Geltungsbereich

Die DIN 18015 (Teile 1–3) bildet die Planungsgrundlage für elektrische Anlagen in Wohngebäuden. Teil 1 behandelt die Planungsgrundlagen und Dimensionierung, Teil 2 definiert die Mindestausstattung an Stromkreisen und Steckdosen pro Raum, und Teil 3 regelt die Leitungsführung und Anordnung der Betriebsmittel. Die Norm gilt für Neubauten und umfassende Renovierungen.

Wichtigste Anforderungen

Der Wohnungsverteiler muss in Mehrraum-Wohnungen mindestens 4-reihig ausgeführt werden, um genügend Platz für Leitungsschutzschalter, FI-Schutzschalter und Überspannungsschutz zu bieten. Die Zuleitung zum Verteiler muss als 3L+N+PE mit mindestens 63 A ausgelegt sein.

Großverbraucher wie Waschmaschine, Trockner und E-Herd benötigen jeweils einen eigenen, separaten Stromkreis. Die Anzahl der Stromkreise und Steckdosen pro Raum richtet sich nach den RAL-Ausstattungswerten. Zusätzlich muss die FI-Aufteilung so geplant werden, dass der Ausfall eines einzelnen FI nicht alle Stromkreise der Wohnung abschaltet.

Praxisrelevanz für Hausbesitzer

Bei einem Zählerschranktausch im Rahmen einer PV-Installation muss der neue Verteiler mindestens 4-reihig sein. Eine Planungsreserve von 20 % freien Teilungseinheiten ist empfehlenswert — wenn Wallbox und Wärmepumpe dazukommen, reicht ein alter 2-reihiger Verteiler nicht mehr aus. Die DIN 18015 gibt vor, wie viele Stromkreise und Steckdosen mindestens vorhanden sein müssen.

Technische Details

Die RAL-RG 678 definiert drei Ausstattungsstufen: 1 Stern (Minimum) ist der absolute Mindeststandard — reicht für eine einfache Wohnung ohne besondere Anforderungen. 2 Sterne (Standard) bieten mehr Steckdosen, zusätzliche Stromkreise und eine zukunftsfähigere Planung. 3 Sterne (Komfort) umfassen umfangreiche Anschlüsse, Netzwerkvorbereitung und Platz für Smart-Home-Komponenten. Für Neubauten mit PV und Wallbox sollte mindestens 2 Sterne geplant werden.

Eine Teilungseinheit (TE) entspricht 18 mm Einbaubreite. Ein einpoliger Leitungsschutzschalter belegt 1 TE pro Pol. Ein 4-poliger FI-Schutzschalter benötigt 4 TE. Ein Überspannungsschutz (SPD) belegt 1–3 TE, ein Kombiableiter 3–6 TE. Eine Reihe im Verteiler fasst üblicherweise 12 TE. Ein 4-reihiger Verteiler bietet somit 48 TE — davon sollten 20 % als Reserve frei bleiben.

Der Ausfall eines einzelnen FI-Schutzschalters darf nicht alle Stromkreise der Wohnung abschalten. Die Lösung: Mindestens zwei FI verwenden und die Stromkreise aufteilen. Empfohlen wird ein FI für Beleuchtung und ein separater FI für Steckdosen-Stromkreise. Küche und Bad sollten eigene FI erhalten. Bei PV-Anlagen und Wallboxen kommen weitere FI hinzu. Die Selektivität der FI muss gewährleistet sein.

Häufige Mängel

  • Verteiler zu klein dimensioniert — kein Platz für Erweiterungen
  • Keine Planungsreserve — alle Plätze belegt
  • Nur ein einziger FI für die gesamte Wohnung
  • Zu wenig Stromkreise — mehrere Großverbraucher auf einem Stromkreis
  • Zuleitung unterdimensioniert (35 A statt 63 A)
  • Keine separaten Stromkreise für Waschmaschine und Trockner

Checkliste

  • Verteiler mindestens 4-reihig?
  • Zuleitung mit mindestens 63 A abgesichert?
  • Planungsreserve von 20 % freien TE vorhanden?
  • Separate Stromkreise für Großverbraucher (Herd, Waschmaschine, Trockner)?
  • FI-Aufteilung auf mindestens zwei FI?
  • Ausreichend Steckdosen pro Raum nach RAL?
  • Platz für zukünftige Erweiterungen (Wallbox, Wärmepumpe, PV)?