Photovoltaik in Torgau. Zwei Dinge sind hier anders.
Erstens der Netzbetreiber: Seit dem 1. Januar 2024 betreiben die Stadtwerke Torgau das Stromnetz im gesamten Stadtgebiet — vorher war es in mehreren Ortsteilen die MITNETZ. Zweitens die Altstadt: Sie ist seit 2015 als Denkmalschutzgebiet „Altstadt“ per Satzung geschützt, und dort ist eine Solaranlage auch dann genehmigungspflichtig, wenn sie baurechtlich verfahrensfrei wäre. Beides klären wir vor dem ersten Dachhaken. Unser Lager steht 49 Straßenkilometer entfernt in Leipzig.
Nicht mehr MITNETZ: Wer Ihre Anlage in Torgau anschließt
Wer nach dem Netzbetreiber für Torgau sucht, findet reichlich veraltete Angaben. Die Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom mbH hat zum 1. Januar 2024 sämtliche Rechte und Pflichten als Netzbetreiber für das Netzgebiet der Stadt Torgau an die Stadtwerke Torgau GmbH übertragen, bekanntgemacht am 15. Dezember 2023 im Amtsblatt des Landkreises Nordsachsen. Betroffen waren die zuvor von der MITNETZ versorgten Gebiete in den Gemarkungen Pflückuff und Zinna. Auch in Welsau, Loßwig, Beckwitz, Bennewitz, Weßnig, Kunzwerda, Mehderitzsch, Kranichau und Staupitz geht die Einspeise-Anmeldung seither an die Stadtwerke, nicht mehr nach Kabelsketal.
Das Netz dahinter ist klein und gut dokumentiert: Die Stadtwerke weisen zum 31. Dezember 2025 rund 14.936 Entnahmestellen in der Niederspannung aus, 243 Kilometer Niederspannungskabel und 28,6 Kilometer Freileitung auf 72,70 Quadratkilometern Konzessionsgebiet. Die Freileitungsanteile in den Ortslagen sind kein Ausschlusskriterium, aber ein Grund, den Zählerplatz früh anzusehen.
So läuft die Anmeldung: Die Stadtwerke Torgau nehmen sie über ihr Netzanschlussportal oder per Formular entgegen; dazu kommen für eine Erzeugungsanlage das Datenblatt zum Anschluss einer Eigenerzeugungsanlage, die Erklärung zur Inbetriebnahme und die Bestätigung nach SysStabV. Anlaufstelle ist Fischerdörfchen 11 in 04860 Torgau. Wir reichen vor Baubeginn ein, die Montage beginnt erst nach der Rückmeldung — anschließend Inbetriebsetzung nach VDE-AR-N 4105, Zweirichtungszähler, Marktstammdatenregister. Die Frist für die Mitteilung nach § 8 Abs. 6 EEG beträgt höchstens acht Wochen; wir planen zwei bis vier Wochen ein. Sie unterschreiben die Vollmacht, den Schriftverkehr führen wir.
Ein Monat für den Zeitplan
Nach § 8 Abs. 5 EEG schuldet der Netzbetreiber unverzüglich einen Zeitplan und eine Liste der fehlenden Unterlagen. Bleibt er länger als einen Monat aus, dürfen Anlagen bis 30 kW unter Einhaltung der Anschlussregeln angeschlossen werden.
Der Hausanschluss zählt
Bei Anlagen bis zusammen 30 kW auf einem Grundstück mit bestehendem Netzanschluss gilt dieser als günstigster Verknüpfungspunkt. Für das Torgauer Eigenheim mit 9 bis 15 kWp ist die Frage damit beantwortet.
Warum in der Torgauer Altstadt andere Regeln gelten
Torgau ist eine der geschlossensten Renaissance-Stadtanlagen Deutschlands — und das ist hier keine Tourismusfloskel, sondern geltendes Ortsrecht. Der Stadtrat hat am 18. März 2015 die Satzung für das Denkmalschutzgebiet „Altstadt“ nach § 21 SächsDSchG beschlossen. Geschützt ist das Stadt-, Platz- und Straßenbild einschließlich der südlichen und östlichen Silhouette, namentlich die elbseitige Ansicht mit Schloss Hartenfels und der Marienkirche „mit ihrem gewaltigen Steildach“ — also genau die Ansicht, in der eine Modulfläche auffallen würde. Der Geltungsbereich reicht über den Stadtkern innerhalb der teilweise erhaltenen Stadtmauer und die Quartiere Bäcker-, Fischer-, Leipziger- und Spitalviertel; verbindlich ist der Lageplan mit der Flurstücksliste.
Der entscheidende Satz steht in § 4 Abs. 2 der Satzung: Genehmigungspflichtig sind Errichtung, Veränderung und Abbruch baulicher Anlagen im Sinne der Sächsischen Bauordnung — „auch wenn sie keiner Baugenehmigung bedürfen“. Genau das trifft auf Photovoltaik zu: Solaranlagen in, an und auf Dach- und Außenwandflächen sind nach § 61 Abs. 1 Nr. 3 SächsBO verfahrensfrei, was nach § 59 Abs. 2 SächsBO aber nur heißt: kein Bauantrag. Alle übrigen Vorschriften bleiben. Zuständig ist die Untere Denkmalschutzbehörde im Landratsamt Nordsachsen; beim typischen PV-Projekt ist die Genehmigung nach § 5 der Satzung gesondert zu beantragen. Wer ohne sie erheblich am geschützten Bild verändert, handelt nach § 6 der Satzung ordnungswidrig im Sinne von § 36 Abs. 1 Nr. 5 SächsDSchG.
Steht Ihr Haus zusätzlich selbst als Kulturdenkmal in der Denkmalliste, gilt obendrein § 12 SächsDSchG — die Satzung hebt diese Genehmigungspflicht ausdrücklich nicht auf. Beide Ebenen liegen also übereinander, und in Torgau ist das kein Randfall: Die Altstadt zählt mehrere hundert Bau- und Kulturdenkmale, Schloss Hartenfels ist obendrein als Denkmalsachgesamtheit geschützt.
Genehmigungspflichtig heißt nicht aussichtslos: Das Sächsische Staatsministerium für Regionalentwicklung hat die unteren Denkmalschutzbehörden mit Erlass vom 12. Januar 2023 angewiesen, die Wertentscheidung des § 2 EEG 2023 einzustellen und „darauf hinzuwirken, eine Genehmigungsfähigkeit zu erreichen“. Für Torgau muss man trotzdem ehrlich sein: Die Handreichung „Denkmalschutz und Solarenergie in Sachsen“ des Landesamtes für Denkmalpflege von 2023 bildet Torgau ab und beschreibt die „markante Ansicht der historischen Stadt mit geschützter Stadtsilhouette, die eine Installation von Solaranlagen nur in Ausnahmefällen ermöglicht“. Umgekehrt nennt dieselbe Handreichung die Wege, die funktionieren — und die gibt es hier oft: rückwärtige, nicht einsehbare Dachflächen, untergeordnete Nebengebäude, Hofgebäude, Flachdächer mit hoher Attika.
Anforderungen an die Module
Farblich an die umgebende Fläche angepasst, matte Oberfläche ohne Binnenstruktur, rahmenlos oder mit Rahmen in Modulfarbe, bei Ziegeleindeckung möglichst kleinteilig. Glänzende Module mit hellem Alurahmen sind in der Altstadt das sichere Nein.
Anforderungen an die Verlegung
Nur eine Modulgröße und eine Richtung, klare Geometrie, geschlossene Fläche als Feld oder Streifen an First oder Traufe, in der Regel dachparallel — und die Dachfläche nicht dominierend. Vollbelegung ist die Ausnahme.
Indach statt Aufdach
„Wenn möglich und sinnvoll: dachintegrierter Einbau“, so die Handreichung. In Torgau ist das oft die Variante, die überhaupt genehmigt wird. Technik und Preis im Vergleich Aufständerung und Indach.
Was der Antrag braucht
Standort mit Zeichnung, Abstände zu First, Traufe und Ortgang, Eindeckung nach Material und Farbe, geprüfte Alternativstandorte. Wir stellen die Unterlagen zusammen; Grundsätzliches im Ratgeber PV und Denkmalschutz.
Vier Torgauer Dachwelten — und was sie verlangen
Torgau hat nach dem Gemeindeverzeichnis des Statistikportals der Länder rund 19.855 Einwohner auf 102,82 Quadratkilometern — eine kleine Stadt mit ungewöhnlich großer Spannweite an Dächern. Die Altstadt bringt steile, kleinteilig gegliederte Ziegeldächer mit Giebeln, Gauben und knappen Flächen; hier entscheidet die Genehmigungslage, nicht der Ertrag. Wenn etwas geht, dann auf der Hofseite, auf einem Anbau oder als Indach-Feld mit klarem Rand — praktisch nie als Vollbelegung zur Straße.
Die Wohngebiete außerhalb des Rings, allen voran Torgau Nordwest entlang der Dommitzscher und Zinnaer Straße, bestehen aus Geschosswohnungsbau mit großen, zusammenhängenden Flachdächern. Dort geht es um Aufständerung, Ballastierung und Windlast statt um Ästhetik — und um die Frage, ob der Strom als Allgemeinstrom, per Mieterstrom oder als Volleinspeisung genutzt wird. Wir rechnen meist Ost-West statt Süd: weniger Spitze, mehr Leistung je Quadratmeter Dach.
Die Ein- und Zweifamilienhäuser in den Ortslagen — Zinna, Loßwig, Beckwitz, Weßnig, Kunzwerda, Staupitz — sind der Regelfall: Satteldächer mit Betondachstein oder Tonziegel, oft mit Scheune, Garage oder Stallgebäude daneben. Diese Nebengebäude sind doppelt interessant: ungestörte Flächen ohne Gauben, und genau der Standort, den die sächsische Denkmalpflege bei geschützter Umgebung bevorzugt.
Die Gewerbedächer sind für diese Stadtgröße bemerkenswert. Das Industrie- und Gewerbegebiet Nord an der B 182 umfasst 44,3 Hektar Nettofläche, davon nach Angaben der Stadt noch rund 10 Hektar verfügbar; das Gebiet Außenring an der B 183 kommt auf 17 Hektar. Torgau ist Industriestandort mit Glas-, Keramik-, Papier- und Holzverarbeitung — entsprechend gibt es Hallendächer, auf denen gewerbliche Anlagen jenseits von 100 kWp sinnvoll sind, mit Statiknachweis und oft Mittelspannungsanschluss.
Ein Torgauer Sonderthema zum Schluss: die Elbe. Beim Augusthochwasser 2002 trat sie auch in Torgau über die Ufer. In elbnahen Lagen planen wir Wechselrichter und Batteriespeicher deshalb nicht in den Keller, sondern ins Erdgeschoss. Das kostet ein paar Meter Kabel und erspart im Ernstfall den Totalschaden an der teuersten Komponente.
Was ein Torgauer Dach wirklich liefert
Statt einer Globalstrahlungszahl, mit der niemand rechnen kann, die Werte für die Torgauer Innenstadt aus PVGIS 5.3 der Gemeinsamen Forschungsstelle der EU-Kommission (Datensatz SARAH3, Mittel 2005 bis 2023), gerechnet für 10 kWp mit 14 Prozent Systemverlusten:
| Dachsituation | Ertrag je kWp | 10-kWp-Anlage |
|---|---|---|
| Süd, 35° Neigung | rund 1.090 kWh | rund 10.900 kWh/Jahr |
| Südost, 40° Neigung | rund 1.030 kWh | rund 10.300 kWh/Jahr |
| Flachdach aufgeständert, 15° Süd | rund 1.020 kWh | rund 10.200 kWh/Jahr |
| Ost, 30° Neigung | rund 875 kWh | rund 8.750 kWh/Jahr |
| West, 30° Neigung | rund 860 kWh | rund 8.600 kWh/Jahr |
Modellwerte ohne Verschattung durch Bäume, Nachbargiebel oder Schornsteine — in der Altstadt ist genau das der größte Abzug. Zwischen bestem Süddach und reinem Westdach liegen rund 20 Prozent; das entscheidet nicht über das Ob, aber über Anlagengröße und Speicherauslegung. Den Wert für Ihr Dach rechnen wir im Dach-Check.
Wie viel Photovoltaik in Torgau schon läuft
Die Bundesnetzagentur führt für Torgau 1.270 Solaranlagen in Betrieb mit zusammen 46,3 MW; 92 Prozent davon bleiben unter 30 kWp. Der Mittelwert liegt bei 36,5 kWp, der Median nur bei 5,6 — in Torgau hängt ein großer Teil der Leistung an wenigen Freiflächen- und Gewerbeanlagen, während die Masse der Meldungen Hausdächer sind. Der Zubau lässt nach: 114 Anlagen bis September 2026, hochgerechnet rund 21 Prozent weniger als die 204 des Vorjahres. Bis Torgau sind es 52 Kilometer ab unserem Lager in Leipzig, rund 55 Minuten.
Quelle: Marktstammdatenregister, Abruf 22.09.2026.
Was kostet eine PV-Anlage in Torgau?
Eine schlüsselfertige 10-kWp-Anlage kostet 2026 zwischen 14.400 und 19.400 Euro — inklusive Planung, Montage, Wechselrichter, Verkabelung und Netzanschluss. Mit einem 10-kWh-Stromspeicher liegt der Gesamtpreis bei 17.800 bis 24.100 Euro, eine Wallbox kostet zusätzlich 800 bis 2.200 Euro. Anlage und Speicher sind dank Nullsteuersatz umsatzsteuerfrei; im Wallbox-Preis ist die gesetzliche Umsatzsteuer enthalten. Alle Preise sind Endpreise. Einstiegspreise bei Volt: schlüsselfertig ab 10.000 €, 10 kWp mit 8-kWh-Speicher ab 12.999 €.
| Anlagenpaket | Preis 2026 (schlüsselfertig) | Amortisation |
|---|---|---|
| 10 kWp ohne Speicher | 14.400 – 19.400 € | 12 – 17 Jahre |
| 10 kWp + 10 kWh Speicher | 17.800 – 24.100 € | 10 – 15 Jahre |
| + Wallbox (optional) | 800 – 2.200 € | — |
Die Amortisationszeiten sind Modellrechnungen und keine Zusage. Sie hängen von Jahresertrag, Eigenverbrauchsanteil, Strompreis und Einspeisevergütung ab; Ihren individuellen Wert rechnen wir im Amortisationsrechner und im Angebot für Ihr Dach.
Zwei Torgauer Besonderheiten verschieben diese Spanne. Eine dachintegrierte Altstadt-Lösung mit matten, farblich angepassten Modulen kostet je Kilowatt deutlich mehr als Standard-Aufdach und bringt auf gleicher Fläche weniger Leistung — ist dafür oft die einzige genehmigungsfähige Variante. Und liegt die Anlage auf Scheune oder Garage statt auf dem Wohnhaus, kommen Leitungsweg, gegebenenfalls Erdkabel und ein zweiter Potentialausgleich dazu. Beides steht als eigene Position im Angebot. Alle Preisfaktoren erklärt Photovoltaik-Kosten, eine Schätzung vorab gibt der Preisrechner.
Torgau und Sachsen: Was es gibt — und was nicht
Die ehrliche Auskunft zuerst: Für die Dachanlage am Torgauer Eigenheim gibt es weder vom Freistaat noch von der Stadt einen Zuschuss. Das zentrale sächsische Instrument, der SachsenKredit „Energie und Speicher“ der Sächsischen Aufbaubank, ist ein zinsgünstiges Darlehen mit Tilgungszuschuss — aber erst für PV über 30 kWp bis 1 MWp. Für ein Hallendach im Gewerbegebiet Nord ist das ein Thema, für das Siedlungshaus in Loßwig nicht. Der SAB-Zuschuss für Balkonkraftwerke ist zum 30. Juni 2026 ausgelaufen, und kommunal fördert Torgau Photovoltaik nicht: Das Programm des Städtebaulichen Denkmalschutzes für die Altstadt lief bis 2022 und betraf Sanierung und öffentlichen Raum. Details auf unserer Seite Förderung Sachsen 2026.
Ein Hinweis für Eigentümer eines Torgauer Kulturdenkmals: Für die denkmalgerechte Sanierung selbst — nicht für die PV-Anlage — kennt das Einkommensteuerrecht mit § 7i und § 10f EStG erhöhte Absetzungen; Voraussetzung sind vorherige Abstimmung und Bescheinigung der Denkmalschutzbehörde. Ob das greift, entscheidet Ihr Steuerberater; wir rechnen ohne diesen Effekt.
Einspeisevergütung
Stand 1. August 2026 erhalten Anlagen bis 10 kWp 7,70 ct/kWh für den eingespeisten Überschuss und 12,22 ct/kWh bei Volleinspeisung, ab Inbetriebnahme für 20 Kalenderjahre plus das Inbetriebnahmejahr. Aktuelle Sätze: Einspeisevergütung 2026.
Null Prozent Umsatzsteuer und KfW 270
Für Anlagen bis 30 kWp auf Wohngebäuden gilt der Nullsteuersatz nach § 12 Abs. 3 UStG — auch für die teurere Indach-Variante in der Altstadt. Der KfW-Kredit 270 läuft über die Hausbank und muss vor Beauftragung beantragt sein.
Gewerbe: SAB plus Abschreibung
Ab 30 kWp kommen der SachsenKredit mit Tilgungszuschuss und die steuerliche Abschreibung zusammen. Zu Speichern im Gewerbe: Gewerbespeicher Sachsen.
49 Kilometer — und die Straße heißt in Leipzig schon Torgauer Straße
Volt Energie ist ein Familienbetrieb mit Sitz und Lager in der Riesaer Straße 62 in 04328 Leipzig-Paunsdorf. Von dort nach Torgau sind es rund 49 Straßenkilometer und etwa 50 Minuten Fahrzeit, praktisch durchgehend über die B 87 via Taucha, Eilenburg und Mockrehna; die erste Hauptstraße am Lager heißt in Leipzig bereits Torgauer Straße. Damit liegt Torgau für uns im Tagesradius: Eine vergessene Kabelrolle oder ein fehlender Satz Dachhaken kostet eine Stunde Fahrt, keinen neuen Termin in der Folgewoche. Der Aufnahmetermin ist eine Fahrt, keine Reise, und auch die Montage läuft ohne lange Anfahrt nach Plan.
Vier Schritte — in Torgau mit einer Zusatzschleife
Lagecheck vor dem Dachcheck
Erste Frage: Liegt das Grundstück im Denkmalschutzgebiet „Altstadt“, und steht das Gebäude selbst in der Denkmalliste? Beides entscheidet über den Weg. Parallel messen wir Dachfläche, Neigung, Ausrichtung und Verschattung.
Konzept, notfalls zweifach
Im geschützten Bereich legen wir eine genehmigungsorientierte Variante daneben: Hofseite oder Nebengebäude, matte Module, Indach, klare Feldgeometrie mit definierten Abständen zu First, Traufe und Ortgang.
Behörden vor Baubeginn
Bei Denkmalbezug der Antrag an die Untere Denkmalschutzbehörde im Landratsamt Nordsachsen, möglichst mit vorheriger Beratung. Immer: die Anmeldung bei den Stadtwerken Torgau. Montiert wird erst nach Rückmeldung.
Montage und Inbetriebnahme
Zwei bis drei Tage auf dem Dach, dann Inbetriebsetzung nach VDE-AR-N 4105, Zweirichtungszähler durch die Stadtwerke, Eintragung im Marktstammdatenregister, Einweisung und Monitoring per App.
Drei Torgauer Ausgangslagen, durchgerechnet
Siedlungshaus in Loßwig, Satteldach nach Süden
Satteldach 35°, Betondachstein, freie Südfläche ohne Gaube: 11,2 kWp ergeben nach PVGIS rund 12.200 kWh im Jahr. Mit 10-kWh-Speicher und 4.500 kWh Verbrauch liegt der Eigenverbrauch bei etwa 75 Prozent; der Überschuss geht zu 7,70 ct/kWh ins Netz der Stadtwerke. Keine Denkmalfrage.
Bürgerhaus in der Altstadt, Hofseite
Steiles Ziegeldach, straßenseitig im Denkmalschutzgebiet. Geplant wird nicht zur Straße, sondern als Indach-Feld auf der Hofseite: 6,0 kWp bei rund 40° Südost ergeben etwa 6.200 kWh im Jahr — weniger als technisch möglich, dafür eine Variante mit Aussicht auf Genehmigung. Matte, rahmenlose Module, dachparallel, klare Feldkante zum Ortgang.
Halle im Gewerbegebiet Nord an der B 182
Flachdach mit Attika, Ost-West-Aufständerung in 15°: 120 kWp ergeben rund 122.000 kWh im Jahr, im Zweischichtbetrieb typischerweise 70 bis 80 Prozent Eigenverbrauch. Ab dieser Größe kommen Statiknachweis und Ballastierungskonzept dazu — und der SachsenKredit wird erstmals nutzbar.
Modellrechnungen für typische Torgauer Ausgangslagen, keine konkreten Kundenprojekte. Erträge aus PVGIS 5.3 (EU-Kommission, Datensatz SARAH3) für die Koordinaten der Torgauer Innenstadt, 14 Prozent Systemverluste, ohne Verschattung. Eigenverbrauchsquoten sind Annahmen. Stand: September 2026.
Fragen, die uns in Torgau tatsächlich gestellt werden
Nein. Die Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom mbH hat zum 1. Januar 2024 sämtliche Rechte und Pflichten als Netzbetreiber für das Netzgebiet der Stadt Torgau auf die Stadtwerke Torgau GmbH übertragen, bekanntgemacht am 15. Dezember 2023 im Amtsblatt des Landkreises Nordsachsen. Auch in Ortsteilen wie Zinna, Loßwig, Weßnig und Staupitz geht die Anmeldung seither an die Stadtwerke, Fischerdörfchen 11 in 04860 Torgau.
Ja. Solaranlagen auf Dach- und Außenwandflächen sind nach § 61 Abs. 1 Nr. 3 der Sächsischen Bauordnung verfahrensfrei — das heißt nach § 59 Abs. 2 SächsBO aber nur: kein Bauantrag. Die Satzung der Stadt Torgau für das Denkmalschutzgebiet „Altstadt“ vom 18. März 2015 macht in § 4 Abs. 2 die Errichtung baulicher Anlagen genehmigungspflichtig, „auch wenn sie keiner Baugenehmigung bedürfen“. Beantragt wird nach § 5 der Satzung bei der Unteren Denkmalschutzbehörde im Landratsamt Nordsachsen.
Es umfasst den Stadtkern innerhalb der teilweise erhaltenen Stadtmauer mit Burg- und Schlossbereich sowie die Quartiere Bäcker-, Fischer-, Leipziger- und Spitalviertel, begrenzt unter anderem von Friedrichplatz, Leipziger Wall, Promenade, Fischerstraße, Elbstraße, Unter den Linden und Puschkinstraße. Verbindlich ist der Lageplan vom 18. März 2015 samt Flurstücksliste — wir prüfen die Flurstücksnummer, bevor wir planen.
Manchmal, aber die Hürde ist hoch. Die Handreichung „Denkmalschutz und Solarenergie in Sachsen“ des Landesamtes für Denkmalpflege von 2023 führt Torgau ausdrücklich als Beispiel für eine geschützte Stadtsilhouette an, „die eine Installation von Solaranlagen nur in Ausnahmefällen ermöglicht“. Bessere Chancen haben rückwärtige, nicht einsehbare Dachflächen, untergeordnete Nebengebäude und Flachdächer mit hoher Attika.
Die sächsische Handreichung nennt: farblich an die Dachfläche angepasst, matte Oberfläche ohne Binnenstruktur, rahmenlos oder mit Rahmen in Modulfarbe, bei Ziegeleindeckung möglichst kleinteilig, dachparallel verlegt und die Dachfläche nicht dominierend — „wenn möglich und sinnvoll: dachintegrierter Einbau“. Glänzende Module mit hellem Aluminiumrahmen scheiden damit aus.
Oft ist das der bessere Weg. Die Antrags-Checkliste des Landesamtes für Denkmalpflege fragt ausdrücklich nach geprüften Alternativstandorten und nennt Gebäude ohne Denkmalwert, untergeordnete Nebengebäude und nicht einsehbare Bereiche. In den Torgauer Ortslagen mit Hofstrukturen ist das häufig vorhanden; technisch kommen Leitungsweg, gegebenenfalls Erdkabel und ein zweiter Potentialausgleich dazu.
Für die private Dachanlage nicht. Torgau hat kein eigenes PV-Zuschussprogramm; das Programm des Städtebaulichen Denkmalschutzes für die Altstadt lief bis 2022. Der SachsenKredit „Energie und Speicher“ der SAB greift erst bei PV über 30 kWp, der Balkonkraftwerk-Zuschuss ist zum 30. Juni 2026 ausgelaufen. Bleiben KfW 270, Nullsteuersatz, Steuerfreiheit nach § 3 Nr. 72 EStG und Einspeisevergütung.
Nicht selbstverständlich in den Keller. Beim Augusthochwasser 2002 ist die Elbe auch in Torgau über die Ufer getreten. In elbnahen Lagen planen wir Wechselrichter und Speicher ins Erdgeschoss — das kostet etwas mehr Leitungsweg und verhindert, dass die teuerste Komponente im Ernstfall im Wasser steht.
Quellen: Satzung der Stadt Torgau für das Denkmalschutzgebiet „Altstadt“ vom 18.03.2015 · Sächsisches Denkmalschutzgesetz, §§ 12, 21, 36 · Sächsische Bauordnung, §§ 59, 61 · Erlass des Sächsischen Staatsministeriums für Regionalentwicklung vom 12.01.2023 · Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, „Denkmalschutz und Solarenergie in Sachsen“, 2023 · MITNETZ STROM, Bekanntmachung zum Netzgebiet der Stadt Torgau vom 15.12.2023 · Stadtwerke Torgau GmbH, Netzanschluss und Netzbeschreibung, Stand 31.12.2025 · EEG § 8 · Gemeindeverzeichnis des Statistikportals der Länder, Gemeindeschlüssel 14730310 · Stadt Torgau, Gewerbegebiete · PVGIS 5.3 der Gemeinsamen Forschungsstelle der EU-Kommission, Datensatz SARAH3 · Streckenberechnung ab Riesaer Straße 62, 04328 Leipzig.
PV in der Nähe
Diese Orte liegen am nächsten an Torgau. Dazu steht, an wessen Stromnetz dort laut Marktstammdatenregister die meisten Solaranlagen hängen — bei diesem Netzbetreiber wird eine neue Anlage angemeldet:
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