120 kWp Logistikhalle Halle (Saale).
So sieht eine 120-kWp-Anlage auf dem Dach einer Logistikhalle in Halle (Saale) aus: 267 Module, drei Wechselrichter, kein Speicher — weil der Zwei-Schicht-Betrieb den Strom tagsüber selbst braucht.
Beispielanlage: So planen wir ein typisches Projekt dieser Art. Haushalt, Verbrauch und Zahlen sind ein Rechenbeispiel, keine Kundenreferenz.
Die Herausforderung
Ein überregional tätiges Logistikunternehmen mit Hauptsitz in Halle (Saale) betreibt eine 2.800 Quadratmeter große Logistikhalle im Gewerbegebiet Halle-Ost. Der Betrieb läuft im Zwei-Schicht-System von 5 Uhr morgens bis 22 Uhr und verbraucht jährlich rund 135.000 kWh Strom — primär für Beleuchtung, Fördertechnik, Kühlanlagen und IT-Infrastruktur. Die Stromrechnung lag zuletzt bei über 40.000 Euro pro Jahr.
Das Trapezblechdach der Halle bietet eine zusammenhängende Fläche von rund 2.500 Quadratmetern ohne nennenswerte Aufbauten. Lediglich vier Lichtkuppeln und zwei Entlüftungsschächte unterbrechen die Dachfläche. Die Dachneigung von 5 Grad in Süd-Richtung ist für eine PV-Belegung mit leichter Aufständerung bestens geeignet. Die Stahlkonstruktion des Daches wurde im Vorfeld von einem Statiker geprüft und für die zusätzliche Last der PV-Anlage freigegeben.
Das Unternehmen entschied sich bewusst gegen einen Speicher: Bei einem Autarkiegrad von 85 Prozent — bedingt durch den hohen und konstanten Grundlastverbrauch — wäre ein Speicher wirtschaftlich nicht sinnvoll gewesen. Der wenige überschüssige Strom wird eingespeist. Stattdessen wurde das Budget vollständig in die maximale Modulbelegung investiert, um den höchstmöglichen Ertrag aus der verfügbaren Dachfläche zu erzielen.
Maximale Dachbelegung für maximalen Ertrag
Mit 267 Trina Vertex S+ 450Wp Modulen haben wir die verfügbare Dachfläche optimal ausgenutzt. Die Trina Vertex S+ Module wurden in sechs Strings aufgeteilt und in Süd-Aufständerung mit 12 Grad Neigung installiert. Die n-Typ-Topcon-Zellen der Vertex S+ Serie liefern auch bei den in Halle (Saale) typischen diffusen Lichtverhältnissen im Winter hervorragende Erträge und weisen mit minus 0,29 Prozent pro Grad einen besonders niedrigen Temperaturkoeffizienten auf — wichtig, da Trapezblechdächer an Sommertagen deutlich heißer werden als Ziegeldächer.
Drei Huawei SUN2000-40KTL Wechselrichter bilden das Herzstück der Anlage. Die 40-kW-Klasse wurde gewählt, weil sie das optimale Verhältnis von Kosten zu Effizienz bietet und über jeweils vier MPPT-Tracker verfügt. So können die sechs Modulstrings individuell optimiert werden, was besonders bei der leichten Verschattung durch die Lichtkuppeln relevant ist. Das Huawei SmartLogger 3000A System aggregiert die Daten aller drei Wechselrichter und stellt sie über die FusionSolar-Plattform in einem zentralen Dashboard dar.
Die Montage erfolgte in zwölf Arbeitstagen. Um den laufenden Logistikbetrieb nicht zu beeinträchtigen, wurde die gesamte Materialanlieferung über die Rückseite der Halle abgewickelt. Die Module wurden per Kran aufs Dach gehoben und dort an zwei Stellen gleichzeitig verlegt. Die Elektroinstallation im Inneren der Halle erfolgte ausschließlich in den betriebsfreien Nachtstunden. Der Netzanschluss wurde in enger Koordination mit den Stadtwerken Halle und dem zuständigen Netzbetreiber Mitnetz Strom realisiert.
- 267x Trina Vertex S+ 450Wp in Süd-Aufständerung auf Trapezblechdach
- 3x Huawei SUN2000-40KTL mit insgesamt 12 MPPT-Trackern
- Huawei SmartLogger 3000A für zentrales Monitoring
- Sechs optimierte Modulstrings mit individueller MPPT-Zuordnung
- Kran-Montage ohne Beeinträchtigung des Logistikbetriebs
- Elektroinstallation in betriebsfreien Nachtschichten
Was eine solche Anlage erwarten lässt
Rechnerischer Jahresertrag bei dieser Ausrichtung. Ob sich die Anlage in fünf oder in zwölf Jahren bezahlt macht, entscheidet das Lastprofil: Wer tagsüber produziert oder kühlt, verbraucht einen großen Teil selbst, ein Lager mit wenig Tagesbedarf speist das meiste ein. Wir rechnen die Wirtschaftlichkeit mit dem Lastgang aus Ihrem Zähler, nicht mit einem Durchschnitt.