Sechs Wochen Ferien. Im hellsten Teil des Jahres.
Keine andere Gebäudeart hat ihren Stillstand so präzise dort, wo der Ertrag am größten ist. Wer eine Schulanlage über den Jahresverbrauch auslegt, verkauft im Juli Strom für wenige Cent, den er im Januar für das Vielfache zurückkaufen muss. Diese Seite handelt von dieser Lücke — und davon, was trotzdem geht.
Erzeugung und Unterricht laufen gegeneinander
Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme beschreibt in seiner Faktensammlung, wann gewerbliche Verbraucher hohe Eigenverbrauchswerte erreichen: dann, wenn ihr Verbrauchsprofil am Wochenende nicht wesentlich einbricht — genannt werden Kühlhäuser, Hotels, Krankenhäuser, Rechenzentren und der Einzelhandel (Harry Wirth, Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland, Fassung vom 20. August 2026). Eine Schule ist die exakte Gegenprobe: Ihr Profil bricht am Wochenende ein, an Feiertagen, in den Herbstferien, zu Weihnachten, an Ostern — und dann noch einmal sechs Wochen am Stück im Hochsommer.
Dazu kommt die zweite Schere: Dieselbe Quelle beziffert die mittlere Abweichung der monatlichen PV-Erzeugung vom gleitenden Jahreswert auf 53 Prozent. Der Ertrag ist also im Sommer ein Vielfaches des Winterertrags — genau dann, wenn in den Fluren niemand steht.
| Zeitraum | Solarertrag | Schulbetrieb | Was daraus folgt |
|---|---|---|---|
| Januar und Februar | Jahresminimum | voller Unterricht, Licht und Lüftung durchgehend | höchster Bedarf, geringste Deckung — hier hilft nur Netzbezug |
| März bis Mai | stark steigend | voller Betrieb, unterbrochen von zwei Wochen Osterferien | die wirtschaftlich beste Zeit des Schuljahres |
| Juni bis Ferienbeginn | Jahresmaximum | Unterricht, Prüfungen, Sporthalle | hohe Deckung, spürbarer Mittagsüberschuss |
| Sommerferien | weiterhin Maximum | Hausmeister, Serverraum, Reinigung, Bauarbeiten | nahezu alles wandert in die Einspeisung |
| September und Oktober | fallend, noch ergiebig | voller Betrieb, Ganztag, Vereinssport am Abend | zweitbeste Phase, gute Deckung |
| November und Dezember | nahe null | voller Betrieb bis zu den Weihnachtsferien | die Anlage trägt kaum etwas bei |
Die Einordnung des Schulbetriebs stammt aus unseren Projekten; die Ertragsverläufe folgen den oben genannten Veröffentlichungen. Zusammen erklären sie, warum eine Schulanlage kleiner ausfällt, als die Dachfläche hergäbe.
Mensa und Sporthalle retten die Rechnung
Klassenräume verbrauchen wenig: Licht, ein Bildschirm, im Sommer nichts. Der Strom steckt anderswo. Eine Mensaküche mit Konvektomat, Spülstraße und Kühlung zieht genau zwischen elf und vierzehn Uhr, also mitten in der Erzeugungsspitze — sie ist der beste Verbraucher, den eine Schule hat. Dazu kommen die Lüftungsanlagen, die seit den Sanierungswellen in vielen Häusern durchlaufen, und der Serverraum, der als einziger auch in den Ferien arbeitet.
Die Sporthalle verlängert den Tag nach hinten: Vereinsbetrieb bis in den Abend bedeutet Hallenbeleuchtung und Lüftung zu einer Zeit, in der vom Dach nichts mehr kommt. Das ist kein Nachteil — es ist ein Argument für einen kleinen Speicher, der den Mittagsüberschuss in den Abend trägt, statt ihn für wenige Cent abzugeben. Ob sich das rechnet, hängt daran, wie viele Abende im Jahr tatsächlich belegt sind. Wir zählen das nach, statt es anzunehmen.
Kleiner bauen oder bewusst einspeisen
Aus dem Ferienloch folgen zwei saubere Wege, und beide sind besser als eine geschönte Rechnung. Der erste: Die Anlage wird auf den Bedarf während des Schuljahres zugeschnitten. Sie bleibt kleiner als die Dachfläche, erreicht dafür eine hohe Deckung und amortisiert sich über vermiedenen Strombezug. Der zweite: Das Dach wird voll belegt und der Sommerüberschuss von vornherein als Einspeisung eingeplant — sinnvoll dort, wo der Schulträger ohnehin Erzeugungskapazität aufbauen will.
Eine dritte Möglichkeit gibt es nur, wenn die Zählerstruktur mitspielt: Liegt eine Turnhalle, eine benachbarte Kita oder ein Hort hinter demselben Netzverknüpfungspunkt, verteilt sich der Sommerüberschuss auf mehr Abnehmer. Das ist der erste Punkt, den wir prüfen — noch vor der Dachstatik, weil er über die Anlagengröße entscheidet.
Ein Speicher ist hier kein Selbstläufer. Batterien verdienen ihr Geld über tägliche Zyklen. In sechs Wochen Ferien lädt und entlädt ein Speicher kaum, weil abends nichts abgenommen wird. Wir rechnen die Kapazität deshalb aus den Abendbelegungen der Halle und aus dem Ganztagsbetrieb — nicht aus der Anlagengröße.
Die Anlage kann Unterrichtsgegenstand sein
Eine Schulanlage hat etwas, das eine Lagerhalle nie haben wird: ein Publikum, das lernen soll. Ein Monitor im Foyer mit aktueller Leistung, Tagesertrag und vermiedenem Kohlendioxid kostet wenig und macht abstrakte Zahlen sichtbar. Interessanter ist der Zugang zu den Messdaten selbst: Viertelstundenwerte über ein Schuljahr sind Material für Physik, Mathematik, Geografie und Informatik — echte Daten aus dem eigenen Haus statt eines Lehrbuchbeispiels.
Praktisch heißt das, das Monitoring so einzurichten, dass Lehrkräfte ohne Administratorrechte an Exportdateien kommen, und die Anlage beim Aufbau nicht zu verstecken. Wir richten den Zugang bei der Übergabe mit ein, wenn die Schule das möchte — es ist ein Konfigurationsschritt, keine Zusatzinvestition.
Entschieden wird beim Schulträger, nicht im Lehrerzimmer
Schulgebäude gehören in aller Regel der Kommune oder dem Landkreis. Damit gelten für die Beschaffung dieselben Regeln wie für jede andere kommunale Investition — von den Wertgrenzen bis zur Frage, ob ein Contracting-Vertrag haushaltsrechtlich wie eine Kreditaufnahme behandelt wird. Was dabei zu beachten ist, haben wir auf der Seite zu kommunalen Liegenschaften zusammengestellt.
Ein Punkt erleichtert die Rechnung: Der Nullsteuersatz des § 12 Abs. 3 UStG erfasst neben Wohngebäuden auch solche, die dem Gemeinwohl dienenden Tätigkeiten gewidmet sind. Ein Schulgebäude fällt darunter, sodass auf Lieferung und Installation keine Umsatzsteuer anfällt. Für einen Träger ohne Vorsteuerabzug ist das keine Formalie, sondern bares Geld.
Preise nennen wir für Schulgebäude erst nach dem Aufmaß, weil Dachaufbau, Kabelwege durch bewohnte Geschosse und der Zustand der Verteilung stark streuen. Zur Einordnung aus dem privaten Bereich: zehn Kilowatt Peak schlüsselfertig 14.400 bis 19.400 Euro, mit zehn Kilowattstunden Speicher 17.800 bis 24.100 Euro, jeweils Endpreise einschließlich Umsatzsteuer nach § 3 der Preisangabenverordnung. Jede Wirtschaftlichkeitsangabe ist eine Modellrechnung, keine Zusage.
Was uns Schulträger und Schulleitungen zuerst fragen
Ja, aber kleiner als gedacht. Die Ferien fallen in den ertragsstärksten Zeitraum, deshalb wandert dort fast alles in die Einspeisung. Wir legen die Anlage auf den Bedarf während des Schuljahres aus oder planen den Sommerüberschuss bewusst als Einspeisung ein — statt eine hohe Eigenverbrauchsquote zu versprechen.
Nein, und das sollte niemand behaupten. Batterien rechnen sich über tägliche Lade- und Entladezyklen. In den Ferien fehlt der abendliche Abnehmer, der Speicher steht still. Sinnvoll wird er dort, wo die Sporthalle regelmäßig bis in den Abend belegt ist oder ein Ganztagsbetrieb läuft.
Vor allem die Mensaküche mit Konvektomat, Spülstraße und Kühlung, dazu Lüftungsanlagen und der Serverraum. Klassenräume tragen wenig bei, weil dort außer Beleuchtung und einem Bildschirm kaum etwas läuft. Deshalb hängt die Auslegung stärker an der Mensa als an der Zahl der Klassenräume.
Wenn beide Gebäude hinter demselben Netzverknüpfungspunkt liegen, ja — und dann verbessert sich die Rechnung deutlich, weil sich der Überschuss auf mehr Abnehmer verteilt. Diese Zählerfrage prüfen wir vor allem anderen, weil sie über die sinnvolle Anlagengröße entscheidet.
Auf Gebäuden, die dem Gemeinwohl dienenden Tätigkeiten gewidmet sind, gilt der Nullsteuersatz nach § 12 Abs. 3 UStG für Lieferung und Installation von Anlage und Speicher. Ein Schulgebäude erfüllt diese Voraussetzung. Ob umgekehrt die Einspeisung eine Unternehmereigenschaft begründet, klärt die Kämmerei mit dem Finanzamt.
Ja, mit geringem Aufwand. Ein Anzeigemonitor im Foyer macht Leistung und Tagesertrag sichtbar, und ein Datenexport aus dem Monitoring liefert Viertelstundenwerte für Physik, Mathematik oder Informatik. Wir richten den Zugang bei der Übergabe ein, wenn die Schule ihn haben möchte.