Zwölf Module. Und die Frage, wohin der Rest geht.
Fünf Kilowatt Peak passen auf fast jede freie Dachhälfte eines Reihenhauses. Die interessantere Zahl steht woanders: Ohne Wärmepumpe und ohne Elektroauto bleibt nur rund ein Drittel der Erzeugung im Haus. Der Rest geht ins Netz — für ein Fünftel dessen, was Sie für bezogenen Strom zahlen.
Bei fünf Kilowatt verdient das Netz mit
Die übliche Rechnung lautet: Erzeugung ungefähr gleich Verbrauch, also passt es. Genau da entsteht das Missverständnis. Ein Zweipersonenhaushalt ohne elektrische Heizung verbraucht meist 2.500 bis 3.200 Kilowattstunden im Jahr, eine Fünf-Kilowatt-Anlage liefert das Anderthalbfache. Nur steht die Erzeugung mittags am höchsten, wenn niemand zu Hause ist.
Die Folge ist eine Eigenverbrauchsquote, die ohne Speicher selten über ein Drittel kommt. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, wie viele Module noch passen, sondern wie viel Verbrauch sich in die hellen Stunden holen lässt. Die folgende Aufteilung ist Planungsgrundlage aus unseren Projekten, keine Statistik.
| Tagesabschnitt | Typischer Bedarf im Haushalt | Was das kleine Dach beisteuert |
|---|---|---|
| 6 bis 9 Uhr | Wasserkocher, Bad, Kaffeemaschine, kurze Spitzen | im Sommer teilweise, von November bis Februar praktisch nichts |
| 9 bis 16 Uhr | Kühlschrank, Router, Standby, gelegentlich Waschmaschine | mehr als genug — hier entsteht der gesamte Überschuss |
| 16 bis 19 Uhr | Rückkehr, Herd, Backofen, Beleuchtung | im Hochsommer noch anteilig, im Winter gar nicht |
| 19 bis 23 Uhr | Verbrauchsspitze des Tages: Kochen, Unterhaltung, Trockner | nur aus einem Speicher erreichbar |
Wer das ernst nimmt, verlegt Waschmaschine und Spülmaschine in den mittleren Block, bevor er über Batterien nachdenkt — das kostet nichts (Eigenverbrauch optimieren).
Warum der Speicher bei dieser Größe meist noch wartet
Ein Speicher lohnt sich nicht durch Kapazität, sondern durch die Kilowattstunden, die er im Jahr tatsächlich umlädt. Bei fünf Kilowatt Peak steht der Überschuss nur an sonnigen Tagen und meist in einem schmalen Mittagsfenster zur Verfügung. Fünf Kilowattstunden nutzbare Kapazität heben den Eigenverbrauch hier erfahrungsgemäß von rund dreißig auf gut fünfzig Prozent.
Was das wert ist, lässt sich ausrechnen. Jede zusätzlich selbst verbrauchte Kilowattstunde ersetzt bezogenen Strom und kostet die entgangene Vergütung von 7,70 Cent. Bei einem Arbeitspreis von 37 Cent (BDEW-Strompreisanalyse Herbst 2026) bleiben rund 29 Cent Vorteil. Etwa 1.100 verschobene Kilowattstunden ergeben rund 320 Euro im Jahr.
Die Reihenfolge, die wir empfehlen. Erst die Anlage, dann ein Jahr echte Verbrauchsdaten, dann die Entscheidung über den Stromspeicher. Kommt in dieser Zeit eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto dazu, kippt die Rechnung sofort zugunsten der Batterie — und zwar deutlich.
Auf zwölf Modulen zählt jede Verschattung doppelt
Große Anlagen verzeihen einen Schornstein, weil der Ausfall sich auf viele Stränge verteilt. Bei zwölf Modulen in einem Strang zieht ein verschattetes Modul im ungünstigen Fall alle anderen herunter. Deshalb nehmen wir Gauben, Schornstein, Antenne und den Giebel des Nachbarhauses vor der Auslegung auf.
Der zweite Punkt betrifft den Anschluss. Die Anwendungsregel VDE-AR-N 4105 begrenzt die unsymmetrische Einspeisung auf 4,6 Kilovoltampere je Außenleiter — ein einphasiger Wechselrichter ist bei fünf Kilowatt Peak also nur knapp zulässig und verschließt jede spätere Erweiterung. Wir planen deshalb in aller Regel dreiphasig, auch wenn das heute noch nicht nötig wäre.
Der Sechzig-Prozent-Deckel und warum er hier kaum schmerzt
Angemeldet wird beim Verteilnetzbetreiber, nicht beim Stromlieferanten. Arbeiten hinter der Hausanschlusssicherung darf nach § 13 Absatz 2 der Niederspannungsanschlussverordnung außer dem Netzbetreiber nur ein in dessen Installateurverzeichnis eingetragenes Installationsunternehmen ausführen — das organisieren wir mit.
Dann greift eine Regel, die viele überrascht. § 9 Absatz 2 EEG verlangt von Anlagen unter fünfundzwanzig Kilowatt in der Einspeisevergütung, die Wirkleistung am Verknüpfungspunkt auf sechzig Prozent zu begrenzen, solange kein intelligentes Messsystem eingebaut und erfolgreich getestet ist. Bei fünf Kilowatt Peak sind das drei Kilowatt. Weil die volle Leistung nur an wenigen Stunden anliegt, fällt der Verlust gering aus.
Das Messstellenbetriebsgesetz verpflichtet den grundzuständigen Messstellenbetreiber nach § 29 Absatz 1 zum Einbau erst oberhalb von sieben Kilowatt installierter Leistung. Fünf Kilowatt fallen nicht darunter — der Deckel bleibt, bis Sie den Einbau freiwillig beauftragen (Leitfaden zur Anmeldung).
Was zwölf Module schlüsselfertig kosten
Für eine schlüsselfertige Fünf-Kilowatt-Anlage auf einem gut zugänglichen Ziegeldach liegt unsere Spanne bei 8.500 bis 11.500 Euro — Endpreise einschließlich Umsatzsteuer nach § 3 der Preisangabenverordnung. Gebrochene Ziegel, ein Gerüst über den Hinterhof oder ein Zählerschrank aus den Siebzigern verschieben die Spanne nach oben.
Der auffällige Teil ist die Steuer. Nach § 12 Absatz 3 des Umsatzsteuergesetzes gilt für Lieferung und Installation von Photovoltaikanlagen und Speichern ein Steuersatz von null Prozent, wenn die Anlage auf oder nahe Wohnungen sitzt; bis dreißig Kilowatt Peak Bruttoleistung laut Marktstammdatenregister gelten die Voraussetzungen ohne weitere Prüfung als erfüllt. Für fünf Kilowatt heißt das: Brutto und Netto sind identisch.
Ein Speicher mit fünf Kilowattstunden nutzbarer Kapazität kostet zusätzlich 4.000 bis 6.000 Euro, eine Wallbox 800 bis 2.200 Euro — beides ebenfalls zum Nullsteuersatz (Preisbausteine).
Wie lange die Anlage braucht, hängt hier fast ausschließlich vom Tagesverbrauch ab. Wir rechnen das im Angebot mit Ihren Zahlen durch — als Modellrechnung, keine Zusage.
Vier Schritte bis zum ersten eigenen Kilowatt
Dachhälfte und Schatten
Nutzbare Fläche messen, Gauben, Schornstein und Nachbargiebel erfassen, Modulzahl ohne gegenseitige Verschattung festlegen.
Verbrauch statt Faustformel
Jahresrechnung, Personenzahl, geplante Wärmepumpe oder Wallbox — daraus ergibt sich, wie viel der Erzeugung im Haus bleibt.
Zählerschrank und Anmeldung
Vorhandenen Schrank prüfen, Netzanschlussbegehren stellen, Zweirichtungszähler klären, Eintrag im Marktstammdatenregister.
Montage an einem Tag
Zwölf Module sind meist an einem Arbeitstag gesetzt. Danach Inbetriebnahme, Abnahme und Einweisung ins Monitoring.
Was Besitzer kleiner Dächer zuerst wissen wollen
Für den Jahresstrom rechnerisch ja, für den Zeitpunkt nicht. Ein Zweipersonenhaushalt braucht meist zwischen 2.500 und 3.200 Kilowattstunden, fünf Kilowatt Peak liefern in unseren Projekten rund 4.500. Nur fällt die Erzeugung mittags an und der Verbrauch abends, deshalb bleibt ohne Speicher der kleinere Teil im Haus.
Weil ein erheblicher Teil der Kosten nicht mit der Modulzahl wächst. Gerüst, Anfahrt, Wechselrichter, Zählerschrank, Netzanmeldung und Eintrag im Marktstammdatenregister fallen fast unverändert an. Diese Grundkosten verteilen sich bei zwölf Modulen auf weniger Kilowatt als bei vierundzwanzig, und das hebt den Preis je Kilowatt spürbar.
In der Regel erst dann, wenn ein zweiter großer Verbraucher dazukommt. Ohne Wärmepumpe und ohne Elektroauto verschiebt ein kleiner Speicher gut tausend Kilowattstunden im Jahr ins Haus. Gemessen an seinem Anschaffungspreis ergibt das eine Rückzahldauer, die oft an die Lebensdauer der Batterie heranreicht.
Nach § 9 Absatz 2 EEG müssen Anlagen unter fünfundzwanzig Kilowatt in der Einspeisevergütung die Wirkleistung am Netzverknüpfungspunkt auf sechzig Prozent begrenzen, solange kein intelligentes Messsystem verbaut ist. Bei fünf Kilowatt sind das drei Kilowatt. Weil die volle Leistung nur an wenigen Stunden anliegt, bleibt der Verlust klein.
Nicht automatisch. Das Messstellenbetriebsgesetz verpflichtet den grundzuständigen Messstellenbetreiber in § 29 Absatz 1 erst oberhalb von sieben Kilowatt installierter Leistung zum Einbau. Eine Fünf-Kilowatt-Anlage liegt darunter. Ein freiwilliger Einbau nach Absatz 2 ist möglich und hebt die Begrenzung auf sechzig Prozent auf.