Photovoltaik in Ludwigsfelde. Drei Netze, ein Antrag.
In Ludwigsfelde entscheidet die Hausnummer darüber, bei wem die Anlage angemeldet wird: In der Kernstadt sind es die Stadtwerke Ludwigsfelde, im Industriepark die ENRO Ludwigsfelde Netz GmbH, in den elf Ortsteilen die E.DIS Netz GmbH. Wer beim falschen Netzbetreiber einreicht, wartet auf eine Antwort, die dort nicht entstehen kann. Wir klären die Zuständigkeit vor dem Angebot und führen den Schriftverkehr. Schlüsselfertig ab 10.000 €, 10 kWp mit 8-kWh-Speicher ab 12.999 €.
Stadtwerke, ENRO oder E.DIS? In Ludwigsfelde entscheidet die Adresse
Die meisten Städteseiten im Internet nennen für Brandenburg pauschal E.DIS. Für Ludwigsfelde ist das in den meisten Fällen falsch. Die Stadt hat auf ihren 109,98 Quadratkilometern drei getrennte Stromverteilnetze, und welches für Sie gilt, hängt am Grundstück, nicht an der Postleitzahl.
Die amtliche Veröffentlichung der Stadtwerke Ludwigsfelde nach dem Energiewirtschaftsgesetz formuliert es so: „Das Netzgebiet der allgemeinen Versorgung (Strom) umfasst die Kernstadt Ludwigsfelde mit Ausnahme des Industrieparks (Netzgebiet der ENRO Netz GmbH) sowie einen Wohnpark (am See) im Ortsteil Gröben.“ Daraus folgt die Aufteilung, mit der wir jedes Projekt beginnen:
| Gebiet | Netzbetreiber | Anmeldeweg |
|---|---|---|
| Kernstadt Ludwigsfelde, Wohnpark am See in Gröben | Stadtwerke Ludwigsfelde GmbH | Netzanschlussportal, ersatzweise Formular per E-Mail |
| Industriepark (ehemaliges IFA-Gelände) | ENRO Ludwigsfelde Netz GmbH | Eigenes Netzanschlussportal, Rudolf-Diesel-Straße 15 |
| Übrige Ortsteile | E.DIS Netz GmbH | E.DIS-Netzanschlussportal |
Quellen: Veröffentlichung der Stadtwerke Ludwigsfelde GmbH nach § 36 Abs. 2 EnWG (enwg-veroeffentlichungen.de) sowie die Angaben der ENRO Ludwigsfelde Netz GmbH zum Industriepark-Netz. Im Zweifel klären wir die Zuständigkeit vor Angebotsabgabe direkt mit den Netzbetreibern ab.
Die Trennung hat einen historischen Grund: Das Werksgelände, auf dem seit 1936 zuerst Flugmotoren, dann Lastwagen und heute Transporter gebaut werden, hatte von Anfang an eine eigene Energieversorgung. Daraus wurde die ENRO Ludwigsfelde Netz GmbH mit einem Netz von über 60 Kilometern Länge und einer Umspannstation bis 31,5 MVA. Wer im Industriepark eine Hallenanlage plant, redet also nicht mit dem Versorger, den er von seiner Stromrechnung kennt.
Der Anmeldeweg in der Kernstadt läuft über das Online-Netzanschlussportal der Stadtwerke Ludwigsfelde, ersatzweise über das Formular „Anmeldung zum Netzanschluss (Strom)“ per E-Mail. Beizufügen sind die Datenblätter der zustimmungspflichtigen Anlagen nach Abschnitt 2 (3) der Technischen Anschlussbedingungen, ein Lageplan mit eingezeichnetem Gebäude und ein Grundriss mit Lage von Anschluss und Messplatz.
Technisch gilt in der Niederspannung die TAB NS Nord 2023 in der Fassung V. 2.0, gültig ab dem 1. Mai 2025; für Erzeugungsanlagen verweisen die Stadtwerke zusätzlich auf die Technischen Anschlussbedingungen der E.DIS Netz GmbH, in der Mittelspannung auf die WN TAB 2070 der E.DIS. Praktisch bedeutet das: Auch wer in der Kernstadt bei den Stadtwerken einreicht, muss nach E.DIS-Regelwerk planen. Das ist ein Detail, an dem Anträge hängen bleiben, wenn es niemand vorher liest.
Die Reihenfolge ist in allen drei Netzen dieselbe und nicht verhandelbar: erst anmelden, dann montieren. Die Stadtwerke weisen für Hausanschlüsse auf Bearbeitungszeiten von bis zu sechs Monaten hin — das gilt für den Neuanschluss, nicht für die reine Erzeugungsanlage im Bestand, zeigt aber, mit welchem Vorlauf hier geplant werden muss. Nach der Montage folgen die Inbetriebsetzungs- beziehungsweise Änderungsanzeige durch eine eingetragene Elektrofachkraft, der Zählerwechsel und die Registrierung im Marktstammdatenregister. Für die Registrierung gilt die gesetzliche Frist von einem Monat ab Inbetriebnahme; wer sie versäumt, riskiert seinen Vergütungsanspruch. Sie unterschreiben die Vollmacht, den Schriftverkehr führen wir — in dem Netz, das für Ihre Adresse zuständig ist. Technische Grundlage der Inbetriebsetzung ist die VDE-AR-N 4105.
Eine Stadt, die 1936 gebaut wurde — und seitdem alle zwanzig Jahre neu
Ludwigsfelde ist keine gewachsene Kleinstadt mit Altstadtkern, sondern ein Industriestandort, dem man die Baujahre seiner Schübe am Dach ansieht. 1900 lebten hier rund hundert Menschen. Nach dem Beschluss, in der Genshagener Heide ein Flugmotorenwerk zu errichten, waren es 1939 schon 3.256; 1983 zählte die Stadt 22.900 Einwohner, zum 31. Dezember 2025 weist das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg 29.635 aus. Der Zensus vom 15. Mai 2022 hatte 27.667 ergeben. Jeder dieser Sprünge hat eine eigene Dachgeneration hinterlassen, und jede verlangt eine andere Unterkonstruktion.
Die Werkssiedlung der 1930er Jahre beiderseits der heutigen Ernst-Thälmann-Straße umfasst 222 Wohnungen: kleinteilige, gleichförmige Siedlungshäuser mit steilen Satteldächern und schmalen Dachflächen. Hier zählt jede Modulreihe, und die Verschattung durch die Nachbarzeile ist keine Nebensache, sondern das Planungsthema. Auf solchen Dächern landen wir typischerweise bei 7 bis 10 kWp, nicht bei 15.
Die Holzhaussiedlung von 1944 ist der Sonderfall der Stadt: 75 Holzhäuser, errichtet als traufständige, eingeschossige Doppelhäuser mit rund 70 m² Grundfläche, schwarzbrauner Holzverschalung, grünen Fensterläden und steilem Satteldach mit S-förmigen Hohlfalzziegeln. Dieses Dach ist gestalterisch gebunden, dazu weiter unten mehr.
Das Dichterviertel, amtlich die Heinrich-Heine-Siedlung rund um den Heinrich-Heine-Platz, ist die „sozialistische Wohnstadt“ der 1950er Jahre in den Formen der Nationalen Bautradition. Es steht mitsamt Kulturhaus und Schule in der Landesdenkmalliste. Danach kamen Ludwigsfelde West in den 1950er- und 1960er-Jahren, die Zweite Wohnstadt und schließlich Ludwigsfelde-Nord mit den Plattenbauten der 1970er und 1980er Jahre. Deren Flachdächer sind für Photovoltaik dankbar: große zusammenhängende Flächen, kaum Verschattung, dafür die typischen Themen der Serienbauweise: Lastreserven der Dachdecke, Durchdringungsfreiheit und die Frage, ob aufgeständert oder ballastiert montiert wird.
Die jüngste Schicht ist die auffälligste. Nach der Ahrensdorfer Heide (1999) und der Kiefernsiedlung (2001) wächst seit 2016 im Nordwesten der Rousseau Park, eines der größten Wohnbaugebiete Brandenburgs, mit rund 950 bauträgerfreien Grundstücken; die Erweiterung „Rousseau Park Süd“ ist auf etwa 50 Hektar und rund 600 weitere Grundstücke angelegt. Hier stehen moderne Einfamilienhäuser mit flach geneigten Dächern, oft in Ost-West-Ausrichtung. Das ist der Fall, in dem eine Ost-West-Belegung mehr bringt als das Festhalten an der Südseite, weil der Ertrag über den Tag verteilt und damit besser selbst verbraucht wird.
Die elf Ortsteile — Ahrensdorf, Genshagen, Gröben, Groß Schulzendorf, Jütchendorf, Kerzendorf, Löwenbruch, Mietgendorf, Schiaß, Siethen und Wietstock — sind ein anderer Fall: Dorflagen mit Feldsteinkirchen, Gutshäusern und Bauernhäusern, oft mit Biberschwanz- oder alter Hohlfalzdeckung. Bei Ziegeln, die vierzig Jahre und älter sind, prüfen wir vor der Auslegung, ob die Eindeckung eine Montage ohne Bruch überhaupt hergibt — sonst wird aus einer PV-Montage eine halbe Dachsanierung.
Und dann sind da die Hallen. Der Industriepark auf dem alten IFA-Gelände, der PreussenPark mit rund 800.000 m² und der benachbarte Brandenburg-Park bilden zusammen eine der dichtesten Gewerbeflächen im südlichen Berliner Umland; das Transporterwerk allein erstreckt sich über mehr als 540.000 Quadratmeter. Flachdächer in dieser Größenordnung sind statisch dokumentiert, haben Lastreserven im Bereich weniger Kilogramm je Quadratmeter und verlangen deshalb leichte, ballastarme Systeme. Für Betriebe im Industriepark planen wir gewerbliche Anlagen, für die Mehrfamilienhäuser in Nord und im Quartierszentrum Mieterstrom, für das Eigenheim im Rousseau Park die Wallbox mit Überschussladen.
Die Holzhaussiedlung hat eine eigene Satzung — und sie regelt das Dach
Bauordnungsrechtlich ist Photovoltaik in Ludwigsfelde unkompliziert: Nach § 61 Abs. 2 Nr. 3 Buchst. a der Brandenburgischen Bauordnung sind „Solaranlagen in, an und auf Dach- und Außenwandflächen und Umwehrungen, ausgenommen bei Hochhäusern, sowie die damit verbundene Änderung der Nutzung oder der äußeren Gestalt des Gebäudes“ baugenehmigungsfrei. Eine Baugenehmigung brauchen Sie also in aller Regel nicht. Genehmigungsfrei heißt aber nicht regelfrei — Denkmalrecht, Bebauungspläne und örtliche Gestaltungssatzungen gelten weiter.
Und genau davon hat Ludwigsfelde eine, die konkret aufs Dach zielt. Die „Gestaltungssatzung für die historischen Holzhäuser der Stadt Ludwigsfelde“, beschlossen von der Stadtverordnetenversammlung am 13. November 2007 und bekanntgemacht im Amtsblatt Nr. 07 vom 19. Februar 2008, löste die örtlichen Bauvorschriften vom 25. Juni 1992 ab. Ihr räumlicher Geltungsbereich ist grundstücksgenau aufgelistet und umfasst den Margeritenweg, die Walther-Rathenau-Straße, den Blumenweg, den Rotdornweg, den Wacholderweg, den Jasminweg, die Taubenstraße mit „Im Bogen“, den Rosenweg und die Jahnstraße.
Für die Auslegung einer Anlage sind drei Stellen entscheidend. § 4 bestimmt: „Dachdeckungen sind mit rot bis rotbraunen Ziegeln oder Dachsteinen auszuführen.“ § 9 Abs. 3 lässt liegende Dachfenster „nur auf der der Straße abgewandten Seite des Daches“ zu; auf der Straßenseite sind nach § 5 ausschließlich Schleppgauben zulässig. Die Satzung nennt Solaranlagen nicht ausdrücklich, verbietet sie also nicht, bindet aber die Dachfläche gestalterisch. Wir legen deshalb in diesem Quartier die Belegung vor dem Angebot der Bauverwaltung vor, statt hinterher über eine Ordnungswidrigkeit zu diskutieren: § 13 der Satzung sieht in Verbindung mit § 79 Abs. 5 BbgBO eine Geldbuße bis zu 10.000 Euro vor. § 12 erlaubt ausdrücklich Abweichungen, „wenn die Zielsetzung der Satzung nicht gefährdet wird“. Das ist der Weg, den man geht, und zwar vorher.
Zusätzlich gilt § 2 Abs. 2 der Satzung: Bestimmungen aufgrund des Brandenburgischen Denkmalschutzgesetzes gehen den Regelungen der Satzung vor. In der Landesdenkmalliste stehen für die Kernstadt unter anderem der Alte Krug von 1753, der Bahnhof mit dem Empfangsgebäude von 1886, die Villa Am Alten Krug 8 von 1902, die Pfarrkirche St. Michael, ein Wohnhaus der Holzhaussiedlung und die Heinrich-Heine-Siedlung mit Kulturhaus und Schule. In den Ortsteilen kommen die Dorfkirchen von Ahrensdorf, Genshagen, Gröben, Groß Schulzendorf, Kerzendorf, Löwenbruch und Siethen sowie die Gutsanlagen in Genshagen, Gröben und Löwenbruch hinzu. Die Liste wird vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege geführt; die Denkmalbehörde des Landkreises Teltow-Fläming entscheidet über die Erlaubnis im Einzelfall.
Ein technisches Detail, das bei Doppel- und Reihenhäusern in Ludwigsfelde häufig zur Sprache kommt: Nach § 32 Abs. 5 BbgBO dürfen Solaranlagen ohne Abstand zur Brandwand montiert werden, wenn diese mindestens 30 Zentimeter über die Bedachung geführt ist; andernfalls ist ein Abstand von mindestens 0,50 Meter einzuhalten. Bei einer Doppelhaushälfte kostet das schnell eine halbe Modulreihe — man sollte es vor der Auslegung wissen und nicht erst auf dem Dach merken. Ebenfalls hilfreich: Nach § 6 Abs. 7 BbgBO bleiben Solaranlagen bei der Bemessung der Abstandsflächen außer Betracht, solange sie nicht stärker als 0,40 Meter auftragen.
§ 32a BbgBO ist Geschichte: was das für Ludwigsfelder Hallen und Wohnhäuser heißt
In einer Stadt, deren Fläche zu einem erheblichen Teil aus Industriepark, PreussenPark und Brandenburg-Park besteht, war § 32a der Brandenburgischen Bauordnung zwei Jahre lang die wichtigste Regel für Gewerbedächer. Brandenburg hatte von Juni 2024 bis Juni 2026 eine Solarpflicht für gewerbliche und öffentliche Neubauten (§ 32a BbgBO); sie ist seit dem 30.06.2026 aufgehoben (Gesetz vom 29. Juni 2026, GVBl. I/26, Nr. 20). Für Wohnhäuser galt sie nie. Erfasst waren neben Neubauten auch die vollständige Erneuerung der Dachhaut und offene Stellplatzanlagen mit mehr als 35 Plätzen an Nichtwohngebäuden.
Für den Neubau im Rousseau Park und die Dachsanierung eines Siedlungshauses ändert sich damit nichts: Es gab keine Pflicht, und es gibt keine. Für die Halle im Industriepark, das Bürogebäude im PreussenPark und den Werksparkplatz ist Photovoltaik seit dem 30.06.2026 eine reine Rechenfrage. Wer gewerblich neu baut oder ein Hallendach komplett erneuert, sollte die PV-Planung trotzdem an den Anfang des Bauantrags stellen. Nachträglich wird dieselbe Anlage teurer, weil Kabeltrassen, Durchdringungen und Unterkonstruktion dann nicht mitgeplant sind.
Wie viel Photovoltaik in Ludwigsfelde schon läuft
Die Bundesnetzagentur führt für Ludwigsfelde 2.012 Solaranlagen in Betrieb mit zusammen 36,0 MW; 96 Prozent davon bleiben unter 30 kWp. Zwischen Mittelwert (17,9 kWp) und Median (6,8 kWp) liegt der Faktor zwei — neben den Hausdächern trägt Ludwigsfelde eine Reihe größerer Anlagen auf Gewerbehallen und Wirtschaftsgebäuden. Das Tempo bleibt: 248 Anlagen bis September 2026, 349 waren es 2025 und 405 2024. Bis Ludwigsfelde sind es 172 Kilometer ab unserem Lager in Leipzig, rund 101 Minuten.
Quelle: Marktstammdatenregister, Abruf 22.09.2026.
Was kostet eine PV-Anlage in Ludwigsfelde?
Eine schlüsselfertige 10-kWp-Anlage kostet 2026 zwischen 14.400 und 19.400 Euro — inklusive Planung, Montage, Wechselrichter, Verkabelung und Netzanschluss. Mit einem 10-kWh-Stromspeicher liegt der Gesamtpreis bei 17.800 bis 24.100 Euro, eine Wallbox kostet zusätzlich 800 bis 2.200 Euro. Anlage und Speicher sind dank Nullsteuersatz umsatzsteuerfrei; im Wallbox-Preis ist die gesetzliche Umsatzsteuer enthalten. Alle Preise sind Endpreise.
| Anlagenpaket | Preis 2026 (schlüsselfertig) | Amortisation |
|---|---|---|
| 10 kWp ohne Speicher | 14.400 – 19.400 € | 12 – 17 Jahre |
| 10 kWp + 10 kWh Speicher | 17.800 – 24.100 € | 10 – 15 Jahre |
| + Wallbox (optional) | 800 – 2.200 € | — |
Die Amortisationszeiten sind Modellrechnungen und keine Zusage. Sie hängen von Jahresertrag, Eigenverbrauchsanteil, Strompreis und Einspeisevergütung ab; Ihren individuellen Wert rechnen wir im Amortisationsrechner und im Angebot für Ihr Dach.
Ludwigsfelde-spezifisch heißt das: Auf dem schmalen Siedlungsdach an der Ernst-Thälmann-Straße passt oft weniger als 10 kWp, auf dem Neubau im Rousseau Park mit zwei großen Dachhälften deutlich mehr. Der Preis folgt der Fläche, nicht dem Wunsch. Alle Preisfaktoren erklärt Photovoltaik-Kosten 2026, eine Schätzung vorab liefert der Preisrechner. Zum Speicher: Unser Standard ist der Sigenergy SigenStor, modular erweiterbar und mit Notstromfunktion; die Größe rechnen wir aus Ihrem Verbrauchsprofil, siehe Stromspeicher-Test 2026.
Kein Zuschuss von Stadt, Kreis oder Land — was trotzdem bleibt
Das sagen wir lieber vorher als hinterher: Für private Dachanlagen in Ludwigsfelde gibt es derzeit keinen Zuschuss. Die Stadt Ludwigsfelde führt auf ihren Klimaschutzseiten Projekte und Beratung auf, aber kein eigenes Förderprogramm für Photovoltaik, Speicher oder Steckersolar. Der Landkreis Teltow-Fläming hat seit 2008 ein fortgeschriebenes Energie- und Klimaschutzprogramm und eine Klimaschutz-Koordinierungsstelle in Luckenwalde, zahlt aber keine Investitionszuschüsse an Privathaushalte aus. Und vom Land Brandenburg kommt für die private Aufdachanlage ebenfalls kein Geld.
Anders sieht es aus, sobald ein Unternehmen baut, und davon hat Ludwigsfelde überdurchschnittlich viele. Die ILB-Richtlinie „Erneuerbare Energien Brandenburg 2025“ läuft bis zum 30. Juni 2027 und richtet sich an Unternehmen und Stadtwerke. Das ist der Topf, der für einen Betrieb im Industriepark oder im PreussenPark infrage kommt, nicht für das Eigenheim in Gröben.
| Programm | Für wen | Konditionen |
|---|---|---|
| ILB „Erneuerbare Energien Brandenburg 2025“ (bis 30.06.2027) | Unternehmen, Stadtwerke | 45 % nach AGVO, +20 Punkte kleine, +10 Punkte mittlere Unternehmen; Bagatellgrenze 20.000 € zuwendungsfähige Ausgaben; keine Kumulierung mit EEG-Förderung |
| ILB „Wohneigentum — Nachhaltige Modernisierung“ | Selbstnutzende Eigentümer | Zinsfreies Darlehen für energetische Sanierung inklusive PV und Speicher; Antrag vor Baubeginn |
| KfW 270 | Alle | Förderkredit über die Hausbank, bis 100 % der Nettoinvestition; Antrag vor Vorhabenbeginn |
| Stadt Ludwigsfelde / Landkreis Teltow-Fläming | — | Kein eigenes Zuschussprogramm für PV, Speicher oder Steckersolar |
Stand: September 2026. Alle Programme im Detail auf unserer Übersicht PV-Förderung Brandenburg 2026. Förderzusagen erteilt die jeweilige Stelle, nicht wir; wir prüfen die Berechtigung und bereiten den Antrag vor.
Was ohne Antrag gilt
Für PV-Anlagen bis 30 kWp auf Wohngebäuden gilt der Nullsteuersatz nach § 12 Abs. 3 UStG — für Module, Wechselrichter, Speicher und Montage. Die Einnahmen sind nach § 3 Nr. 72 EStG einkommensteuerfrei. Beides greift automatisch, ohne Antragstellung und unabhängig davon, in welchem der drei Ludwigsfelder Netzgebiete Ihr Haus steht.
Einspeisevergütung statt Zuschuss
Für Inbetriebnahmen vom 1. August bis 31. Dezember 2026 zahlt der Netzbetreiber bei Anlagen bis 10 kWp 7,70 ct/kWh für den Überschuss und 12,22 ct/kWh bei Volleinspeisung; von 10 bis 40 kWp sind es 6,66 beziehungsweise 10,24 ct/kWh. Quelle: Bundesnetzagentur, §§ 48, 49 EEG 2023. Der Satz wird bei Inbetriebnahme festgelegt und bleibt 20 Jahre plus Inbetriebnahmejahr konstant. Details: Einspeisevergütung 2026.
Gewerbe: Abschreibung schlägt Zuschuss
Für Betriebe im Industriepark rechnet sich eine Hallenanlage meist über den Eigenverbrauch, nicht über Fördermittel. Investitionsabzugsbetrag und Sonderabschreibung nach § 7g EStG verschieben Steuer nur in spätere Jahre und senken sie nicht dauerhaft. Was davon in Ihrem Fall greift, gehört ins Gespräch mit Ihrer Steuerberatung; wir liefern die Zahlen zur Anlage, nicht die steuerliche Beratung.
So arbeiten wir in Ludwigsfelde
Netzbetreiber klären, dann Dach
Der erste Schritt ist hier ein anderer als anderswo: Wir ordnen die Adresse dem richtigen Netz zu, also Stadtwerke Ludwigsfelde, ENRO oder E.DIS. Danach folgt die Dachanalyse per Satellit und vor Ort: Ausrichtung, Neigung, Verschattung, Zustand der Eindeckung, Statik. Vorab nutzbar ist unser Online-Dach-Check.
Auslegung, Angebot, Satzungscheck
Sie erhalten ein Anlagenkonzept mit Modulbelegung, Speicher- und Wallbox-Option und Wirtschaftlichkeitsrechnung. In der Holzhaussiedlung und bei Baudenkmalen stimmen wir die Belegung vorab mit Bauverwaltung beziehungsweise Denkmalbehörde ab; bei gewerblichen Vorhaben prüfen wir die ILB-Richtlinie.
Anmeldung vor Baubeginn
Wir reichen die Erzeugungsanlage im Portal des zuständigen Netzbetreibers ein, nach TAB NS Nord 2023 V. 2.0 und den technischen Anschlussbedingungen der E.DIS Netz GmbH, und warten die Rückmeldung ab. Erst danach wird montiert. Für Ihre Vollmacht genügt eine Unterschrift.
Montage, Inbetriebsetzung, Register
Montage mit Material aus dem Lager Leipzig, 173 Kilometer über A14, A9 und den Berliner Ring, rund 1:45 Stunden Fahrzeit. Danach Inbetriebsetzungsanzeige nach VDE-AR-N 4105, Zweirichtungszähler, Eintrag im Marktstammdatenregister innerhalb eines Monats und Einweisung mit App-Monitoring.
Drei Ludwigsfelder Dächer, durchgerechnet
Siedlungshaus, Satteldach nach Süden
Der typische Fall in der Werkssiedlung und im Dichterviertel: steiles Satteldach, eine nutzbare Hälfte. 9,8 kWp bei 45° Neigung nach Süden kommen am Standort Ludwigsfelde auf rund 10.400 kWh im Jahr. Mit 10 kWh Speicher steigt der Eigenverbrauch deutlich, weil der Abendverbrauch im Einfamilienhaus genau dann anfällt, wenn das Dach nichts mehr liefert.
Neubau Rousseau Park, Ost-West
Flach geneigtes Dach, 15° Neigung, zwei Hälften nach Osten und Westen, je 5 kWp: zusammen rund 8.700 kWh im Jahr. Das sind etwa 18 Prozent weniger als bei Südausrichtung, dafür verteilt sich der Ertrag über Morgen und Abend, was bei Wallbox und Wärmepumpe den Eigenverbrauch hebt und die kleinere Speichergröße rechtfertigt.
Hallendach Industriepark, 110 kWp
Ballastarme Ost-West-Aufständerung mit 10° auf einem Flachdach, 2 × 55 kWp: rund 96.400 kWh im Jahr. Bei einem Zweischichtbetrieb, der tagsüber Grundlast zieht, landet der Eigenverbrauch hier regelmäßig über 70 Prozent. Das ist genau der Fall, in dem sich die Anlage über die vermiedenen Bezugskosten trägt und nicht über die Einspeisung.
Ertragswerte berechnet mit PVGIS der Europäischen Kommission (Joint Research Centre), Datensatz PVGIS-SARAH2, Mittel der Jahre 2005 bis 2020, für die Koordinaten der Kernstadt Ludwigsfelde, mit 14 % Systemverlusten. Die horizontale Globalstrahlung beträgt dort nach derselben Quelle rund 1.125 kWh/m² im Jahr. Es handelt sich um Modellrechnungen für typische Dachsituationen, nicht um konkrete Kundenprojekte; Verschattung, Modulwahl und Eigenverbrauchsprofil verändern das Ergebnis. Stand: September 2026.
Häufige Fragen zu PV in Ludwigsfelde
Das hängt an der Adresse. Die Stadtwerke Ludwigsfelde GmbH betreiben das Netz der allgemeinen Versorgung in der Kernstadt mit Ausnahme des Industrieparks sowie im Wohnpark am See im Ortsteil Gröben. Der Industriepark gehört zum Netz der ENRO Ludwigsfelde Netz GmbH. Die übrigen Ortsteile liegen im Netzgebiet der E.DIS Netz GmbH. Wir klären die Zuständigkeit vor Angebotsabgabe und reichen im richtigen Portal ein.
In der Niederspannung die TAB NS Nord 2023 in der Fassung V. 2.0, gültig ab dem 1. Mai 2025. Für Erzeugungsanlagen verweisen die Stadtwerke Ludwigsfelde zusätzlich auf die Technischen Anschlussbedingungen der E.DIS Netz GmbH, in der Mittelspannung auf die WN TAB 2070 der E.DIS. Wer in der Kernstadt einreicht, plant also trotzdem nach E.DIS-Regelwerk.
Die Gestaltungssatzung für die historischen Holzhäuser der Stadt Ludwigsfelde vom 13. November 2007, bekanntgemacht im Amtsblatt Nr. 07 vom 19. Februar 2008, nennt Solaranlagen nicht ausdrücklich und verbietet sie damit auch nicht. Sie bindet die Dachfläche aber gestalterisch: § 4 schreibt rot bis rotbraune Ziegel oder Dachsteine vor, § 9 Abs. 3 lässt liegende Dachfenster nur auf der straßenabgewandten Seite zu, auf der Straßenseite sind nach § 5 nur Schleppgauben zulässig. § 12 erlaubt Abweichungen, wenn die Zielsetzung der Satzung nicht gefährdet wird. Wir stimmen die Belegung deshalb vor der Beauftragung mit der Bauverwaltung ab. Verstöße können nach § 13 der Satzung in Verbindung mit § 79 Abs. 5 BbgBO mit bis zu 10.000 Euro geahndet werden.
Nein. Brandenburg hatte von Juni 2024 bis Juni 2026 eine Solarpflicht für gewerbliche und öffentliche Neubauten (§ 32a BbgBO); sie ist seit dem 30.06.2026 aufgehoben. Für Wohnhäuser galt sie nie, und auch für Hallen und Bürogebäude im Industriepark oder PreussenPark besteht seitdem keine Pflicht mehr.
In der Regel nicht. Nach § 61 Abs. 2 Nr. 3 Buchst. a der Brandenburgischen Bauordnung sind Solaranlagen in, an und auf Dach- und Außenwandflächen und Umwehrungen baugenehmigungsfrei, ausgenommen bei Hochhäusern; das schließt die damit verbundene Änderung der äußeren Gestalt des Gebäudes ein. Genehmigungsfrei heißt aber nicht regelfrei: Denkmalrecht, Bebauungspläne und die Gestaltungssatzung für die Holzhäuser gelten unabhängig davon weiter.
Nein. Die Stadt Ludwigsfelde führt auf ihren Klimaschutzseiten Projekte und Beratung auf, aber kein eigenes Zuschussprogramm für Photovoltaik, Speicher oder Steckersolar. Der Landkreis Teltow-Fläming hat ein Energie- und Klimaschutzprogramm und eine Klimaschutz-Koordinierungsstelle, zahlt aber keine Investitionszuschüsse an Privathaushalte. Vom Land Brandenburg gibt es für private Aufdachanlagen ebenfalls keinen Zuschuss. Für Unternehmen kommt die ILB-Richtlinie „Erneuerbare Energien Brandenburg 2025“ infrage, die bis zum 30. Juni 2027 läuft. Für alle gilt der Nullsteuersatz und der KfW-Kredit 270.
Nach PVGIS der Europäischen Kommission (Datensatz PVGIS-SARAH2, Mittel 2005 bis 2020, 14 % Systemverluste) liefert eine 10-kWp-Anlage bei 35 bis 45 Grad Neigung nach Süden am Standort Ludwigsfelde rund 10.600 kWh im Jahr. In Ost-West-Ausrichtung mit 15 Grad Neigung sind es etwa 8.700 kWh. Die horizontale Globalstrahlung liegt bei rund 1.125 kWh je Quadratmeter und Jahr. Verschattung durch Nachbarbebauung und Baumbestand senkt diese Werte, weshalb wir jedes Dach einzeln rechnen.
Vom Firmensitz mit Lager in der Riesaer Straße 62 in 04328 Leipzig sind es rund 173 Kilometer Straßenentfernung über die A14, die A9 und den Berliner Ring A10, Fahrzeit etwa 1 Stunde 45 Minuten. Das ist eine Tagesanfahrt, keine Reise: Montagetrupp und Material kommen am Morgen, Nachlieferungen planen wir im Voraus ein, statt sie kurzfristig zu fahren. Volt Energie ist ein Familienbetrieb aus Leipzig und als Projektierungsunternehmen für Planung, Netzanmeldung, Montage und Inbetriebnahme verantwortlich.
Technisch ja, kaufmännisch hängt es an der Eigentümerstruktur. Die Flachdächer der Wohnkomplexe aus den 1970er und 1980er Jahren bieten große, unverschattete Flächen; entscheidend sind die Lastreserven der Dachdecke und eine ballastarme, durchdringungsfreie Montage, die vor der Auslegung statisch geprüft wird. Für Mehrfamilienhäuser mit mehreren Parteien ist der passende Weg meist nicht die Einzelanlage, sondern Mieterstrom oder die gemeinschaftliche Gebäudeversorgung.
Photovoltaik in der Region
PV in der Nähe
Diese Orte liegen am nächsten an Ludwigsfelde. Dazu steht, an wessen Stromnetz dort laut Marktstammdatenregister die meisten Solaranlagen hängen — bei diesem Netzbetreiber wird eine neue Anlage angemeldet:
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