Photovoltaik in Bochum — nach dem Aus für das Balkonprogramm
Am 18. Juni 2026 hat der Rat das städtische Förderprogramm für Steckersolargeräte vorzeitig beendet; für Dachanlagen und Speicher gab es ohnehin nie einen kommunalen Zuschuss. Es bleiben die gesetzlichen Vorteile, ein gutes Solarkataster und Ortsteile mit sehr hoher Eigenheimquote. Bochum zählt 358.880 Einwohnerinnen und Einwohner (IT.NRW, 31.12.2025), unser Krefelder Lager liegt 53,3 Kilometer entfernt.
Was in Bochum anders läuft als eine Stadt weiter
Netz in kommunaler Hand
„Als Netzbetreiber ist die Stadtwerke Bochum Netz GmbH verantwortlich für das Strom- und Gasnetz sowie die technische Betriebsführung des Wassernetzes in Bochum und der Region“; Grundversorger ist die Stadtwerke Bochum GmbH. Erzeugungsanlagen werden digital über ein eigenes Formular gemeldet. Steckerfertige Geräte sind bis zu einer „maximale[n] Erzeugungsleistung von 800 VA je Anschlussnutzeranlage“ zulässig und brauchen einen Zweirichtungszähler; alles darüber durchläuft das reguläre Verfahren.
Ortsteile mit sehr hoher Eigenheimquote
Stadtweit sind 57 Prozent der Wohngebäude Ein- und Zweifamilienhäuser („Bochumer Ortsteile kompakt 2025“, Stichtag 31.12.2024), die Spreizung ist aber enorm: Hordel 87 Prozent, Stiepel 80, Bergen-Hiltrop 73, Harpen-Rosenberg 71, Linden und Querenburg je 70 Prozent. Dort treffen wir auf Eigentümer, die allein entscheiden, und auf ähnliche Dachformen.
Das Balkonprogramm ist Geschichte
Die Richtlinie vom Dezember 2025 förderte nur steckerfertige Anlagen bis 800 Watt Wechselrichterleistung und 2.000 Wattpeak — „Speicher und andere Zusatzkomponenten sind nicht förderfähig“ —, mit bis zu 500 Euro, vorrangig für Haushalte mit Wohngeld, Bürgergeld oder Bochum-Pass und nach einem Pflicht-Online-Vortrag der Verbraucherzentrale NRW. Heute schreibt die Stadt: „Auf Beschluss des Rates … wurde das Förderprogramm am 18. Juni 2026 vorzeitig für beendet erklärt.“ Eine Antragstellung ist derzeit nicht möglich.
SolarRadar auf Basis des 3D-Stadtmodells
Das SolarRadar entstand im Amt für Geoinformation gemeinsam mit den Stadtwerken Bochum auf Grundlage des 3D-Stadtmodells; ergänzend verweist die Stadt auf das regionale Solardachkataster des RVR. Kommen beide Bewertungen zum selben Ergebnis, ist die Vorplanung belastbar.
Anmeldung bei den Stadtwerken Bochum Netz
Wer einspeisen will, geht den Weg „Einspeiser werden“: Über das Formular „Antrag Erzeugungseinheiten“ wird die Anlage digital gemeldet. Nach der Prüfung fordert die Netzgesellschaft bei Bedarf Unterlagen per E-Mail nach — das Verfahren läuft schneller, wenn die erste Einreichung vollständig war. Anlagenschema, Datenblatt, Modulbelegung, Speicherkennwerte und Zählerdaten gehen deshalb gebündelt raus.
Für Steckersolargeräte gilt eine eigene Schwelle: eine „maximale Erzeugungsleistung von 800 VA je Anschlussnutzeranlage“, dazu ein Zweirichtungszähler. Alles darüber durchläuft das reguläre Anmelde- und Genehmigungsverfahren. Wer vom Balkongerät aufs Dach wechselt, sollte das nicht als Formalie behandeln: anderer Vorgang, andere Unterlagen.
Danach folgen Montage, Inbetriebsetzung, Zählerwechsel und der Eintrag ins Marktstammdatenregister. Anders als in Essen und Mülheim an der Ruhr, wo Westnetz zuständig ist, sitzt Ihr Ansprechpartner hier in der Stadt. In Gelsenkirchen führt die ELE Verteilnetz GmbH das Netz, in Oberhausen die Oberhausener Netzgesellschaft — die Unterlagen sind nicht übertragbar.
Wo in Bochum die Eigenheimdächer stehen
Bochum hat kein einheitliches Dachbild, sondern sehr unterschiedliche Ortsteile. Die Statistik „Bochumer Ortsteile kompakt 2025“ weist zum 31.12.2024 für Hordel 87 Prozent Ein- und Zweifamilienhäuser aus (830 Gebäude), für Stiepel 80 Prozent (2.380), für Bergen-Hiltrop 73 Prozent (1.710), für Harpen-Rosenberg 71 Prozent (1.110) sowie für Linden und Querenburg je 70 Prozent.
| Ortsteil | Ein- und Zweifamilienhäuser | Anteil |
|---|---|---|
| Hordel | 830 | 87 % |
| Stiepel | 2.380 | 80 % |
| Bergen-Hiltrop | 1.710 | 73 % |
Der Zensus 2022 (IT.NRW, Tab. 3.2, Stichtag 15.05.2022) ergänzt das Altersbild: 28,2 Prozent der 58.477 Wohngebäude ohne Wohnheime stammen aus der Zeit vor 1950, weitere 37,1 Prozent aus den Jahren 1950 bis 1969 — der höchste Nachkriegsanteil unserer Ruhrstädte. Solche Dächer sind meist unkompliziert: klare Geometrie, berechenbare Sparrenlagen. Geprüft wird trotzdem die Deckung.
Ein Sonderfall ist die Bergarbeitersiedlung Dahlhauser Heide in Hordel. Der Rat hat am 10. Juli 2025 den Bebauungsplan Nr. 482 und die Gestaltungssatzung Nr. 482 G neu aufgestellt; seither sind Wärmepumpen, Wallboxen und Stellplätze „bei Beachtung gestalterischer Vorgaben“ auch in Vorgärten möglich, die äußere Gestaltung bleibt satzungsgebunden. Was für Solarmodule gilt, erfragen wir bei der Stadt, statt es aus zweiter Hand wiederzugeben. Hinzu kommt der Altbergbau: Die RAG beschreibt Hohlräume, die zu „Verformungen, wie beispielsweise Senkungen“ führen können.
Unser Leistungsumfang für Bochum
Dachanlage
Vom Aufmaß bis zur Anmeldung bei den Stadtwerken Bochum Netz bleibt alles bei uns; vorab gleichen wir SolarRadar und RVR-Kataster ab. Details: Photovoltaik; erste Bewertung über den Dach-Check.
Batteriespeicher ohne Zuschuss
Bochum hat Speicher nie gefördert — auch im beendeten Balkonprogramm waren sie ausgenommen. Umso wichtiger, dass die Größe zum Haushalt passt. Mehr: Stromspeicher, Speichertest 2026, Sigenergy.
Ladeinfrastruktur
In Stiepel oder Bergen-Hiltrop steht das Auto meist auf dem eigenen Grundstück. Wir bringen Wallbox, Zählerschrank und Anlagensteuerung zusammen. Auswahl: Wallboxen im Vergleich, Wallbox.
Preise in Bochum — ohne kommunalen Zuschuss gerechnet
Weil die Stadt weder Dachanlagen noch Speicher bezuschusst, steht der Preis für sich allein. Eine 10-kWp-Anlage kostet komplett 14.400 bis 19.400 Euro, mit 10-kWh-Speicher 17.800 bis 24.100 Euro, ein Ladepunkt 800 bis 2.200 Euro. Bewegt wird das durch Dachneigung, Deckungsart und Gerüstaufwand.
| Anlage | Lieferumfang | Preisspanne |
|---|---|---|
| Photovoltaik 10 kWp | Module, Wechselrichter, Befestigung, Montage, Anmeldung | 14.400 – 19.400 € |
| 10 kWp mit 10 kWh Speicher | Anlage samt Batteriespeicher und Regelung | 17.800 – 24.100 € |
| Wallbox 11 kW | Ladepunkt mit Installation und Anmeldung | 800 – 2.200 € |
| Amortisationsdauer | Speicheranlage, modellhaft gerechnet | 10 – 15 Jahre* |
* Modellrechnung, keine Zusage: Wie schnell sich eine Anlage trägt, hängt von Verbrauch, Eigenverbrauchsanteil, Strompreis und Anlagengröße ab; der Rechenweg steht unter Amortisation Photovoltaik. Steuerlich gilt: Photovoltaik und Speicher nach § 12 Abs. 3 UStG mit null Prozent, Wallbox nicht — deren Preisspanne ist ein Endpreis inklusive Umsatzsteuer nach § 3 PAngV.
Umsatzsteuerlich ist die Anlage privilegiert, der Ladepunkt nicht: § 12 Abs. 3 UStG setzt den Steuersatz für Photovoltaikanlagen und Stromspeicher auf null, für Wallboxen nicht. Unsere 800 bis 2.200 Euro sind deshalb ein Endpreis einschließlich Umsatzsteuer nach § 3 PAngV — der Unterschied erklärt die meisten scheinbaren Preisvorteile.
Gegenzurechnen sind die gesetzlichen Sätze: 7,70 Cent je Kilowattstunde für eingespeisten Überschuss und 12,22 Cent bei Volleinspeisung, jeweils bis 10 kWp ab dem 1. August 2026 (Einspeisevergütung 2026). Weil der Bezugspreis deutlich darüber liegt, entscheidet der Eigenverbrauch über die Wirtschaftlichkeit. Unsere Kostenaufstellung steht unter Photovoltaik-Kosten.
Bochumer Förderung nach dem Ratsbeschluss vom Juni 2026
Programm vorzeitig beendet
Die zum 31. Dezember 2025 gestartete Richtlinie lief kürzer als geplant: „Auf Beschluss des Rates der Stadt Bochum wurde das Förderprogramm am 18. Juni 2026 vorzeitig für beendet erklärt.“ Anträge sind derzeit nicht möglich, eine Wiederaufnahme bleibt offen.
Dach-PV und Speicher waren nie dabei
Auch vorher hätte eine Dachanlage nichts bekommen. Die Förderrichtlinie beschränkte sich auf steckerfertige Anlagen bis 800 Watt Wechselrichterleistung und 2.000 Wattpeak und hielt fest: „Speicher und andere Zusatzkomponenten sind nicht förderfähig“. Der Zuschuss betrug „entsprechend dem Kaufpreis bis zu 500 Euro“ bei einem Budget von 100.000 Euro.
Was trotzdem wirkt
Der Nullsatz bei der Umsatzsteuer nach § 12 Abs. 3 UStG spart bei einer Anlage mit Speicher ein Vielfaches dessen, was das Balkonprogramm je ausgezahlt hätte — ohne Antrag und Stichtag. Landesbausteine ordnen wir unter Förderung NRW ein; das Ziel der Stadt bleibt Klimaneutralität 2035.
In vier Etappen zur Bochumer Anlage
Zwei Kataster, ein Abgleich
Wir sehen uns Ihre Dachfläche im SolarRadar an und gleichen sie mit dem RVR-Kataster ab. Stimmen beide überein, steigen wir mit einer belastbaren Erwartung in die Planung ein.
Ortstermin mit Blick nach innen
Auf dem Dach zählt die Fläche, im Spitzboden die Konstruktion, im Hausanschlussraum der Zählerschrank. Bei Gebäuden aus den Fünfzigern entscheidet sich hier, ob die Standardbefestigung reicht.
Antrag über das Formular der Netzgesellschaft
Die Anmeldung der Erzeugungseinheit reichen wir vollständig ein, damit nichts nachgefordert wird. Parallel disponieren wir das Material aus dem Krefelder Lager und stimmen es auf den Gerüstaufbau ab.
Montage, Inbetriebsetzung, Einweisung
Nach Aufbau und Elektroanschluss folgen Inbetriebsetzung, Zählerwechsel und Registrierung im Marktstammdatenregister. Zum Abschluss gehen wir Monitoring, Speicherregelung und Notabschaltung durch.
Häufige Fragen zu PV in Bochum
Nein. Die Stadt hält fest: „Auf Beschluss des Rates der Stadt Bochum wurde das Förderprogramm am 18. Juni 2026 vorzeitig für beendet erklärt.“ Anträge sind seither nicht möglich, und ob das Programm wiederkommt, ist offen. Wir stellen deshalb keine Bochumer Zuschüsse in Aussicht.
Nicht in diesem Programm. Die Richtlinie aus dem Dezember 2025 war auf steckerfertige Anlagen begrenzt — höchstens 800 Watt Wechselrichterleistung und 2.000 Wattpeak — und schloss Speicher aus: „Speicher und andere Zusatzkomponenten sind nicht förderfähig.“ Gezahlt wurden bis zu 500 Euro, bei einem Budget von 100.000 Euro.
Über das digitale Verfahren „Erzeugungsanlage anmelden“ beziehungsweise das Formular für Erzeugungseinheiten. Nach der Prüfung werden gegebenenfalls Unterlagen per E-Mail nachgefordert; wir stellen die Einreichung so zusammen, dass das entfällt. Für steckerfertige Geräte gilt ein einfacherer Weg bis 800 VA je Anschlussnutzeranlage — mit Zweirichtungszähler.
Für die Bergarbeitersiedlung gelten der Bebauungsplan Nr. 482 und die Gestaltungssatzung Nr. 482 G, die der Rat am 10. Juli 2025 neu aufgestellt hat. Seither sind Wärmepumpen, Wallboxen und Stellplätze „bei Beachtung gestalterischer Vorgaben“ auch in Vorgärten möglich; die äußere Gestaltung bleibt satzungsgebunden. Welche Vorgaben für Solarmodule gelten, lesen wir vor Angebotserstellung bei der Stadt nach, statt kursierende Zusammenfassungen zu übernehmen.
Es ist eine gute Vorstufe, kein Ersatz für ein Aufmaß. Das SolarRadar entstand im Amt für Geoinformation gemeinsam mit den Stadtwerken Bochum auf Basis des 3D-Stadtmodells; zusätzlich verweist die Stadt auf das RVR-Kataster. Nicht sichtbar bleiben Sparrenabstände, Ziegelzustand und der Platz im Zählerschrank.
Bochum liegt im Steinkohlen-Altbergbaugebiet. Die RAG beschreibt, dass die Förderung Hohlräume hinterlassen hat, die zu „Verformungen, wie beispielsweise Senkungen“ und damit zu Schäden an Gebäuden führen können. Für ein einzelnes Grundstück lässt sich das nur prüfen: über den Bürgerinformationsdienst der RAG, die kostenlose Hotline 0800 / 27 27 271 oder die Bezirksregierung Arnsberg, die auf formlosen Antrag gegen 30 Euro Pauschalgebühr Auskunft erteilt.
PV in der Nähe
Rund um Bochum betreuen wir weitere Städte im Revier — jede mit eigenem Netzbetreiber, eigenen Fristen und eigener Seite.