverbrauch wie in unserer Modellrechnung sind das etwa 920 bzw. 800 Euro Ersparnis plus Vergütung pro Jahr, vor Betriebskosten. Seit die 1,25-Meter-Regel zur Brandwand 2024 aus § 32 Abs. 5 BauO NRW gestrichen ist, passt auf die schmale Dachhälfte mehr Modulfläche.
Eine Baugenehmigung nicht, denn Solaranlagen auf Dächern sind nach § 62 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 Buchst. a BauO NRW verfahrensfrei. Eine Erlaubnis der Unteren Denkmalbehörde nach § 9 DSchG NRW ist nötig, wenn das Haus ein Baudenkmal ist oder die Anlage das Erscheinungsbild eines nahen Denkmals berühren kann. Die 50 Einträge der Kaarster Denkmalliste sind überwiegend Höfe, Kirchen und Wegekreuze, Wohnhäuser kommen nur vereinzelt vor. Ihre Adresse prüfen wir vor dem Angebot.
PVGIS 5.3 rechnet für Kaarst mit 1.056 kWh je kWp auf einem 35 Grad steilen Süddach. Nach Südosten sind es 998, nach Südwesten 986, nach Osten 839 und nach Westen 823 kWh je kWp. 10 kWp nach Süden erzeugen also rund 10.560 kWh im Jahr, davon rund 1.290 kWh im Juni und rund 300 kWh im Dezember.
Es bewertet jedes Kaarster Dach einzeln und ist ein guter erster Anhaltspunkt. Grundlage sind laut Stadt aber Laserscandaten von 2008; Häuser, Gauben und Anbauten, die später entstanden sind, bildet es deshalb nicht verlässlich ab. Für die Planung rechnen wir mit aktuellem Luftbild und PVGIS. Eine kostenlose, unabhängige Erstberatung bietet die Stadt zusätzlich in der Verwaltungsdienststelle Büttgen an.
PV in der Nähe
Im Rhein-Kreis Neuss wechselt der Netzbetreiber teils von Stadt zu Stadt. Die Nachbarseiten nennen jeweils den zuständigen.