Solaranlage von Volt Energie: Auf einem Ziegeldach wird das letzte Solarmodul in die Unterkonstruktion gesetzt
Photovoltaik · 10 kWp · Einfamilienhaus

Zehn Kilowatt. Die Zahl, an der das EEG einen Knick macht.

Keine andere Anlagengröße wird so oft künstlich kleingerechnet. „Unter zehn bleiben, sonst sinkt die Vergütung“ — das stimmt nur zur Hälfte, und die andere Hälfte kostet Dachfläche, die später niemand nachrüstet. Schlüsselfertig ab 10.000 €.

Stand: September 2026 · Fachlich geprüft von Viktor Kushnir, Geschäftsführer · Alle Angaben ohne Gewähr
7,70 ct/kWh
Überschusseinspeisung für den Leistungsanteil bis zehn Kilowatt
6,66 ct/kWh
Satz für den Anteil zwischen zehn und vierzig Kilowatt
12,22 ct/kWh
Volleinspeisung bis zehn Kilowatt, nur mit Meldung vor Inbetriebnahme
7 kW
Ab hier baut der Messstellenbetreiber ein intelligentes Messsystem ein
Der Denkfehler

Über der Marke sinkt nicht alles, sondern nur der Überhang

§ 48 Absatz 2 EEG staffelt den anzulegenden Wert für Gebäudeanlagen nach installierter Leistung: eine Stufe bis einschließlich zehn Kilowatt, eine bis vierzig, eine bis ein Megawatt. Daraus lesen viele einen Absturz heraus. § 23c EEG sagt etwas anderes — die Zahlung bestimmt sich anteilig nach der installierten Leistung im Verhältnis zum jeweils anzuwendenden Schwellenwert.

Im Klartext: Die ersten zehn Kilowatt behalten ihren Satz, egal wie groß die Anlage insgesamt wird. Nur was darüber liegt, wird niedriger vergütet. Aus beiden Anteilen bildet der Netzbetreiber einen Mischsatz für die ganze Anlage. Die von der Bundesnetzagentur für Inbetriebnahmen ab dem 1. August 2026 veröffentlichten Sätze liegen bei 7,70 Cent bis zehn Kilowatt und 6,66 Cent für den Anteil darüber.

Vergleich einer Anlage knapp unter zehn Kilowatt mit einer größeren Auslegung
AuslegungMischsatz für den ÜberschussErtrag als PlanwertWas in der Praxis passiert
9,8 kWp7,70 ct/kWh auf allesrund 9.300 kWhDachfläche bleibt frei, spätere Erweiterung wird ein zweites Projekt
12,0 kWp7,53 ct/kWh im Mittelrund 11.400 kWhzwei Kilowattstunden mehr pro Tag, die eine Wärmepumpe decken können
Unterschied0,17 ct/kWh wenigerrund 2.100 kWh mehrder Satz fällt kaum, die Strommenge wächst deutlich

Der Mischsatz für 12 Kilowatt Peak entsteht so: zehn Anteile zu 7,70 Cent plus zwei Anteile zu 6,66 Cent, geteilt durch zwölf. Alle Sätze stammen aus der Veröffentlichung der Bundesnetzagentur und gelten für Inbetriebnahmen ab dem 1. August 2026 — Details unter Einspeisevergütung 2026.

Rechtliche Einordnung

Welche Schwellen bei zehn Kilowatt greifen — und welche nicht

Die Zehn-Kilowatt-Marke ist die einzige Grenze, die eine Anlage dieser Größe wirklich berührt — abgesehen von der Messtechnik. Alle anderen Schwellen des Energie- und Steuerrechts liegen deutlich höher. Das macht diese Größe aus Sicht der Bürokratie zur bequemsten von allen.

Gesetzliche Leistungsschwellen und ihre Bedeutung für eine Zehn-Kilowatt-Anlage
SchwelleGrundlageFolgeBei 10 kWp
7 kW§ 29 Abs. 1 MsbGEinbau eines intelligenten Messsystems mit Steuerungseinrichtunggreift
25 kW§ 9 Abs. 2 EEGferngesteuerte Reduzierung der Einspeiseleistung durch den Netzbetreibergreift nicht
30 kW§ 3 Nr. 72 EStG, § 12 Abs. 3 UStGEnde von Einkommensteuerbefreiung und Nullsteuersatzgreift nicht
100 kW§ 21 Abs. 1 EEGkeine Einspeisevergütung mehr, Wechsel in die Direktvermarktunggreift nicht

Bis zum Einbau und zur erfolgreichen Prüfung des Messsystems verlangt § 9 Absatz 2 EEG von Anlagen unter fünfundzwanzig Kilowatt in der Einspeisevergütung, die Wirkleistung am Verknüpfungspunkt auf sechzig Prozent zu begrenzen. Diese Übergangszeit endet bei zehn Kilowatt Peak in der Regel von allein.

Zwei Wege, eine Entscheidung

Warum die höhere Volleinspeisung trotzdem selten gewinnt

Wer den gesamten erzeugten Strom einspeist und das dem Netzbetreiber nach § 48 Absatz 2a EEG rechtzeitig in Textform mitteilt — vor der Inbetriebnahme, später jeweils vor dem 1. Dezember des Vorjahres —, erhält einen deutlich höheren Satz: 12,22 statt 7,70 Cent. Das klingt nach einer klaren Sache und ist es fast nie.

Der Grund liegt außerhalb des EEG. Eine selbst verbrauchte Kilowattstunde ersetzt bezogenen Haushaltsstrom und ist deshalb so viel wert wie dessen Arbeitspreis. Bei 37 Cent (BDEW-Strompreisanalyse Herbst 2026) liegt der Nutzen des Eigenverbrauchs rund dreimal über der Volleinspeisung (12,22 Cent). Erst wenn das Haus tagsüber leer steht, niemand elektrisch heizt und kein Fahrzeug lädt, rechnen wir beide Varianten gegeneinander — nachzulesen im direkten Vergleich.

Die Entscheidung ist nicht endgültig. Ein Wechsel der Veräußerungsform ist nach § 21b EEG zum Monatsersten möglich, die Volleinspeisung verlangt allerdings die fristgerechte Mitteilung. Wer sich unsicher ist, startet im Überschussmodell.

Preis und Steuer

Was zehn Kilowatt schlüsselfertig kosten

Unsere Spanne für eine schlüsselfertige Zehn-Kilowatt-Anlage auf einem Ziegeldach liegt bei 14.400 bis 19.400 Euro. Mit einem Speicher von zehn Kilowattstunden nutzbarer Kapazität werden daraus 17.800 bis 24.100 Euro. Alle Beträge sind Endpreise einschließlich Umsatzsteuer nach § 3 der Preisangabenverordnung.

Einschließlich Umsatzsteuer heißt hier: einschließlich null Prozent. § 12 Absatz 3 des Umsatzsteuergesetzes setzt den Steuersatz für Lieferung und Installation von Photovoltaikanlagen und Speichern auf null, wenn die Anlage auf oder nahe einer Wohnung sitzt. Zusätzlich gilt die Vereinfachung, dass die Voraussetzungen bei einer Bruttoleistung von höchstens dreißig Kilowatt Peak laut Marktstammdatenregister ohne weitere Prüfung als erfüllt gelten.

Eine Wallbox kostet je nach Leitungsweg und Ausführung 800 bis 2.200 Euro. Was den Preis nach oben treibt, ist selten die Modulzahl: Es sind Ziegelbruch, schwierige Gerüststellung und ein Zählerschrank, der die neuen Anforderungen nicht mehr erfüllt.

Wann sich das trägt, hängt am Anteil des Eigenverbrauchs, nicht an der Anlagengröße. Wir rechnen es im Angebot mit Ihren Verbrauchswerten — als Modellrechnung, keine Zusage.

So gehen wir vor

Vom Aufmaß bis zum Zweirichtungszähler

01

Dach und Ausrichtung

Aufmaß beider Dachflächen, Neigung, Himmelsrichtung, Verschattung — daraus ergibt sich, ob Ost-West oder reine Südbelegung mehr liefert.

02

Größe gegen Zukunft

Wir legen nicht auf den heutigen Verbrauch aus, sondern auf den in fünf Jahren: Wärmepumpe, Fahrzeug, erwachsene Kinder im Haus.

03

Anmeldung und Messkonzept

Netzanschlussbegehren, Wahl der Veräußerungsform, Termin für das intelligente Messsystem, Eintrag im Marktstammdatenregister.

04

Montage und Übergabe

Zwei bis drei Tage auf dem Dach, dann Inbetriebnahmeprotokoll, Abnahme durch den Netzbetreiber und Einweisung in die Anlagenüberwachung.

Häufige Fragen · 10 kWp

Was an der Zehn-Kilowatt-Marke immer wieder gefragt wird

Verliere ich die höhere Vergütung, wenn ich über zehn Kilowatt baue? +

Nein. § 23c EEG ordnet die anteilige Zahlung an: Die ersten zehn Kilowatt behalten ihren Satz, nur der darüber liegende Anteil wird geringer vergütet. Aus beiden Anteilen entsteht ein Mischsatz für die gesamte Anlage. Ein Absturz auf den niedrigen Wert findet nicht statt.

Warum raten Sie von 9,9 Kilowatt Peak ab? +

Weil die Ersparnis eingebildet ist. Wer knapp unter der Marke bleibt, verzichtet auf Module, deren Strom später eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto versorgen könnte. Der Vorteil beim Vergütungssatz beträgt wenige Zehntel Cent auf einen Teil der Erzeugung — die verschenkte Dachfläche wiegt fast immer schwerer.

Bekomme ich bei zehn Kilowatt Peak ein intelligentes Messsystem? +

Sehr wahrscheinlich ja. § 29 Absatz 1 des Messstellenbetriebsgesetzes verpflichtet den grundzuständigen Messstellenbetreiber bei Anlagen über sieben Kilowatt installierter Leistung zum Einbau eines intelligenten Messsystems mit Steuerungseinrichtung. Zehn Kilowatt liegen darüber. Mit dem Einbau entfällt die Begrenzung der Einspeisung auf sechzig Prozent.

Lohnt sich Volleinspeisung bei zehn Kilowatt Peak? +

Nur bei sehr geringem Tagesverbrauch. Die Volleinspeisung bringt bis zehn Kilowatt 12,22 Cent je Kilowattstunde, der Überschuss dagegen 7,70 Cent. Eine selbst verbrauchte Kilowattstunde ersetzt aber bezogenen Strom zum vollen Arbeitspreis und ist damit deutlich mehr wert als beide Vergütungssätze.

Muss ich die Einnahmen aus einer Zehn-Kilowatt-Anlage versteuern? +

Nach § 3 Nummer 72 des Einkommensteuergesetzes sind Einnahmen und Entnahmen steuerfrei, solange die Bruttoleistung dreißig Kilowatt Peak je Wohn- oder Gewerbeeinheit nicht übersteigt. Zehn Kilowatt liegen klar darunter. Für die Umsatzsteuer gilt zusätzlich der Nullsteuersatz nach § 12 Absatz 3 Umsatzsteuergesetz.

Eine Stufe weiter

Wenn die Dachfläche mehr hergibt

15 kWpDer Mischsatz, Schritt für Schritt vorgerechnet Wärmepumpe und PVDer Verbraucher, der die Rechnung dreht Voll oder ÜberschussBeide Wege gegenübergestellt
Nächster Schritt

Wir legen nach Ihrem Verbrauch aus, nicht nach einer Marke im Gesetz

Nennen Sie uns Ihren Jahresverbrauch und was in den nächsten Jahren dazukommen soll. Daraus entsteht eine Auslegung mit offen ausgewiesenem Mischsatz — und ein Angebot, das die Dachfläche nicht künstlich beschneidet.

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