Photovoltaik · 2026 · Trends

PHOTOVOLTAIK 2026. TRENDS & PROGNOSE.

2026 ist das beste Jahr für den PV-Einstieg: Module sind 40 % günstiger als 2022, Strompreise bei 34 ct/kWh, und die Steuerbefreiung gilt weiterhin.

Stand: April 2026
Trends

PV-MARKT 2026 — DIE WICHTIGSTEN TRENDS

Modulpreise -40 %

Seit 2022 sind die Modulpreise um 40 % gefallen. Eine 10-kWp-Anlage kostet heute 11.000–16.000 € statt 18.000–24.000 €.

Strompreis 34 ct

Der Netzstrompreis liegt stabil bei 34 ct/kWh. Solarstrom-Gestehungskosten: 8–12 ct/kWh. Die Differenz wird immer größer.

Speicher Revolution

LFP-Speicher sind 30 % günstiger als 2023. 10 kWh ab 5.500 €. Die Amortisation liegt bei 8–10 Jahren.

Wirtschaftlichkeit

LOHNT SICH PHOTOVOLTAIK 2026?

2026 ist der wirtschaftlich attraktivste Zeitpunkt, um in Photovoltaik zu investieren. Die Kombination aus historisch niedrigen Modulpreisen, hohen Netzstromkosten und steuerlicher Befreiung schafft ideale Rahmenbedingungen. Laut Fraunhofer ISE liegt die Stromgestehungskosten (LCOE) einer Aufdach-PV-Anlage in Deutschland bei 5 bis 11 ct/kWh -- bei einem Netzstrompreis von durchschnittlich 34 ct/kWh ergibt das eine Preisdifferenz von 23 bis 29 ct pro selbst verbrauchter Kilowattstunde.

Der Nullsteuersatz (0 % MwSt.) auf PV-Anlagen bis 30 kWp gilt weiterhin nach Paragraph 12 Abs. 3 UStG. Diese Regelung spart bei einer typischen 10-kWp-Anlage rund 2.500 bis 3.000 Euro im Vergleich zum alten 19-%-Satz. Die Steuerbefreiung gilt auch fuer Batteriespeicher, die zusammen mit einer PV-Anlage installiert werden.

Gleichzeitig sinkt die Einspeiseverguetung weiter: Ab dem 01.02.2026 betraegt sie 8,03 ct/kWh fuer Eigenverbrauchsanlagen bis 10 kWp. Die halbjährliche Degression von 1 % wird fortgesetzt. Das bedeutet: Jede verzögerte Inbetriebnahme reduziert die Vergütung weiter. Wer 2027 startet, erhält nochmals ca. 2 % weniger Vergütung.

Fazit: Die Gleichung ist eindeutig -- Modulpreise sind am Boden angekommen, Strompreise bleiben hoch, die Steuerbefreiung läuft. Warten bringt keinen nennenswerten Preisvorteil mehr, kostet aber Einspeisevergütung. Stand: April 2026.

Marktdaten

PV-MARKT DEUTSCHLAND 2026 IN ZAHLEN

Deutschland hat sich als einer der weltweit fuehrenden PV-Maerkte etabliert. Die installierte Gesamtleistung hat Ende 2025 die Marke von 100 GWp ueberschritten. Allein 2025 wurden ca. 16 GWp neu installiert -- ein neuer Rekord. Die Bundesregierung verfolgt das Ziel von 215 GWp installierter PV-Leistung bis 2030, was einen jaehrlichen Zubau von ca. 22 GWp erfordert.

Vergleichstabelle – Photovoltaik 2026
KennzahlWert 2026
Installierte Gesamtleistung Deutschlandca. 110 GWp
Neubau 2025ca. 16 GWp
Zubau-Ziel 2026ca. 19 GWp
Anteil PV an Stromerzeugungca. 14 %
Durchschnittlicher Netzstrompreis34 ct/kWh
PV-Stromgestehungskosten (LCOE)5–11 ct/kWh
Einspeiseverguetung (bis 10 kWp)8,03 ct/kWh
Speicheranteil bei Neuinstallationenca. 85 %

Quellen: Fraunhofer ISE, BSW Solar, BNetzA. Stand: April 2026.

Technologie

TECHNOLOGIE-TRENDS 2026

N-Type-Module dominieren

TOPCon- und HJT-Module haben 2026 PERC-Module als Marktstandard abgeloest. Die Vorteile: hoeherer Wirkungsgrad (22–23 % vs. 20–21 %), geringere Degradation und bessere Schwachlichtleistung. Hersteller wie Aiko, Trina Solar und LONGi liefern N-Type-Module als Standard.

Hybrid-Wechselrichter

Ueber 80 % der neuen Eigenheim-Anlagen werden mit Hybrid-Wechselrichtern installiert. Diese ermoeglichen die spaetere Nachruestung eines Batteriespeichers ohne Zusatzgeraete. Huawei SUN2000 und Sigenergy SigenStor sind die meistverkauften Modelle.

Bidirektionales Laden

Erste Fahrzeuge und Wallboxen unterstuetzen Vehicle-to-Home (V2H): Das E-Auto wird zum mobilen Speicher und gibt bei Bedarf Strom ans Haus zurueck. Noch kein Massenmarkt, aber ein wichtiger Zukunftstrend fuer 2027/2028.

Preisentwicklung

PREISENTWICKLUNG PV-MODULE 2018–2026

Die Preisentwicklung von Photovoltaikmodulen zeigt einen klaren Abwärtstrend. 2018 lagen die durchschnittlichen Systempreise bei rund 1.400 bis 1.800 Euro pro kWp. 2020 begannen die Preise stärker zu fallen. Nach einem kurzen Anstieg durch Lieferkettenprobleme 2021/2022 setzte ab Mitte 2022 ein drastischer Preisverfall ein: Überkapazitäten in der chinesischen Modulfertigung drückten die Spotpreise für Module auf unter 0,15 Euro pro Wp -- ein historisches Tief. Quelle: PVXCHANGE, Stand April 2026.

Vergleichstabelle – Photovoltaik 2026
JahrModulpreis (ct/Wp)Systempreis (Euro/kWp)Veränderung
201828–351.400–1.800--
202022–281.200–1.600-15 %
202228–381.500–2.000+25 % (Lieferkette)
202412–181.100–1.500-40 %
202610–161.000–1.600-10 %

Quelle: PVXCHANGE Modulpreisindex, Fraunhofer ISE. Stand: April 2026.

Fuer 2026 und 2027 erwarten Analysten eine Stabilisierung auf dem aktuellen Niveau. Die Modulpreise haben einen Boden erreicht, weitere deutliche Senkungen sind unwahrscheinlich. Die Installationskosten (Handwerk, Gerüst, Elektrik) bleiben stabil oder steigen leicht mit den Lohnkosten. Ein Abwarten auf noch guenstigere Preise lohnt sich daher kaum -- zumal die Einspeiseverguetung halbjährlich um 1 % sinkt.

Beispielrechnung

BEISPIELRECHNUNG: 10 KWP EINFAMILIENHAUS

Um die Wirtschaftlichkeit greifbar zu machen, zeigen wir eine konkrete Beispielrechnung fuer ein typisches Einfamilienhaus mit 10 kWp PV-Anlage und 10 kWh Batteriespeicher am Standort Leipzig (ca. 1.050 kWh/kWp Globalstrahlung).

Annahmen

Anlagengröße: 10 kWp | Speicher: 10 kWh LFP | Jahresertrag: ca. 10.500 kWh | Stromverbrauch: 4.500 kWh/Jahr | Eigenverbrauchsquote: 75 % (mit Speicher) | Netzstrompreis: 34 ct/kWh | Einspeiseverguetung: 8,03 ct/kWh

Vergleichstabelle – Photovoltaik 2026
PositionWert
Investition PV-Anlage (10 kWp)12.000–16.000 Euro
Investition Speicher (10 kWh)5.500–8.000 Euro
Gesamtinvestition17.500–24.000 Euro
Jährliche Stromkostenersparnis (Eigenverbrauch)ca. 2.680 Euro
Jährliche Einspeisevergütung (Überschuss)ca. 210 Euro
Jährlicher Gesamtertragca. 2.890 Euro
Amortisationca. 7–9 Jahre
Rendite nach Amortisation (p.a.)8–12 %
Ertrag über 25 Jahre (kumuliert)ca. 72.000 Euro

Vereinfachte Berechnung ohne Degradation und Strompreissteigerung. Tatsächliche Erträge können abweichen. Stand: April 2026.

Selbst bei konservativer Betrachtung ohne Strompreisanstieg erwirtschaftet die Anlage ueber 25 Jahre einen Nettoertrag von deutlich ueber 40.000 Euro. Bei einer angenommenen jährlichen Strompreissteigerung von 3 % steigt der kumulierte Ertrag auf ueber 95.000 Euro.

Solarpflicht

SOLARPFLICHT 2026 — BETRIFFT ES SIE?

Immer mehr Bundeslaender fuehren eine Solarpflicht ein. Wer 2026 baut oder das Dach saniert, sollte die Regelungen seines Bundeslandes kennen. In Berlin, Hamburg und Baden-Wuerttemberg gilt bereits eine umfassende Pflicht fuer Neubauten und Dachsanierungen. In Niedersachsen, NRW und Bayern sind Gewerbebauten betroffen. Details finden Sie in unserem Ratgeber Solarpflicht.

Auch in Bundeslaendern ohne Solarpflicht -- wie Sachsen, Brandenburg und Thueringen -- ist Photovoltaik 2026 wirtschaftlich hoch attraktiv. Die Kombination aus Foerderung (KfW 270, SAB Sachsenkredit E) und steuerlicher Befreiung macht den freiwilligen Einstieg mindestens ebenso lohnend wie die Pflichtinstallation.

EEG 2027

EEG 2027 — WAS ÄNDERT SICH?

Die Bundesregierung plant fuer 2027 eine umfassende Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Die wesentlichen Änderungen, die derzeit diskutiert werden:

  • Absenkung der Einspeiseverguetung: Die feste Einspeiseverguetung koennte fuer Neuanlagen deutlich reduziert oder durch ein marktbasiertes Modell ersetzt werden. Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) warnt vor einer zu schnellen Absenkung.
  • Direktvermarktung fuer kleinere Anlagen: Anlagen ab 25 kWp (bisher 100 kWp) koennten zur Direktvermarktung verpflichtet werden. Fuer Eigenheime unter 25 kWp aendert sich voraussichtlich wenig.
  • Energy Sharing: Ab Juni 2026 ermoeglicht das neue EnWG die gemeinschaftliche Nutzung von Solarstrom innerhalb eines Quartiers oder einer Gemeinde. Dieses Modell wird 2027 voraussichtlich ausgebaut.
  • Netzentgelt-Reform: Die Netzentgelte koennten dynamischer gestaltet werden, um den Eigenverbrauch weiter zu incentivieren.

Handlungsempfehlung: Wer 2026 eine PV-Anlage in Betrieb nimmt, sichert sich die aktuell gueltigen EEG-Vergütungssätze fuer 20 Jahre. Eine Inbetriebnahme vor dem 01.01.2027 ist ratsam, um von den bestehenden Rahmenbedingungen zu profitieren. Quelle: BSW Solar, BMWi-Referentenentwurf, Stand April 2026.

Foerderung

AKTUELLE FÖRDERUNG 2026

Vergleichstabelle – Photovoltaik 2026
ProgrammDetailsFuer wen
0 % MwSt. (Paragraph 12 Abs. 3 UStG)Keine Mehrwertsteuer auf PV bis 30 kWpPrivate Eigenheimbesitzer
KfW 270 (Erneuerbare Energien)Zinsgünstiger Kredit bis 100 % der InvestitionPrivat + Gewerbe
SAB Sachsenkredit EBis 20 % Tilgungszuschuss fuer SpeicherSachsen
Einspeisevergütung EEG8,03 ct/kWh (bis 10 kWp), 20 Jahre garantiertAlle PV-Anlagen
Kommunale ProgrammeJe nach Stadt/Gemeinde, z.B. Leipzig MFH-FoerderungRegional

Quelle: BNetzA, KfW, SAB Sachsen. Stand: April 2026.

FAQ

HÄUFIGE FRAGEN

Lohnt sich PV noch 2026? +
Mehr denn je. Module -40 %, Strom 34 ct, Steuerbefreiung bis 30 kWp. Amortisation in 7–9 Jahren.
Werden PV-Anlagen noch günstiger? +
Modulpreise stabilisieren sich auf niedrigem Niveau. Die Installationskosten sinken kaum noch. Jetzt kaufen lohnt sich — warten bringt wenig Vorteil.
Wie viel Strom erzeugt eine 10-kWp-Anlage? +
In Deutschland erzeugt eine 10-kWp-Anlage durchschnittlich 9.500 bis 10.500 kWh pro Jahr. In Sachsen und Brandenburg liegt der spezifische Ertrag bei ca. 1.000 bis 1.050 kWh pro kWp. Quelle: DWD Globalstrahlungskarte, Stand April 2026.
Was ändert sich 2027 beim EEG? +
Die EEG-Reform 2027 wird voraussichtlich niedrigere Einspeisevergütungen und eine Ausweitung der Direktvermarktungspflicht bringen. Wer 2026 in Betrieb geht, sichert sich die aktuellen Sätze fuer 20 Jahre.
Wie hoch ist die Einspeisevergütung 2026? +
Fuer Eigenverbrauchsanlagen bis 10 kWp beträgt die Vergütung 8,03 ct/kWh (ab 01.02.2026). Fuer Volleinspeisung: 12,87 ct/kWh. Die Degression betraegt 1 % pro Halbjahr. Quelle: BNetzA, Stand April 2026.
Brauche ich 2026 einen Speicher? +
Ein Speicher ist wirtschaftlich sinnvoll, wenn Sie Ihren Eigenverbrauch maximieren wollen. Ohne Speicher nutzen Sie ca. 30 % des Solarstroms, mit Speicher 75–80 %. Bei 34 ct/kWh Netzstrom spart jede selbst verbrauchte kWh rund 26 ct gegenueber der Einspeisung.
Welche Module sind 2026 empfehlenswert? +
N-Type-Module (TOPCon, HJT) dominieren 2026 den Markt. Sie bieten 22–23 % Wirkungsgrad und geringere Degradation als ältere PERC-Module. Empfehlenswerte Hersteller: Aiko, Trina Solar, LONGi, JA Solar.
Gilt die Steuerbefreiung auch fuer Speicher? +
Ja. Der Nullsteuersatz (0 % MwSt.) gilt seit 2023 auch fuer Batteriespeicher, die zusammen mit einer PV-Anlage oder als Nachrüstung an einer bestehenden Anlage installiert werden.
Wie groß sollte meine PV-Anlage sein? +
Als Faustregel: So groß wie das Dach erlaubt, mindestens aber den Jahresverbrauch abdeckend. Fuer ein typisches Einfamilienhaus mit 4.000–5.000 kWh Verbrauch empfehlen sich 8 bis 12 kWp. Haushalte mit E-Auto oder Wärmepumpe sollten 12 bis 15 kWp einplanen.
Kann ich PV auch auf einem Flachdach installieren? +
Ja. Flachdächer eignen sich hervorragend fuer PV-Anlagen. Aufgeständerte Systeme mit 10–15 Grad Neigung erzielen optimale Erträge. Die Kosten sind leicht höher als bei Schrägdach-Montagen, dafuer ist die Ausrichtung frei wählbar.
Was passiert bei Stromausfall? +
Ohne Notstromfunktion schaltet sich die PV-Anlage bei Netzausfall aus (Sicherheitsvorschrift). Mit einem notstromfaehigen Speichersystem (z.B. Huawei, Sigenergy) können Sie bei Stromausfall weiter Solarstrom nutzen -- zumindest fuer die wichtigsten Verbraucher.
Muss ich Solarstrom versteuern? +
Fuer PV-Anlagen bis 30 kWp (Einfamilienhaus) gilt seit 2023 eine Ertragsteuerbefreiung. Die Einnahmen aus der Einspeiseverguetung sind einkommensteuerfrei. Gewerbeanmeldung und Umsatzsteuer entfallen ebenfalls. Quelle: Paragraph 3 Nr. 72 EStG.

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