Photovoltaik in Dortmund
Es gibt eine Frage, die in Dortmund über Wochen entscheidet, und fast niemand stellt sie rechtzeitig: Wer ist eigentlich Ihr Netzbetreiber? Im Stadtgebiet sind zwei unterwegs, und das Landesregister grenzt sie nicht nach Straßen ab. Wir klären das, bevor wir ein Angebot schreiben — für alle 95.889 Wohngebäude in dieser Stadt, von denen 60,1 % Ein- oder Zweifamilienhäuser sind. Aus dem Krefelder Lager sind es 73,7 Straßenkilometer zu Ihnen.
Vier Dortmunder Eigenheiten
Eine Stadt, zwei Zuständigkeiten
Das Landesregister der Grundversorger hält für Dortmund zwei Einträge bereit. Alles „außer Schanze (teilw.)“ liegt im Netz der Dortmunder Netz GmbH mit der DEW21 als Grundversorger; „Schanze (teilw.)“ gehört zur ENERVIE Vernetzt GmbH mit der Mark-E. Welche Hausnummern das betrifft, verrät der Eintrag nicht.
Zwei von drei Dächern sind älter als 1970
34.718 Wohngebäude entstanden zwischen 1950 und 1969, weitere 24.288 davor — zusammen 61,5 % des Bestands (Gemeindegrundinformation Zensus 2022, Tab. 3.2). Wer hier Module plant, fängt beim Sparren an, nicht beim Wechselrichter.
Der Tausender ist weg
Bis vor kurzem zahlte die Stadt pauschal 1.000 € je Anlage ab 5 kWp auf selbstgenutzten Ein- und Zweifamilienhäusern. Seit dem 05.06.2026 gilt ein Antragsstopp: Die Mittel sind durch eingegangene Anträge vollständig ausgeschöpft (dortmund.de). Speicher waren dort ohnehin nie enthalten.
Klimaneutral bis 2035
„Über die ursprünglichen Ziele des Handlungsprogramms hinaus beschloss der Rat der Stadt Dortmund das Ziel der Klimaneutralität bis zum Jahr 2035“ (Handlungsprogramm Klima-Luft 2030). Neun Jahre für eine Großstadt — das wird ohne die privaten Dächer nicht gehen.
DONETZ oder ENERVIE Vernetzt? Diese Frage zuerst
Das Register der Regulierungskammer NRW listet unter dem Gemeindeschlüssel 05913000 nicht eine Zeile, sondern zwei. Zeile eins gilt für das Stadtgebiet „außer Schanze (teilw.)“: Verteilnetz Dortmunder Netz GmbH, kurz DONETZ, Grundversorgung Dortmunder Energie- und Wasserversorgung GmbH. Zeile zwei gilt für „Schanze (teilw.)“ — einen Teil des Ortsteils Schanze im Stadtbezirk Hombruch, dort wo Dortmund an Hagen und Herdecke stößt: Verteilnetz ENERVIE Vernetzt GmbH, Grundversorgung Mark-E Aktiengesellschaft.
Warum das teuer werden kann, liegt auf der Hand: Eine Anmeldung beim falschen Unternehmen wird nicht abgelehnt, sie versandet. Man wartet, hakt nach, wartet wieder — und erfährt nach Wochen, dass die Unterlagen nie im richtigen Haus lagen. Erschwerend kommt hinzu, dass eine Straßen- oder Hausnummernliste für „Schanze (teilw.)“ in dem Register schlicht nicht steht. Wir erfinden sie auch nicht. Stattdessen klären wir die Sache an der einzigen Stelle, die eindeutig ist: Zählernummer und Anschlussadresse Ihrer letzten Stromrechnung. Damit lässt sich die Zuordnung nachweisen, notfalls mit einem Anruf bei beiden Unternehmen. Der Aufwand liegt bei uns und ist Teil der Angebotsphase.
Steht fest, dass die DONETZ zuständig ist, geht es in ihr Netzanschlussportal. Dort heißt es: „Im ersten Schritt registrieren Sie oder Ihr Installateur/Errichter sich bitte einmalig in unserem Portal“; danach folgen Adressdaten, Anlagendetails und Messkonzept (Anmeldung neuer Anlagen). Das Unternehmen ist eine 100%ige Tochter der DEW21 und führt das Dortmunder Stromnetz seit dem 1. Januar 2007; seine Aufgabe beschreibt es als „technisch und wirtschaftlich einwandfreie[n] Netzbetrieb in der Stadt Dortmund und anliegenden Gemeinden“ (do-netz.de). Fällt Ihr Haus dagegen unter die zweite Zeile, läuft alles über ENERVIE Vernetzt. Wir übernehmen den Vorgang so oder so — Sie unterschreiben, wir schicken ab und reichen Ihnen jede Bestätigung weiter.
Warum in Dortmund der Dachstuhl über die Anlage entscheidet
Dortmund ist eine Stadt der Reihen- und Doppelhäuser: 18.584 Reihenhäuser, 13.575 Doppelhaushälften und 14.911 freistehende Einfamilienhäuser stehen in der Statistik (Zensus 2022, Tab. 3.4). 71,5 % aller Wohngebäude gehören Privatpersonen (Tab. 3.5) — es entscheidet also meist ein Eigentümer und nicht eine Versammlung.
| Bauzeit | Wohngebäude | Anteil am Bestand |
|---|---|---|
| bis 1949 | 24.288 | 25,3 % |
| Wiederaufbau 1950 – 1969 | 34.718 | 36,2 % |
| 1970 – 1989 | 17.736 | 18,5 % |
Das eigentliche Planungsthema ist aber nicht der Haustyp, sondern der Jahrgang. So verteilt sich der Bestand zum Stichtag 15.05.2022:
Ein Dachstuhl aus 1958 verträgt Module — nur eben nicht jede Unterkonstruktion und nicht jedes Modulgewicht. Wir sehen uns Sparrenabstand und -querschnitt an, klopfen die Lattung ab und prüfen, ob die Eindeckung eine Demontage und Wiedermontage übersteht. Erst danach nennen wir eine Modulzahl. Zwei weitere Punkte gehören in Dortmund dazu. Der eine betrifft die Werkssiedlung Oberdorstfeld, seit 1993 Denkmalbereich, und die Südliche Gartenstadt am Westfalendamm als zweiten Denkmalbereich der Stadt — für Dachanlagen greifen dort die Denkmalbereichssatzungen (Denkmalbereiche Dortmund). Steht Ihr Haus dort, klären wir die Zulässigkeit vor dem Angebot. Der andere Punkt liegt unter der Erde: Dortmund gehört zum ehemaligen Steinkohlenrevier. Über ein einzelnes Grundstück sagen wir dazu nichts — belastbar ist allein die Auskunft, die die Bezirksregierung Arnsberg auf Antrag zur bergbaulichen Situation erteilt. Sinnvoll ist sie, wenn Türen klemmen oder Risse wandern; die Netzanmeldung berührt sie nicht. Wie ein Termin bei uns abläuft, steht im Dach-Check.
Drei Dinge, die wir für Dortmunder Häuser tun
Zuständigkeit nachweisen
Bevor irgendetwas bestellt wird, legen wir Ihnen schriftlich vor, welches der beiden Unternehmen Ihr Netz führt — nachgewiesen über Zählernummer und Adresse. Das kostet nichts und erspart die Wochen, die andere verlieren.
Anlage für den Altbestand auslegen
Wir dimensionieren nach Ihrem Verbrauch und bewerten die Statik des Nachkriegsdachstuhls; die Montage ist im Preis enthalten, die Gesamtprojektverantwortung liegt bei uns. Was dazugehört, steht unter Photovoltaik.
Speicher nur mit Beleg
Ein Speicher ist kein Zubehör, sondern eine Investitionsentscheidung. Wir legen Ihnen die Rechnung mit und ohne vor — Auswahl unter Sigenergy, Einordnung im Speichertest 2026.
Was das Ganze in Dortmund kostet
Wir rechnen bundesweit mit denselben Preisen; die 73,7 Kilometer Anfahrt tauchen in keiner Position auf. Was den Betrag bewegt, ist Ihr Dach. Auf einem Reihenhaus in Hörde zählt jede nutzbare Reihe zwischen Brandwand und Gaube, auf einem freistehenden Haus in Syburg zählt eher, ob Sie Ost-West oder Süd belegen wollen. Und bei einem Sechziger-Jahre-Dach kann eine neue Lattung dazukommen — wir sagen das beim Aufmaß, nicht in der Schlussrechnung.
| Umfang | Endpreis | Umsatzsteuer |
|---|---|---|
| Photovoltaik 10 kWp, ohne Speicher | 14.400 – 19.400 € | 0 % (§ 12 Abs. 3 UStG) |
| dieselbe Anlage mit 10 kWh Speicher | 17.800 – 24.100 € | 0 % (§ 12 Abs. 3 UStG) |
| Wallbox 11 kW inklusive Montage | 800 – 2.200 € | 19 % enthalten |
Genannt sind Endpreise inklusive Umsatzsteuer nach § 3 PAngV. Auf Photovoltaikanlage und Speicher entfällt die Umsatzsteuer nach § 12 Abs. 3 UStG, auf die Wallbox nicht — in deren Preis stecken die üblichen 19 %. Die Anlage mit Speicher amortisiert sich bei gewöhnlichem Eigenverbrauch in 8 – 13 Jahren; das ist eine Modellrechnung und keine Zusage, denn Verbrauch, Eigenverbrauchsquote, Ausrichtung und Strompreis bestimmen das Ergebnis. Die Rechenwege legen wir unter Amortisation offen.
Zur Vergütungsseite: Wer seine Anlage bis 10 kWp ab dem 01.08.2026 in Betrieb nimmt, erhält für eingespeisten Überschuss 7,70 ct/kWh, bei Volleinspeisung 12,22 ct/kWh (Einspeisevergütung 2026). Im typischen Dortmunder Eigenheim mit Familie und Auto vor der Tür trägt aber nicht die Vergütung die Rechnung, sondern der Eigenverbrauch — jede selbst genutzte Kilowattstunde ersetzt Bezugsstrom, und der kostet ein Vielfaches.
Die Einzelpositionen hinter diesen Spannen stehen unter Photovoltaik-Kosten. Unser Angebot nennt keinen Ab-Preis, sondern den Betrag, der am Ende auf der Rechnung steht — und wir nennen ihn erst, wenn wir oben waren.
Fördergeld in Dortmund: eine kurze Liste
Antragsstopp seit Juni
Die Richtlinie vom 23.06.2025 sah 1.000 € pauschal vor, gebunden an mindestens 5 kWp, an selbstgenutzte Ein- und Zweifamilienhäuser sowie an Einkommensgrenzen von 75.000 € für Ledige und 150.000 € für Zusammenveranlagte. Zum 05.06.2026 wurde der Antragsstopp verfügt. Ein Speicher- oder Balkonkraftwerk-Programm führt die städtische Förderübersicht nicht; übrig bleibt dort nur „PV auf Vereinsgebäuden“ mit bis zu 50 % Zuschuss.
Die Steuerbefreiung schlägt den Zuschuss
Seit § 12 Abs. 3 UStG greift, entsteht auf Anlage und Speicher gar keine Umsatzsteuer. Bei einem Projekt über 21.000 € sind das rund 3.350 €, die Sie nicht auslegen und nicht zurückholen müssen — mehr als das Dreifache dessen, was die Stadt bis Juni gezahlt hat. Für die Wallbox gilt das nicht.
Erst ins Kataster schauen
Dortmund ist Kooperationspartner des Regionalverbands Ruhr und hat mit ihm ein Solardachkataster aufgestellt (Solarkataster der Stadt). Im Solardachkataster Metropole Ruhr sehen Sie das Potenzial Ihres Dachs in einer Minute. Was aktuell an Landesmitteln läuft, steht unter Förderung NRW.
Vom Anruf bis zur Inbetriebnahme
Verbrauch und Zuständigkeit
Wir nehmen Jahresverbrauch und Tagesrhythmus auf — und starten parallel die Prüfung, welches der beiden Dortmunder Netzunternehmen Ihr Haus führt.
Oben nachsehen
Sparren, Lattung, Eindeckung, Zählerschrank, Kabelweg. Bei Häusern in Oberdorstfeld oder der Südlichen Gartenstadt kommt die Satzungsfrage dazu.
Angebot mit Endpreis
Stückliste, Ertragsprognose, Wirtschaftlichkeitsrechnung — und der Netzbetreiber, den wir ermittelt haben, schwarz auf weiß.
Bauen und anmelden
Montage und Anschluss sind im Preis enthalten; die Anmeldung und den Eintrag im Marktstammdatenregister übernehmen wir.
Häufige Fragen zu PV in Dortmund
Über Zählernummer und Anschlussadresse Ihrer letzten Stromrechnung. Das Landesregister nennt für Dortmund zwar zwei Unternehmen, grenzt „Schanze (teilw.)“ aber nicht nach Straßen ab — eine Karte dazu gibt es nicht. Wir machen die Prüfung vor dem Angebot und legen Ihnen das Ergebnis schriftlich vor.
Nichts Dramatisches, aber Zeitverlust: Der Vorgang bleibt liegen, weil er im falschen Haus liegt, und Sie beginnen nach Wochen von vorn. Genau deshalb steht die Zuordnung bei uns am Anfang und nicht am Ende des Projekts.
Nein. Der Antragsstopp gilt mit Wirkung zum 05.06.2026, weil die Fördermittel durch eingegangene Anträge vollständig ausgeschöpft sind. Batteriespeicher waren in dem Programm ohnehin nie förderfähig. Was bleibt, ist die entfallende Umsatzsteuer auf Anlage und Speicher.
Meistens ja, aber wir prüfen statt zu schätzen. 34.718 Dortmunder Wohngebäude stammen aus 1950 bis 1969, weitere 24.288 aus der Zeit davor. Beim Termin messen wir Sparrenabstand und -querschnitt, prüfen die Lattung und beurteilen, ob die Eindeckung eine Montage überlebt. Was vorher gemacht werden muss, steht dann im Angebot.
Oberdorstfeld ist seit 1993 Denkmalbereich, ebenso die Südliche Gartenstadt am Westfalendamm. Dort gelten die Denkmalbereichssatzungen der Stadt, die Anforderungen an Dachanlagen stellen. Eine pauschale Zusage wäre unseriös — wir stimmen die Zulässigkeit mit der Stadt ab, bevor ein Angebot entsteht.
Für die Anmeldung nichts. Für die Statik gilt: Eine belastbare Aussage zu einem konkreten Grundstück gibt nur die Bezirksregierung Arnsberg, die auf Antrag Auskunft zur bergbaulichen Situation und zur Bergschadensgefährdung erteilt. Wir raten dazu, wenn am Haus Setzungsspuren sichtbar sind — und zwar bevor eine Unterkonstruktion geplant wird.
Die niedrige Vergütung macht jede selbst genutzte Kilowattstunde wertvoller als eine eingespeiste — das spricht für den Speicher. Ob er sich trägt, entscheidet trotzdem Ihr Abendverbrauch. Wir legen Ihnen beide Varianten nebeneinander und sagen es deutlich, wenn sich die teurere nicht lohnt.
PV in der Nähe
Wir arbeiten im gesamten östlichen Ruhrgebiet. Die Nachbarstädte haben eigene Seiten — jeweils mit ihrem Netzbetreiber und ihrer Förderlage.