Vollflächig belegtes Flachdach eines Lebensmittelmarkts, darunter der Kundenparkplatz
Photovoltaik · Supermarkt und Einzelhandel · Kälte, Licht, Ladepunkte

Die Kühlung kennt keinen Feierabend. Und keinen Sonntag.

Im Lebensmitteleinzelhandel treffen Erzeugung und Verbrauch so genau aufeinander wie in kaum einer anderen Branche: Die Kälte läuft durch, die Beleuchtung folgt den Öffnungszeiten, und die Lüftung dreht an genau den Tagen auf, an denen das Dach am meisten liefert. Deshalb sind die Eigenverbrauchsquoten hier die höchsten, die wir sehen.

Stand: September 2026 · Fachlich geprüft von Viktor Kushnir, Geschäftsführer · Alle Angaben ohne Gewähr
52 %
Anteil der Kältetechnik am Stromverbrauch im Lebensmittelhandel (EHI-Studie 2025, Verbrauchsjahr 2024)
289 kWh/m²
Stromverbrauch je Quadratmeter Verkaufsfläche im Food-Handel 2024, 2018 waren es 317
20 %
Anteil der Beleuchtung, Klimatisierung und Lüftung kommen auf weitere 9 Prozent
100 kW
ab dieser Leistung muss der Netzbetreiber die Ist-Einspeisung abrufen können (§ 9 EEG)
Der ehrliche Kern

Hier passt es tatsächlich zusammen

Auf den meisten dieser Seiten steht eine schlechte Nachricht. Hier nicht. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme nennt als Merkmal von Betrieben mit besonders hohen Eigenverbrauchswerten, dass ihr Verbrauchsprofil am Wochenende nicht wesentlich einbricht, und führt den Einzelhandel ausdrücklich in dieser Aufzählung (Harry Wirth, Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland, 20. August 2026).

Die Verteilung des Verbrauchs ist gut belegt. Das EHI Retail Institute weist für das Verbrauchsjahr 2024 die Kältetechnik als größten Posten mit 52 Prozent des Stroms aus, gefolgt von Beleuchtung mit 20 und Klimatisierung samt Lüftung mit 9 Prozent; je Quadratmeter Verkaufsfläche lag der Verbrauch im Food-Handel bei 289 Kilowattstunden gegenüber 317 im Jahr 2018 (EHI-Studie Energiemanagement im Einzelhandel 2025). Die Zuordnung zu den Tagesstunden in der folgenden Tabelle stammt aus unseren Projekten.

Verbraucher im Lebensmittelmarkt, ihre Betriebszeit und die Deckung durch die eigene Anlage
VerbraucherBetriebszeitDeckung durch die eigene Anlage
Normalkühlung in Regalen und Thekendurchgehend, im Sommer mit längerer Verdichterlaufzeittagsüber vollständig, nachts nur über einen Speicher
Tiefkühlungdurchgehend, thermisch deutlich trägertagsüber vollständig; gezieltes Vorkühlen am Mittag möglich
Verkaufsraum- und Außenbeleuchtungmit den Öffnungszeiten, Vorlauf ab dem frühen Morgenim Sommer nahezu durchgängig, im Winter Randstunden aus dem Netz
Lüftung und Klimatisierungsteigt mit der Außentemperaturdie höchste Deckungsgleichheit im Haus — beide folgen derselben Sonne
Backstation und Aufbackofenmorgens stark, danach über den Tag verteiltab dem späten Vormittag vollständig
Ladepunkte auf dem Kundenparkplatzmit den Öffnungszeiten, Spitze am Nachmittaggut, solange nicht mehrere Schnelllader gleichzeitig ziehen
Zweimal dieselbe Anlage

Die Kälte, die Sie erzeugen, heizt Ihren Markt

Eine Verbundkälteanlage schiebt die dem Kühlgut entzogene Wärme nach draußen — und dieselbe Wärme fehlt im Winter drinnen. Moderne Anlagen führen sie deshalb über Wärmerückgewinnung in die Raumheizung und die Warmwasserbereitung zurück. Wird dabei Kohlendioxid als Kältemittel eingesetzt, sind die nutzbaren Temperaturen hoch genug, um eine getrennte Heizung ganz oder teilweise zu ersetzen.

Dass der Handel in diese Richtung geht, ist kein Zufall: Die Verordnung (EU) 2024/573 über fluorierte Treibhausgase schreibt den schrittweisen Ausstieg aus klimawirksamen Kältemitteln vor, und das EHI beziffert den Anteil der Kältetechnik an den Effizienzinvestitionen des Lebensmittelhandels auf 60 Prozent. Für die Solarplanung heißt das: Wenn ohnehin an der Kälteanlage gearbeitet wird, gehört die Photovoltaik in denselben Vorgang — die Steuerung, die den Verdichter mittags vorlaufen lässt, ist dann eine Einstellung und kein Nachrüstprojekt.

Kälte ist der günstigste Speicher, den Sie haben. Ein Tiefkühlraum, der mittags um ein Grad tiefer gefahren wird, hält abends länger durch. Das ist keine Batterie, kostet aber auch nichts — und ist in einem Markt mit großem Kältepark oft wirksamer als die ersten zehn Kilowattstunden Speicherkapazität.

Die Fläche daneben

Der Parkplatz ist die zweite Hälfte der Rechnung

Ladepunkte an einem Lebensmittelmarkt passen zeitlich hervorragend: Geladen wird während des Einkaufs, also mitten am Tag. Sie bringen aber eine juristische Unterscheidung mit, die vor dem ersten Angebot geklärt sein will. Ein Ladepunkt, den jeder Kunde ohne vorherige Anmeldung nutzen kann, ist öffentlich zugänglich; für ihn gelten die Ladesäulenverordnung und die Anforderungen des Mess- und Eichrechts an die Abrechnung. Ein Ladepunkt nur für Beschäftigte hinter der Schranke fällt nicht darunter, kann dafür aber als steuerbare Verbrauchseinrichtung eingeordnet werden.

Technisch entscheidet die Summenleistung. Zwei Wechselstromladepunkte laufen nebenher; ein Gleichstromlader ab fünfzig Kilowatt ist ein eigener Vorgang, weil er den Anschluss belastet wie eine weitere Kälteanlage. Wir rechnen den Ladepark deshalb gemeinsam mit der Solaranlage und dem vorhandenen Anschluss durch — und empfehlen im Zweifel ein Lastmanagement, bevor eine Verstärkung beantragt wird. Wer zusätzlich ein Carport über den Stellplätzen erwägt, bekommt Fläche und Wetterschutz in einem, zahlt aber deutlich mehr je Kilowatt als auf dem Hallendach.

Größe und Regelwerk

Über hundert Kilowatt ändern sich die Spielregeln

Ein Vollsortimenter mit 1.500 Quadratmetern Verkaufsfläche hat ein Dach, das mühelos über hundert Kilowatt trägt. Ab dieser installierten Leistung verlangt § 9 EEG, dass der Netzbetreiber die Ist-Einspeisung jederzeit abrufen und die Leistung ferngesteuert reduzieren kann. Zwischen fünfundzwanzig und hundert Kilowatt genügt die ferngesteuerte Reduzierung; ohne intelligentes Messsystem bleibt in der festen Vergütung die Begrenzung auf sechzig Prozent am Verknüpfungspunkt — was bei Ihrem Verbrauchsprofil weniger schmerzt als bei anderen, weil ohnehin wenig eingespeist wird.

Genau das ist der Punkt: Bei Deckungsquoten, wie sie im Lebensmittelhandel erreichbar sind, spielt die Einspeisevergütung eine Nebenrolle. Gerechnet wird über den vermiedenen Bezug. Preise nennen wir nach dem Aufmaß und als Spanne, weil Dachaufbau, Trassenlänge und der Zustand der Hauptverteilung die Kosten bestimmen; zur groben Einordnung aus dem privaten Bereich liegen zehn Kilowatt Peak schlüsselfertig bei 14.400 bis 19.400 Euro und mit zehn Kilowattstunden Speicher bei 17.800 bis 24.100 Euro, jeweils als Endpreis einschließlich Umsatzsteuer gemäß § 3 der Preisangabenverordnung.

Wie schnell sich eine Marktanlage trägt, hängt an Kältepark, Öffnungszeiten und Arbeitspreis. Wir rechnen mit Ihren Werten, und das Ergebnis bleibt eine Modellrechnung, keine Zusage.

So gehen wir vor

Vier Schritte ohne einen Tag Schließung

01

Kältepark und Lastgang

Verdichterleistung, Laufzeiten und Viertelstundenwerte zusammen auswerten — die Kälte bestimmt die Anlagengröße.

02

Dach und Parkplatz gemeinsam

Belegung des Hallendachs, Lastreserve, dazu die Frage, ob Ladepunkte im selben Zug entstehen sollen.

03

Anschluss und Anmeldung

Netzverträglichkeitsanfrage, Steuerbarkeit nach § 9 EEG, Messkonzept und Termin für den Zweirichtungszähler.

04

Montage außerhalb der Öffnung

Anlieferung und Kranarbeiten vor Ladenöffnung, Abschaltungen nachts. Danach Abnahme und Einweisung der Marktleitung.

Häufige Fragen · Einzelhandel

Was uns Marktbetreiber zuerst fragen

Welche Eigenverbrauchsquote ist in einem Markt realistisch? +

Höher als fast überall sonst, weil die Kälte durchläuft und der Verbrauch am Wochenende nicht einbricht. Eine seriöse Zahl nennen wir trotzdem erst nach Auswertung Ihres Lastgangs, denn Kältepark, Öffnungszeiten und Dachgröße verschieben das Ergebnis erheblich. Pauschale Versprechen sind an dieser Stelle wertlos.

Brauchen wir überhaupt einen Batteriespeicher? +

Oft später als gedacht. Erst sollte die Kälte als thermischer Speicher genutzt werden: Vorkühlen in der Mittagszeit verschiebt Verdichterarbeit kostenlos. Eine Batterie lohnt sich danach vor allem für die Nachtstunden und für das Kappen von Leistungsspitzen, nicht für die Grundversorgung am Tag.

Lohnen sich Ladepunkte auf unserem Kundenparkplatz? +

Zeitlich passen sie gut, weil während der Öffnungszeiten geladen wird. Rechtlich hängt viel daran, ob die Punkte öffentlich zugänglich sind: Dann greifen Ladesäulenverordnung und Mess- und Eichrecht. Technisch entscheidet die Summenleistung, ob Ihr Anschluss reicht oder ein Lastmanagement nötig wird.

Können wir die Abwärme der Kälteanlage nutzen? +

In modernen Verbundanlagen ist die Wärmerückgewinnung Standard und deckt einen erheblichen Teil des Heizbedarfs. Mit Kohlendioxid als Kältemittel liegen die nutzbaren Temperaturen hoch genug für Raumheizung und Warmwasser. Das senkt den Wärmebedarf, nicht den Strombedarf — beides gehört getrennt gerechnet.

Muss unsere Anlage ferngesteuert abregelbar sein? +

Ab hundert Kilowatt installierter Leistung verlangt § 9 EEG den Abruf der Ist-Einspeisung und die ferngesteuerte Reduzierung. Zwischen fünfundzwanzig und hundert Kilowatt genügt die Reduzierbarkeit. Ohne intelligentes Messsystem bleibt in der festen Vergütung die Begrenzung auf sechzig Prozent am Verknüpfungspunkt bestehen.

Stört die Montage den Verkauf? +

Planbar nein. Anlieferung und Kranarbeiten legen wir vor die Ladenöffnung, Abschaltungen an der Hauptverteilung in die Nachtstunden. Kritisch ist allein die Kälte: Jede Unterbrechung stimmen wir vorher mit Ihrem Kältedienstleister ab, damit keine Ware gefährdet wird und die Temperaturprotokolle sauber bleiben.

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BäckereiKälte am Tag, Öfen in der Nacht LogistikhalleViel Dach, wenig eigener Verbrauch EigenverbrauchLasten gezielt in die Mittagszeit legen
Nächster Schritt

Wir fangen bei Ihrer Kälteanlage an

Schicken Sie uns den Lastgang des Marktes und das Datenblatt der Verbundanlage. Daraus entsteht eine Auslegung, die Kälte, Licht und Ladepunkte gemeinsam betrachtet — mit einer nachvollziehbaren Deckungsrechnung.

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