Photovoltaik in Dinslaken
Das Stromnetz dieser Stadt gehört den Stadtwerken, geführt wird es von einem Kölner Unternehmen, und angemeldet wird die Anlage wieder bei den Stadtwerken — im Auftrag des Kölner Unternehmens. Wer diese Kette nicht kennt, schreibt seine erste Mail an die falsche Adresse und verliert die sechs Wochen, die hier Vorlauf gefordert sind. 14.841 Wohngebäude hat Dinslaken, 72,5 % davon Ein- oder Zweifamilienhäuser. Bis zu unserem Krefelder Lager sind es 46,5 Straßenkilometer.
Vier Dinge, die Dinslaken ausmachen
Das Netz ist verpachtet
Im Landesregister steht für Dinslaken die „Rheinische NETZGesellschaft mbH“ — heute RheinNetz GmbH — als Netzbetreiberin, Grundversorger ist die Stadtwerke Dinslaken GmbH. Die Stadtwerke schreiben dazu: „Das Stromnetz in Dinslaken wurde an die RheinNetz GmbH verpachtet.“ (Stadtwerke Dinslaken)
Doppelhaushälften vor allem anderen
3.935 Gebäude und damit 26,5 % sind Doppelhaushälften — mehr als freistehende Einfamilienhäuser mit 16,8 % (Zensus 2022, Tab. 3.4). Wo die Dachfläche an der Brandwand endet, entscheidet das Modulformat über den Ertrag, nicht die Modulzahl.
Fernwärme statt Wärmepumpe
„Heute sind mehr als 60 Prozent aller Haushalte und fast alle öffentlichen Gebäude in Dinslaken an das Fernwärmenetz angeschlossen“ (Fernwärmeversorgung Niederrhein). Die übliche Kopplung von Solarstrom und Wärmepumpe fällt hier also meistens weg — der Hebel liegt bei Haushaltsstrom, Speicher und Auto.
Kommunale Mittel aufgebraucht
Die Stadt schreibt wörtlich: „zur Info: Die Förderung für PV-Anlagen und Steckersolargeräte ist in Dinslaken bereits ausgeschöpft. Weitere Förderprogramme stehen aktuell nicht zur Verfügung.“ (dinslaken.de) Die Sonderaktion ab dem 01.09.2022 hatte 300 € je Anlage und 100 € je Stecker-Solargerät gezahlt.
Die Dinslakener Kette: wer besitzt, wer führt, wer bearbeitet
Hier lohnt das Nachlesen wirklich. Das Landesregister nennt unter dem Gemeindeschlüssel 05170008 die Rheinische NETZGesellschaft mbH als Stromnetzbetreiberin und die Stadtwerke Dinslaken GmbH als Grundversorgerin. Unter dem erstgenannten Namen firmiert das Unternehmen allerdings nicht mehr: „Gegründet als Rheinische NETZGesellschaft mbH im Jahr 2006, sind wir eine 100%ige Tochter der RheinEnergie AG“, heißt es dort, und man „agiere von nun an als RheinNetz GmbH“ (Über RheinNetz). Das Unternehmen bewirtschaftet 24.000 Kilometer Stromleitung und 9.000 Kilometer Gasleitung mit über 1.200 Mitarbeitenden und beschreibt sein Gebiet als „Von Dinslaken bis Bornheim, von Erftstadt bis Reichshof, in und um Köln“.
Der zweite Teil der Kette steht bei den Stadtwerken: Das Netz gehört ihnen und ist an die RheinNetz verpachtet. Und weil die technische Arbeit vor Ort stattfinden muss, geht sie wieder zurück — die Stadtwerke formulieren es so: „Die Stadtwerke Dinslaken übernehmen im Auftrag der RheinNetz die technische Umsetzung — dazu zählen Anschlussanfragen für PV-Anlagen, die Durchführung von Netzverträglichkeitsprüfungen sowie der Zählereinbau und -ausbau.“ (PV-Anlagen anmelden)
Was daraus praktisch folgt, ist der wichtigste Absatz dieser Seite. Das Formular „Anmeldung/Anschlussanfrage einer Erzeugeranlage“ geht mindestens sechs Wochen vor der Installation an einspeiser@stadtwerke-dinslaken.de — nicht an die RheinNetz, obwohl die im Landesregister steht. Netzverträglichkeitsprüfung und Zählerwechsel laufen ebenfalls über die Stadtwerke. Erst die Abrechnung Ihrer Einspeisung übernimmt anschließend wieder die RheinNetz. Diese Sechs-Wochen-Frist ist der Grund, warum wir in Dinslaken früher anmelden als anderswo: Der Vorgang startet bei uns mit der Auftragserteilung, damit der Montagetermin nicht auf die Prüfung wartet. Zum Vergleich in der Nachbarschaft: In Wesel und Kamp-Lintfort führt die Westnetz GmbH das Netz, in Kamp-Lintfort mit den dortigen Stadtwerken als Grundversorger. Drei Nachbarstädte, drei Verfahren — wir kennen alle drei.
Zwischen Siebziger-Jahre-Siedlung und Zechenkolonie
Der Dinslakener Bestand ist jünger, als das Bergbau-Erbe der Stadt vermuten lässt: 28,0 % der Wohngebäude entstanden zwischen 1970 und 1989, 21,7 % zwischen 1990 und 2009 und nur 17,6 % vor 1950 (Zensus 2022, Tab. 3.2). 79,4 % aller Wohngebäude gehören Privatpersonen (Tab. 3.5) — gut belegbare Dächer mit klaren Entscheidungswegen.
| Baujahr | Gebäude | Anteil |
|---|---|---|
| vor 1950 | 2.607 | 17,6 % |
| 1970 bis 1989 | 4.153 | 28,0 % |
| 1990 bis 2009 | 3.215 | 21,7 % |
Die Baujahre im Einzelnen, Wohngebäude ohne Wohnheime am Stichtag 15.05.2022:
Zwei Themen gehören in Dinslaken in jede Planung. Das erste heißt Lohberg: „Heute steht die schmucke Zechensiedlung mit ihren unterschiedlichen Häusern, den Innenhöfen und dem alten Baumbestand komplett unter Denkmalschutz“ — gegründet 1907 als Gartenstadtsiedlung, die zugehörige Zeche wurde zum Jahreswechsel 2005/2006 geschlossen (Stadtrundgang Lohberg). Wer dort wohnt, braucht vor dem Angebot eine Abstimmung mit der Denkmalbehörde; wir führen sie. Das zweite Thema liegt unter den Füßen: „Die Ortslage Dinslaken ist durch Bergsenkungen, verursacht durch den Steinkohleabbau der Bergwerke Walsum und Lohberg/Osterfeld, betroffen. Es entstanden weitgespannte Geländesenken …“, hält die Bezirksregierung Düsseldorf in ihrem Erläuterungsbericht zum Überschwemmungsgebiet Rotbach fest (Erläuterungsbericht, 2012). Diese Feststellung gilt für die Ortslage, nicht für Ihr Grundstück — eine belastbare Einzelaussage bekommen Sie nur über einen Antrag bei der Bezirksregierung Arnsberg. Angebracht ist das, wenn am Haus Setzungsspuren zu sehen sind; auf die Netzanmeldung hat es keinen Einfluss. Für die Montage zählt am Ende der Zustand des Dachstuhls, und den beurteilen wir beim Dach-Check.
Was wir in Dinslaken übernehmen
Anmeldung mit Sechs-Wochen-Vorlauf
Wir füllen das Formular „Anmeldung/Anschlussanfrage einer Erzeugeranlage“ aus, schicken es an die Einspeiser-Adresse der Stadtwerke und begleiten die Netzverträglichkeitsprüfung. Der Leistungsumfang rundherum steht unter Photovoltaik.
Speicher als Hauptstellschraube
Wo Fernwärme heizt, fehlt die große Stromsenke im Winter. Damit entscheidet der Speicher, wie viel Sonnenstrom im Haus bleibt. Wir leiten seine Größe aus Ihrem Tagesverlauf ab: Stromspeicher, Speichertest 2026.
Das Auto als Abnehmer
Ohne Wärmepumpe ist das Elektroauto meist der größte verbleibende Verbraucher. Eine Wallbox mit Überschussladen fängt genau die Kilowattstunden ab, die sonst für wenige Cent ins Netz gingen — Modelle im Wallbox-Vergleich.
Was Sie in Dinslaken einplanen sollten
Unsere Preise sind überall gleich, die 46,5 Kilometer berechnen wir nicht. Die Dinslakener Eigenart ist die Doppelhaushälfte: Endet die Fläche an der Brandwand, bringt ein leistungsstärkeres Modul mehr als der Versuch, noch eine Reihe unterzubringen.
| Variante | Endpreis | Steuersatz |
|---|---|---|
| nur Photovoltaik, 10 kWp | 14.400 – 19.400 € | 0 %, § 12 Abs. 3 UStG |
| Photovoltaik und 10 kWh Speicher | 17.800 – 24.100 € | 0 %, § 12 Abs. 3 UStG |
| Wallbox 11 kW | 800 – 2.200 € | 19 % |
Alle Beträge verstehen sich als Endpreise inklusive Umsatzsteuer nach § 3 PAngV. Auf Photovoltaikanlage und Speicher fällt wegen § 12 Abs. 3 UStG keine Umsatzsteuer an, auf die Wallbox schon — dort sind 19 % im Preis enthalten. Für ein fernwärmebeheiztes Eigenheim setzen wir die Amortisation der Anlage mit Speicher bei 10 – 15 Jahren an. Das ist eine Modellrechnung, kein garantiertes Ergebnis: Verbrauch, Eigenverbrauchsquote, Dachausrichtung und Strompreisentwicklung bestimmen den tatsächlichen Verlauf. Die Methode steht unter Amortisation.
Zur Vergütung: Anlagen bis 10 kWp, die ab dem 01.08.2026 in Betrieb gehen, erhalten 7,70 ct/kWh für Überschuss und 12,22 ct/kWh bei Volleinspeisung (Einspeisevergütung 2026). Weil hier über 60 % der Haushalte mit Fernwärme heizen, ist der Haushaltsstrom die maßgebliche Größe — und damit in aller Regel das Überschussmodell mit einem passend dimensionierten Speicher.
Alle Positionen im Einzelnen stehen unter Photovoltaik-Kosten. Und ein Punkt, den wir lieber vorher sagen: Die Stadtwerke Dinslaken fördern 2026 zwanzig Anlagen mit je 300 €, allerdings nur bei Kauf der Anlage über die Stadtwerke und Bezug ihres Ökostromtarifs. Für eine Anlage von Volt Energie ist dieser Zuschuss nicht erreichbar, also taucht er in Ihrer Kalkulation auch nicht auf.
Fördergeld in Dinslaken, ohne Beschönigung
Die Stadt hat nichts mehr
Der Satz auf der städtischen Seite ist eindeutig: „Die Förderung für PV-Anlagen und Steckersolargeräte ist in Dinslaken bereits ausgeschöpft. Weitere Förderprogramme stehen aktuell nicht zur Verfügung.“ Die alte Sonderaktion hatte ab dem 01.09.2022 je 300 € für eine Dachanlage und 100 € für ein Stecker-Solargerät vorgesehen; ein Nachfolgeprogramm für 2026 gibt es nicht.
Der Stadtwerke-Zuschuss hat eine Klausel
Die Stadtwerke Dinslaken fördern 2026 zwanzig Anlagen mit je 300 €, setzen dafür aber voraus, dass die Anlage über sie gekauft wird und Sie ihren Ökostromtarif beziehen (Förderprogramm der Stadtwerke). Für eine fremd installierte Anlage — unsere eingeschlossen — greift er nicht. Lieber jetzt als hinterher.
Was sicher bleibt
Die Befreiung nach § 12 Abs. 3 UStG: Auf Anlage und Speicher entsteht keine Umsatzsteuer, bei 21.000 € Projektsumme also rund 3.350 €, die Sie nie auslegen. Was das Land auflegt, pflegen wir unter Förderung NRW und prüfen es vor jedem Angebot.
Vier Schritte, mit früher Anmeldung
Stromverbrauch statt Wärmebedarf
Weil die Wärme meist aus dem Netz kommt, schauen wir auf Haushaltsstrom, Warmwasser und Auto. Daraus ergibt sich die sinnvolle Speichergröße.
Aufmaß und Brandwandmaß
Dachmaße, Sparren, Zählerschrank, Kabelweg. Bei Doppelhaushälften messen wir die nutzbare Breite exakt aus.
Formular raus — sechs Wochen vorher
Direkt nach Auftragserteilung geht die Anschlussanfrage an die Einspeiser-Adresse der Stadtwerke. Die Prüfung läuft dann parallel zur Materialbestellung.
Aufbau und Zählerwechsel
Montage und Anschluss sind im Preis enthalten, die Stadtwerke setzen den Zähler, die RheinNetz rechnet die Einspeisung ab. Den Markstammdaten-Eintrag machen wir.
Häufige Fragen zu PV in Dinslaken
An die Stadtwerke Dinslaken. Das Formular „Anmeldung/Anschlussanfrage einer Erzeugeranlage“ geht mindestens sechs Wochen vor der Installation an einspeiser@stadtwerke-dinslaken.de. Die Stadtwerke übernehmen im Auftrag der RheinNetz die technische Umsetzung, also Anschlussanfragen, Netzverträglichkeitsprüfung sowie Zählerein- und -ausbau; abgerechnet wird die Einspeisung danach von der RheinNetz.
Unter diesem Namen nicht mehr. Das Unternehmen schreibt selbst, es sei 2006 als Rheinische NETZGesellschaft mbH gegründet worden, sei eine 100%ige Tochter der RheinEnergie AG und agiere von nun an als RheinNetz GmbH. Es handelt sich also um dieselbe Gesellschaft; das Register führt lediglich die alte Firmierung.
Weil die Stadtwerke Dinslaken darum bitten, die Anschlussanfrage mindestens sechs Wochen vor der Installation einzureichen. In dieser Zeit läuft die Netzverträglichkeitsprüfung. Wir starten deshalb unmittelbar nach Auftragserteilung, damit Prüfung und Materialbeschaffung nebeneinander laufen und der Montagetermin nicht rutscht.
Ja, nur verläuft die Rechnung anders. Über 60 Prozent der Dinslakener Haushalte hängen am Fernwärmenetz, eine Wärmepumpe als großer Winterverbraucher fehlt also meist. Der Nutzen entsteht bei Haushaltsstrom, Warmwasser und Auto — und deshalb ist hier die Speichergröße die entscheidende Stellschraube, nicht die Zahl der Module.
Nur, wenn Sie die Anlage über die Stadtwerke kaufen und deren Ökostromtarif beziehen — das Programm 2026 umfasst zwanzig Anlagen zu je 300 € unter diesen Bedingungen. Bei einer Anlage von Volt Energie entfällt er. Die städtische Förderung ist davon unabhängig ausgeschöpft.
Die Zechensiedlung Lohberg steht komplett unter Denkmalschutz; gegründet wurde sie 1907 als Gartenstadtsiedlung, die Zeche schloss zum Jahreswechsel 2005/2006. Für Dachanlagen heißt das Einzelfallprüfung mit der Denkmalbehörde. Wir holen die Auskunft vor dem Angebot ein — eine pauschale Zusage gibt es nicht und wir geben auch keine.
Die Bezirksregierung Düsseldorf stellt fest, dass die Ortslage Dinslaken durch Bergsenkungen aus dem Steinkohleabbau der Bergwerke Walsum und Lohberg/Osterfeld betroffen ist und weitgespannte Geländesenken entstanden sind. Das ist eine Aussage über die Ortslage, nicht über Ihr Grundstück. Verbindlich Auskunft zur bergbaulichen Situation erteilt die Bezirksregierung Arnsberg auf Antrag.
PV in der Nähe
Für die Nachbarstädte haben wir eigene Seiten — jede mit dem dort zuständigen Netzbetreiber und der aktuellen Förderlage.