Photovoltaik in Sachsen. Der komplette Solar-Guide.
Keine Baugenehmigung für Dachanlagen, keine Solarpflicht, Landeskredite der SAB statt Zuschuss und rund 37 Netzbetreiber: was im Freistaat gilt, mit Quellen. Volt Energie sitzt in Leipzig und hat in Sachsen über 1.300 Aufträge abgeschlossen.
Was in Sachsen für Ihre Solaranlage anders ist
Kurz gesagt: Eine Solaranlage auf dem Dach braucht in Sachsen keine Baugenehmigung (§ 61 Sächsische Bauordnung), eine landesweite Solarpflicht gibt es nicht, und der Freistaat zahlt Hausbesitzern keinen Zuschuss, sondern verbilligt über die Sächsische Aufbaubank (SAB) Kredite. Beim Ertrag zählt in Sachsen die Höhenlage mehr als die Himmelsrichtung auf der Landkarte: Ein Kilowatt Peak auf einem Süddach liefert bei Riesa an der Elbe knapp 1.100 kWh im Jahr, in Annaberg-Buchholz im Erzgebirge rund 1.000 kWh.
Stammsitz Leipzig
Büro und Lager stehen in der Riesaer Straße 62 im Leipziger Osten. Von dort betreuen wir den ganzen Freistaat: über 1.300 Aufträge in Sachsen, über 700 davon in Leipzig und Umgebung.
Photovoltaik in Leipzig →Rund 37 Netzbetreiber
MITNETZ STROM und SachsenNetze HS.HD teilen sich die Fläche, dazwischen liegen Stadtwerke-Netze vom Vogtland bis in die Oberlausitz. Welches Netz Ihr Haus versorgt, entscheidet die Adresse, nicht der Landkreis.
Kredit statt Zuschuss
Das Landesgeld kommt als Darlehen: der Sachsenkredit Klimafreundlicher Wohnen für das selbst bewohnte Haus, der Sachsenkredit Energie und Speicher für Anlagen über 30 kWp.
Sächsische Bauordnung: ohne Bauantrag, aber mit Regeln
Nach § 61 Abs. 1 Nr. 3 Buchst. a SächsBO sind Solaranlagen in, an und auf Dach- und Außenwandflächen verfahrensfrei. Die einzige Ausnahme im Gesetz sind Hochhäuser. Für Einfamilienhaus, Doppelhaushälfte, Scheune oder Gewerbehalle reichen Sie also keinen Bauantrag ein. Verfahrensfrei heißt aber nur, dass vorher niemand prüft: Die übrigen Vorschriften der Bauordnung gelten weiter, darauf weist etwa die Bauaufsicht der Landeshauptstadt in ihrem Infoblatt zu Solarenergieanlagen hin (§ 59 Abs. 2 SächsBO).
| Fall | Was in Sachsen gilt | Fundstelle |
|---|---|---|
| Module auf dem Dach oder an der Fassade | verfahrensfrei, außer bei Hochhäusern | § 61 Abs. 1 Nr. 3 a |
| Freistehendes Gestell im Garten, auf dem Carport-Grundstück | verfahrensfrei bis 3 m Höhe und 9 m Gesamtlänge | § 61 Abs. 1 Nr. 3 b |
| Nachgerüstete Anlage an einem bestehenden Gebäude | zählt bei den Abstandsflächen nicht mit, wenn sie höchstens 0,25 m stark ist und mindestens 2,50 m von der Nachbargrenze bleibt | § 6 Abs. 7 |
| Freistehende Anlage nahe der Grundstücksgrenze | in der Abstandsfläche zulässig bis 3 m Höhe und 9 m Länge je Grundstücksgrenze | § 6 Abs. 8 |
| Module aus brennbaren Baustoffen neben einer Brandwand | mindestens 1,25 m Abstand, wenn die Wand sie nicht gegen Brandübertragung schützt | § 32 Abs. 5 Nr. 1 b |
| Dachparallele Module mit nichtbrennbarer Außenseite und Unterkonstruktion | mindestens 0,30 m Abstand zur Brandwand | § 32 Abs. 5 Nr. 2 a |
Am häufigsten spürbar ist der Brandwand-Abstand: Zwischen Doppelhaushälften und Reihenhäusern steht in der Regel eine Brandwand oder eine Wand, die an ihrer Stelle zulässig ist. Das Modulfeld endet deshalb vor der Grenze zum Nachbarn, und welche Module wir planen, hängt auch an ihrem Brandverhalten. Quelle: SächsBO auf REVOSax, zuletzt geändert durch Gesetz vom 1. März 2024, abgerufen am 08.10.2026.
Keine Solarpflicht im Freistaat
Die Sächsische Bauordnung verlangt von niemandem eine Solaranlage, weder beim Neubau noch bei der Dachsanierung (Stand Oktober 2026). Eine Gemeinde kann allerdings in einem Bebauungsplan festsetzen, dass neue Gebäude Strom aus Sonnenenergie erzeugen müssen (§ 9 Abs. 1 Nr. 23 b BauGB). Wer in einem neuen Baugebiet baut, sollte deshalb die textlichen Festsetzungen des Bebauungsplans lesen, bevor das Dach geplant wird.
Kulturdenkmal in Sachsen: Genehmigung nach § 12 SächsDSchG
Die Verfahrensfreiheit der Bauordnung ersetzt nicht das Denkmalrecht. Wer ein Kulturdenkmal mit An- oder Aufbauten versieht oder sein Erscheinungsbild verändert, braucht nach § 12 Abs. 1 des Sächsischen Denkmalschutzgesetzes eine Genehmigung der Denkmalschutzbehörde; zuständig ist die untere Denkmalschutzbehörde beim Landkreis, bei der kreisfreien Stadt oder bei einigen Großen Kreisstädten wie Plauen oder Pirna. Auch ein Haus, das selbst kein Denkmal ist, kann betroffen sein: In der Umgebung eines Kulturdenkmals sind Anlagen genehmigungspflichtig, wenn sie für dessen Erscheinungsbild von erheblicher Bedeutung sind (§ 12 Abs. 2).
Erlass vom 12. Januar 2023
Das Sächsische Staatsministerium für Regionalentwicklung hat die Behörden angewiesen, über Solaranlagen an Kulturdenkmalen zu entscheiden und dabei das überragende öffentliche Interesse an erneuerbaren Energien nach § 2 EEG 2023 einzubeziehen. Ein Freibrief ist das nicht: Bei Bauten von herausragender Bedeutung bleibt die gewünschte Anlage manchmal unmöglich.
Handreichung des Landesamts
Das Landesamt für Denkmalpflege Sachsen hat 2023 die 74-seitige Broschüre „Denkmalschutz und Solarenergie in Sachsen“ veröffentlicht, mit Praxisbeispielen und einer Checkliste, was ein Antrag enthalten sollte (Meldung der Staatsregierung).
Für die Planung heißt das: Steht das Haus in der Denkmalliste oder neben einem Denkmal, klären wir vor dem Angebot mit Ihnen, ob eine Genehmigung nötig ist, und legen Modulfarbe, Belegungsplan und Dachansicht so an, dass die Behörde den Antrag prüfen kann. Montiert wird erst, wenn die Genehmigung vorliegt.
Elbtal vorn, Erzgebirge hinten: der Solarertrag von Nord bis Süd
Wir haben den Jahresertrag für zehn sächsische Orte beim Photovoltaik-Rechner der EU-Kommission abgefragt, jeweils für 1 kWp, 35 Grad Neigung, Südausrichtung und 14 % Systemverluste. Das flache Land an Elbe und Mulde liegt vorn, die Kammlagen des Erzgebirges und das Vogtland liegen hinten, der Abstand zwischen bestem und schwächstem Ort beträgt etwa 9 %.
| Ort | Höhe laut PVGIS | Ertrag je kWp und Jahr |
|---|---|---|
| Riesa | 106 m | 1.097 kWh |
| Torgau | 92 m | 1.092 kWh |
| Leipzig | 116 m | 1.078 kWh |
| Görlitz | 209 m | 1.077 kWh |
| Dresden | 121 m | 1.067 kWh |
| Zwickau | 268 m | 1.055 kWh |
| Plauen | 365 m | 1.040 kWh |
| Chemnitz | 303 m | 1.039 kWh |
| Oberwiesenthal | 923 m | 1.024 kWh |
| Annaberg-Buchholz | 579 m | 1.003 kWh |
Quelle: PVGIS 5.3 der Gemeinsamen Forschungsstelle der EU-Kommission, Strahlungsdaten SARAH-3, Koordinaten je Stadtmitte, abgerufen am 08.10.2026. Die Ertragsspalte der Preistabelle weiter unten setzt vorsichtiger rund 950 kWh je kWp an, weil viele Dächer nicht genau nach Süden zeigen oder flacher geneigt sind.
Das eigene Dach im Solarkataster Sachsen prüfen
Für jedes Gebäude im Freistaat zeigt das kostenlose Solarkataster Sachsen der Sächsischen Energieagentur (SAENA), ob eine Dachfläche sehr gut, gut oder kaum geeignet ist. Verschattung, Ausrichtung und Dachaufbauten wie Gauben sind eingerechnet, ein Ertragsrechner kann Speicher, Wärmepumpe und E-Auto berücksichtigen (SAENA zum Start des Katasters). Für eine erste Einschätzung reicht das, die genaue Belegung entsteht erst mit dem Aufmaß.
Zwei Flächennetze und viele Stadtwerke: wer Ihre Anlage anschließt
Im Freistaat betreiben rund 37 Unternehmen das Stromverteilnetz. Die Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom (MITNETZ STROM) versorgt große Teile West-, Nordwest- und Südwestsachsens sowie den Raum Hoyerswerda und Weißwasser, die SachsenNetze HS.HD weite Teile Ostsachsens. In den Städten liegen eigene Netze dazwischen: Netz Leipzig, SachsenNetze in Dresden, inetz in Chemnitz und zahlreiche Stadtwerke. Unter den 31 sächsischen Orten, für die wir eigene Seiten haben, hängt die Mehrheit der Anlagen in 20 Orten an einem kommunalen Netz, in 8 an MITNETZ STROM und in 3 an SachsenNetze.
MITNETZ STROM
Vor der Anmeldung verlangt MITNETZ eine kostenlose Vorprüfung, für Anlagen bis 135 kW über das Werkzeug NiNa, erst danach wird die Anmeldung bearbeitet (MITNETZ: Anlage anmelden).
SachsenNetze
Angemeldet wird über das Netzanschlussportal unter sachsen-netze.de/nap. Es gilt für die Netze der SachsenNetze GmbH und der SachsenNetze HS.HD; die Stadtwerke Elbtal nutzen es mit.
Stadtwerke-Netze
Görlitz, Bautzen, Plauen, Zwickau, Riesa oder Torgau haben eigene Netzbetreiber mit eigenen Formularen. Den Zählerwechsel und die Inbetriebnahme stimmen wir mit dem jeweiligen Betreiber ab.
Nach der Inbetriebnahme muss die Anlage innerhalb eines Monats im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur stehen; ohne diesen Eintrag zahlt der Netzbetreiber keine Einspeisevergütung. Anmeldung beim Netzbetreiber, Registereintrag und Abstimmung mit dem Messstellenbetreiber sind in unserem Festpreis enthalten.
Unsere Ortsseiten in Sachsen
Für diese Städte und Gemeinden gibt es eine eigene Seite mit örtlichem Netzbetreiber, Förderlage und Dachbestand. Die Spalte Netzbetreiber zeigt, an wessen Netz die meisten Photovoltaikanlagen der Gemeinde angeschlossen sind; im Einzelfall entscheidet die Adresse. Leipzig steht als unser Stammsitz oben, danach folgen die Orte nach Zahl der Anlagen.
| Ortsseite | Netzbetreiber mit den meisten PV-Anlagen (Anteil) | PV-Anlagen in Betrieb |
|---|---|---|
| Photovoltaik Leipzig | Netz Leipzig (99,9 %) | 15.101 |
| Photovoltaik Dresden | SachsenNetze (99,8 %) | 15.437 |
| Photovoltaik Chemnitz | inetz (73,5 %; daneben MITNETZ STROM 26,4 %) | 8.597 |
| Photovoltaik Zwickau | Zwickauer Energieversorgung, ZEV (75,9 %; daneben MITNETZ STROM 24,0 %) | 3.624 |
| Photovoltaik Plauen | Verteilnetz Plauen (97,9 %) | 2.571 |
| Photovoltaik Grimma | MITNETZ STROM (99,9 %) | 2.378 |
| Photovoltaik Freital | Freitaler Stadtwerke (99,5 %) | 2.160 |
| Photovoltaik Pirna | Stadtwerke Pirna Energie (99,7 %) | 1.983 |
| Photovoltaik Radebeul | Stadtwerke Elbtal (100,0 %) | 1.868 |
| Photovoltaik Delitzsch | Stadtwerke Delitzsch (97,9 %) | 1.700 |
| Photovoltaik Görlitz | Stadtwerke Görlitz (81,6 %; daneben SachsenNetze HS.HD 18,2 %) | 1.524 |
| Photovoltaik Bautzen | Energie- und Wasserwerke Bautzen (72,4 %; daneben SachsenNetze HS.HD 27,4 %) | 1.523 |
| Photovoltaik Freiberg | Freiberger Stromversorgung (98,3 %) | 1.438 |
| Photovoltaik Schkeuditz | Stadtwerke Schkeuditz (99,7 %) | 1.429 |
| Photovoltaik Markranstädt | MITNETZ STROM (100,0 %) | 1.413 |
| Photovoltaik Riesa | Stadtwerke Riesa (100,0 %) | 1.327 |
| Photovoltaik Döbeln | Stadtwerke Döbeln (99,5 %) | 1.316 |
| Photovoltaik Wilsdruff | SachsenNetze HS.HD (99,8 %) | 1.314 |
| Photovoltaik Taucha | MITNETZ STROM (100,0 %) | 1.282 |
| Photovoltaik Torgau | Stadtwerke Torgau (99,0 %) | 1.271 |
| Photovoltaik Radeberg | SachsenNetze HS.HD (99,7 %) | 1.206 |
| Photovoltaik Kamenz | ewag kamenz (51,3 %; daneben SachsenNetze HS.HD 48,7 %) | 1.123 |
| Photovoltaik Brandis | MITNETZ STROM (99,9 %) | 1.017 |
| Photovoltaik Reichenbach | Stadtwerke Reichenbach/Vogtland (99,7 %) | 969 |
| Photovoltaik Meißen | Meißener Stadtwerke (99,9 %) | 947 |
| Photovoltaik Schwarzenberg | Stadtwerke Schwarzenberg (99,3 %) | 865 |
| Photovoltaik Aue-Bad Schlema | Stadtwerke Aue-Bad Schlema (60,0 %; daneben Stadtwerke Schneeberg 38,4 %) | 835 |
| Photovoltaik Wurzen | MITNETZ STROM (100,0 %) | 811 |
| Photovoltaik Oschatz | MITNETZ STROM (100,0 %) | 805 |
| Photovoltaik Zwenkau | MITNETZ STROM (100,0 %) | 794 |
| Photovoltaik Flöha | MITNETZ STROM (100,0 %) | 604 |
Quelle: Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur, Photovoltaikanlagen im Status „in Betrieb“ je amtlichem Gemeindeschlüssel und Anschluss-Netzbetreiber, gezählt am 27.09.2026; Leipzig, Dresden, Plauen und Brandis am 08.10.2026.
Leipziger Stadtteile mit eigener Seite: Photovoltaik Leipzig-Connewitz, Photovoltaik Leipzig-Gohlis, Photovoltaik Leipzig-Grünau, Photovoltaik Leipzig-Leutzsch, Photovoltaik Leipzig-Lindenau, Photovoltaik Leipzig-Mockau, Photovoltaik Leipzig-Plagwitz, Photovoltaik Leipzig-Reudnitz, Photovoltaik Leipzig-Schleußig, Photovoltaik Leipzig-Stötteritz, Photovoltaik Leipzig-Südvorstadt und Photovoltaik Leipzig-Zentrum.
Festpreise für ganz Sachsen, vom Vogtland bis in die Oberlausitz
Ob das Haus in Delitzsch oder in Pirna steht: Wir rechnen im ganzen Freistaat mit derselben Preisliste und ohne Aufschlag für die Anfahrt. Seit 2023 entfällt auf Anlagen bis 30 kWp auf Wohngebäuden die Mehrwertsteuer, die Preise unten sind deshalb Endpreise.
| Anlagengröße | Ohne Speicher | Mit Speicher (10 kWh) | Ertrag/Jahr |
|---|---|---|---|
| 10 kWp | 14.400 – 19.400 EUR | 17.800 – 24.100 EUR | ca. 9.500 kWh |
| 15 kWp | 17.900 – 24.200 EUR | 21.300 – 28.800 EUR | ca. 14.250 kWh |
| 20 kWp | 21.400 – 28.900 EUR | 24.800 – 33.500 EUR | ca. 19.000 kWh |
So rechnen wir Ersparnis und Amortisation auf dieser Seite: Netzstrom kostet 37,0 ct/kWh (BDEW-Strompreisanalyse Herbst 2026, erschienen am 21.08.2026), jede eingespeiste Kilowattstunde bringt 7,70 ct/kWh, wenn die Anlage zwischen dem 01.08. und dem 31.12.2026 in Betrieb geht (Bundesnetzagentur), der Betrieb kostet 200 EUR im Jahr, und die EEG-Vergütung läuft 20 Jahre. Mehr als 32 % Eigenverbrauch ohne Speicher und mehr als 85 % mit Speicher setzen wir nie an, weil der eigene Verbrauch die Grenze zieht.
Ein Beispiel aus dieser Rechnung: Ein Haushalt mit 4.500 kWh Jahresverbrauch und einer 10-kWp-Anlage samt Speicher nutzt von 9.500 kWh Ertrag rund 42 % selbst. Das spart etwa 1.690 EUR im Jahr, nach gut 12 Jahren ist die Anlage bezahlt. Je nach Verbrauchsprofil liegt die Amortisation zwischen 8 und 15 Jahren und die durchschnittliche Rendite über 25 Jahre bei 4 bis 11 % pro Jahr.
Landesgeld aus Sachsen: zwei SAB-Kredite, kein Zuschuss
Einen Landeszuschuss für die private Dachanlage gibt es in Sachsen nicht. Die SAB bietet zwei Darlehen an; welches passt, hängt an der Anlagengröße und daran, ob Sie im Haus selbst wohnen. Beide werden vor Beginn des Vorhabens beantragt, also bevor Sie den Auftrag unterschreiben.
| Programm | Für wen | Konditionen laut SAB | Antrag |
|---|---|---|---|
| Sachsenkredit Klimafreundlicher Wohnen | Eigentümer eines Wohnhauses mit bis zu vier Wohnungen, eine davon selbst bewohnt; seit mindestens zwei Jahren im Grundbuch, Haus mindestens fünf Jahre alt | PV bis 30 kWp; ab 20.000 EUR, höchstens bis zu den Bau- und Planungskosten; Zinsverbilligung aktuell 0,8 %, 10 Jahre Zinsbindung, Laufzeit 10 bis 35 Jahre; verlangt Fachunternehmererklärung und Registrierungsbestätigung aus dem Marktstammdatenregister | direkt bei der SAB im Förderportal, vorher Fördermittelberatung in Chemnitz, Dresden oder Leipzig |
| Sachsenkredit Energie und Speicher | Anlagen über 30 kWp bis 1 MWp, auch Batteriespeicher an solchen Anlagen | 35.000 EUR bis 5 Mio. EUR, Laufzeit 5 bis 20 Jahre; Tilgungszuschuss bis 10 % (Speicher bis 20 %), mindestens 2.500 EUR, höchstens 50.000 EUR je Kalenderjahr; für eine PV-Anlage mit EEG-Vergütung kein Tilgungszuschuss | über die Hausbank; Kommunen und Wohnungsunternehmen direkt bei der SAB |
Beim Sachsenkredit Klimafreundlicher Wohnen sind andere Förderungen wie KfW oder BAFA vorrangig und werden angerechnet; den bundesweiten KfW-Kredit 270 beantragen Sie über die Hausbank. Der Programmteil für Balkonkraftwerke ist beendet, Teil A mit dem Sachsenkredit Energie und Speicher gilt weiter. Von den drei Großstädten hat nur Leipzig ein eigenes Programm: Die Stadt fördert PV auf Gründächern sowie Stecker-Solar für Inhaber des Leipzig-Passes. Stand der SAB-Angaben: abgerufen am 08.10.2026. Alle Programme mit Rechenbeispielen: Photovoltaik-Förderung Sachsen 2026.
Vom Solarkataster bis zum Zweirichtungszähler: der Ablauf in Sachsen
Dach vorab einschätzen
Ein Blick ins Solarkataster Sachsen zeigt, welche Dachflächen sich lohnen. Danach melden Sie sich bei uns, telefonisch, per Formular oder per Video.
Denkmal und Bebauungsplan klären
Steht das Haus unter Denkmalschutz oder in einem Neubaugebiet mit Festsetzungen, klären wir das vor dem Angebot mit Ihnen und der zuständigen Behörde.
Angebot und SAB-Antrag
Sie erhalten einen Festpreis. Wer einen Sachsenkredit nutzen will, stellt den Antrag, bevor er den Auftrag unterschreibt.
Anmeldung beim Netzbetreiber
Je nach Adresse über die NiNa-Vorprüfung von MITNETZ, das Netzanschlussportal von SachsenNetze oder das Verfahren des örtlichen Stadtwerks.
Montage
Die Montage ist im Preis enthalten und auf dem Dach meist in ein bis zwei Tagen erledigt; die Projektverantwortung liegt bei der Volt Energie GmbH.
Zähler und Register
Der Netzbetreiber setzt bei Bedarf den Zweirichtungszähler, wir tragen die Anlage binnen eines Monats im Marktstammdatenregister ein.
Fragen, die uns aus Sachsen am häufigsten erreichen
Nein, nicht für Module auf dem Dach oder an der Fassade. § 61 Abs. 1 Nr. 3 a der Sächsischen Bauordnung stellt Solaranlagen in, an und auf Dach- und Außenwandflächen verfahrensfrei, ausgenommen sind nur Hochhäuser. Freistehende Anlagen sind bis 3 m Höhe und 9 m Gesamtlänge verfahrensfrei. Die Bauordnung gilt trotzdem, etwa beim Abstand zu Brandwänden, und bei Kulturdenkmalen braucht es eine denkmalschutzrechtliche Genehmigung.
Nein. Die Sächsische Bauordnung schreibt weder beim Neubau noch bei der Dachsanierung eine Solaranlage vor (Stand Oktober 2026). Eine Gemeinde kann in einem Bebauungsplan nach § 9 Abs. 1 Nr. 23 b BauGB festsetzen, dass neue Gebäude Solarstrom erzeugen müssen; maßgeblich ist dann der Plan für Ihr Grundstück.
Nach § 32 Abs. 5 SächsBO mindestens 1,25 m, wenn die Module aus brennbaren Baustoffen bestehen und die Wand sie nicht gegen Brandübertragung schützt. Dachparallel montierte Module, deren Außenseiten und Unterkonstruktion nichtbrennbar sind, dürfen bis 0,30 m an die Brandwand heran. Auf einer Doppelhaushälfte entscheidet dieser Abstand oft über ein oder zwei Module mehr oder weniger.
Mit Genehmigung der unteren Denkmalschutzbehörde ja, ohne nicht (§ 12 SächsDSchG). Seit dem Erlass des Staatsministeriums für Regionalentwicklung vom 12. Januar 2023 müssen die Behörden dabei das überragende öffentliche Interesse an erneuerbaren Energien nach § 2 EEG berücksichtigen. Wie ein genehmigungsfähiger Antrag aussieht, zeigt die Handreichung „Denkmalschutz und Solarenergie in Sachsen“ des Landesamts für Denkmalpflege von 2023. Einen Anspruch auf jede gewünschte Anlage gibt es nicht.
Einen Zuschuss für private Dachanlagen gibt es nicht. Die SAB vergibt den Sachsenkredit Klimafreundlicher Wohnen für selbst bewohnte Häuser mit bis zu vier Wohnungen (PV bis 30 kWp, ab 20.000 EUR, Zinsverbilligung aktuell 0,8 %, Antrag direkt bei der SAB) und den Sachsenkredit Energie und Speicher für Anlagen über 30 kWp bis 1 MWp (Antrag über die Hausbank). Beantragt wird jeweils vor Beginn des Vorhabens. Stand: SAB-Website, abgerufen am 08.10.2026.
Das hängt an der Adresse. Rund 37 Unternehmen betreiben im Freistaat das Stromverteilnetz: MITNETZ STROM in großen Teilen West-, Nordwest- und Südwestsachsens sowie im Raum Hoyerswerda und Weißwasser, SachsenNetze HS.HD in weiten Teilen Ostsachsens, dazu städtische Netze wie Netz Leipzig, SachsenNetze in Dresden, inetz in Chemnitz, ZEV in Zwickau, Verteilnetz Plauen oder die Stadtwerke Görlitz. Volt Energie klärt den zuständigen Betreiber vor dem Angebot.
Etwas. Nach PVGIS der EU-Kommission liefert 1 kWp bei 35 Grad Neigung nach Süden in Leipzig 1.078 kWh im Jahr, in Chemnitz 1.039 kWh und in Annaberg-Buchholz 1.003 kWh, also rund 7 % weniger als in Leipzig. Am meisten bringen die tief gelegenen Orte an der Elbe wie Riesa mit 1.097 kWh (abgerufen am 08.10.2026). Ausrichtung und Verschattung des eigenen Dachs machen meist mehr aus als die Region.
Ja. Die Sächsische Energieagentur SAENA betreibt das kostenlose Solarkataster Sachsen im Energieportal Sachsen (energieportal-sachsen.de). Es bewertet jedes Gebäude im Freistaat nach Eignung der Dachflächen, berücksichtigt Verschattung, Ausrichtung und Dachaufbauten und enthält einen Ertragsrechner.
Bei uns kostet eine 10-kWp-Anlage 14.400 bis 19.400 EUR ohne Speicher und 17.800 bis 24.100 EUR mit 10-kWh-Speicher, netto bei 0 % MwSt. Das sind unsere eigenen schlüsselfertigen Festpreise, gleich in ganz Sachsen: Gerüst, Planung, Statik, Netzanmeldung, Marktstammdatenregister, Zählerschrank und Inbetriebnahme sind enthalten, Nachträge gibt es nicht.
Wenn Sie abends und nachts nennenswert Strom brauchen, ja. Ohne Speicher nutzen Sie rund 30 % des Solarstroms selbst, mit Speicher höchstens 85 %, die Grenze setzt der eigene Verbrauch. Ein Haushalt mit 4.500 kWh Verbrauch und 9.500 kWh Jahresertrag kommt auf etwa 42 %. Jede selbst genutzte Kilowattstunde ist rund 29 ct wert: 37,0 ct/kWh Haushaltsstrom minus 7,70 ct/kWh Einspeisevergütung.
Ja, gewerbliche PV-Anlagen bis 750 kWp. Weil ein Betrieb tagsüber Strom braucht, amortisieren sie sich meist schneller als Anlagen auf Wohnhäusern; die genaue Zahl liefert erst die Einzelkalkulation mit betrieblichem Strompreis, Vergütung der Leistungsklasse sowie IAB (§ 7g EStG) und Sonder-AfA. Für Anlagen über 30 kWp kommt der Sachsenkredit Energie und Speicher der SAB in Frage.