Photovoltaik 2026. Trends & Prognose.
2026 ist das beste Jahr für den PV-Einstieg: Module sind 40 % günstiger als 2022, Strompreise bei 37 ct/kWh, und die Steuerbefreiung gilt weiterhin.
PV-Markt 2026 — die wichtigsten Trends
Modulpreise -40 %
Seit 2022 sind die Modulpreise um 40 % gefallen. Eine 10-kWp-Anlage ohne Speicher kostet heute 14.400–19.400 € statt 18.000–24.000 €.
Strompreis 37 ct
Der Netzstrompreis liegt 2026 bei 37,0 ct/kWh — erstmals seit Jahren niedriger als im Vorjahr (39,3 ct). Solarstrom-Gestehungskosten: 8–12 ct/kWh. Die Differenz bleibt damit groß, wächst aber nicht mehr von allein.
Speicher Revolution
LFP-Speicher sind 30 % günstiger als 2023. 10 kWh ab 5.500 € am Markt; als Aufpreis in unserem Festpreis kostet ein 10-kWh-Speicher 3.400 bis 4.700 €. Er rechnet sich bei ausreichendem eigenem Verbrauch in rund 6 Jahren.
Lohnt sich Photovoltaik 2026?
2026 ist der wirtschaftlich attraktivste Zeitpunkt, um in Photovoltaik zu investieren. Die Kombination aus historisch niedrigen Modulpreisen, hohen Netzstromkosten und steuerlicher Befreiung schafft ideale Rahmenbedingungen. Laut Fraunhofer ISE liegt die Stromgestehungskosten (LCOE) einer Aufdach-PV-Anlage in Deutschland bei 5 bis 11 ct/kWh -- bei einem Netzstrompreis von durchschnittlich 37 ct/kWh ergibt das eine Preisdifferenz von 26 bis 32 ct pro selbst verbrauchter Kilowattstunde.
Der Nullsteuersatz (0 % MwSt.) auf PV-Anlagen bis 30 kWp gilt weiterhin nach Paragraph 12 Abs. 3 UStG. Diese Regelung spart bei einer typischen 10-kWp-Anlage rund 2.500 bis 3.000 Euro im Vergleich zum alten 19-%-Satz. Die Steuerbefreiung gilt auch für Batteriespeicher, die zusammen mit einer PV-Anlage installiert werden.
Gleichzeitig sinkt die Einspeisevergütung weiter: Für Inbetriebnahmen vom 01.08. bis 31.12.2026 beträgt sie 7,70 ct/kWh für Eigenverbrauchsanlagen bis 10 kWp. Für Anlagen ab 2027 gibt es noch keinen Satz — das EEG 2023 läuft Ende 2026 aus, und der Entwurf des EEG 2027 sieht für neue kleine Anlagen deutlich weniger vor (EEG 2027 im Überblick).
Fazit: Die Gleichung ist eindeutig -- Modulpreise sind am Boden angekommen, Strompreise bleiben hoch, die Steuerbefreiung läuft. Warten bringt keinen nennenswerten Preisvorteil mehr, kostet aber Einspeisevergütung. Stand: April 2026.
PV-Markt Deutschland 2026 in Zahlen
Deutschland hat sich als einer der weltweit führenden PV-Märkte etabliert. Die installierte Gesamtleistung hat Ende 2025 die Marke von 100 GWp überschritten. Allein 2025 wurden ca. 16 GWp neu installiert -- ein neuer Rekord. Die Bundesregierung verfolgt das Ziel von 215 GWp installierter PV-Leistung bis 2030, was einen jährlichen Zubau von ca. 22 GWp erfordert.
| Kennzahl | Wert 2026 |
|---|---|
| Installierte Gesamtleistung Deutschland | ca. 110 GWp |
| Neubau 2025 | ca. 16 GWp |
| Zubau-Ziel 2026 | ca. 19 GWp |
| Anteil PV an Stromerzeugung | ca. 14 % |
| Durchschnittlicher Netzstrompreis | 37,0 ct/kWh |
| PV-Stromgestehungskosten (LCOE) | 5–11 ct/kWh |
| Einspeisevergütung (bis 10 kWp) | 7,70 ct/kWh |
| Speicheranteil bei Neuinstallationen | ca. 85 % |
Quellen: Fraunhofer ISE, BSW Solar, BNetzA. Stand: April 2026.
Technologie-Trends 2026
N-Type-Module dominieren
TOPCon- und HJT-Module haben 2026 PERC-Module als Marktstandard abgelöst. Die Vorteile: höherer Wirkungsgrad (22–23 % vs. 20–21 %), geringere Degradation und bessere Schwachlichtleistung. Hersteller wie Aiko, Trina Solar und LONGi liefern N-Type-Module als Standard.
Hybrid-Wechselrichter
Über 80 % der neuen Eigenheim-Anlagen werden mit Hybrid-Wechselrichtern installiert. Diese ermöglichen die spätere Nachrüstung eines Batteriespeichers ohne Zusatzgeräte. Huawei SUN2000 und Sigenergy SigenStor sind die meistverkauften Modelle.
Bidirektionales Laden
Erste Fahrzeuge und Wallboxen unterstützen Vehicle-to-Home (V2H): Das E-Auto wird zum mobilen Speicher und gibt bei Bedarf Strom ans Haus zurück. Noch kein Massenmarkt, aber ein wichtiger Zukunftstrend für 2027/2028.
Preisentwicklung PV-Module 2018–2026
Die Preisentwicklung von Photovoltaikmodulen zeigt einen klaren Abwärtstrend. 2018 lagen die durchschnittlichen Systempreise bei rund 1.400 bis 1.800 Euro pro kWp. 2020 begannen die Preise stärker zu fallen. Nach einem kurzen Anstieg durch Lieferkettenprobleme 2021/2022 setzte ab Mitte 2022 ein drastischer Preisverfall ein: Überkapazitäten in der chinesischen Modulfertigung drückten die Spotpreise für Module auf unter 0,15 Euro pro Wp -- ein historisches Tief. Quelle: PVXCHANGE, Stand April 2026.
| Jahr | Modulpreis (ct/Wp) | Systempreis (Euro/kWp) | Veränderung |
|---|---|---|---|
| 2018 | 28–35 | 1.400–1.800 | -- |
| 2020 | 22–28 | 1.200–1.600 | -15 % |
| 2022 | 28–38 | 1.500–2.000 | +25 % (Lieferkette) |
| 2024 | 12–18 | 1.100–1.500 | -40 % |
| 2026 | 10–16 | 1.000–1.600 | -10 % |
Quelle: PVXCHANGE Modulpreisindex, Fraunhofer ISE. Stand: April 2026.
Für 2026 und 2027 erwarten Analysten eine Stabilisierung auf dem aktuellen Niveau. Die Modulpreise haben einen Boden erreicht, weitere deutliche Senkungen sind unwahrscheinlich. Die Installationskosten (Handwerk, Gerüst, Elektrik) bleiben stabil oder steigen leicht mit den Lohnkosten. Ein Abwarten auf noch günstigere Preise lohnt sich daher kaum -- zumal die Einspeisevergütung halbjährlich um 1 % sinkt.
Beispielrechnung: 10 kWp Einfamilienhaus
Um die Wirtschaftlichkeit greifbar zu machen, zeigen wir eine konkrete Beispielrechnung für ein typisches Einfamilienhaus mit 10 kWp PV-Anlage und 10 kWh Batteriespeicher am Standort Leipzig (ca. 1.050 kWh/kWp Globalstrahlung).
Annahmen
Anlagengröße: 10 kWp | Speicher: 10 kWh LFP | Jahresertrag: ca. 10.500 kWh | Stromverbrauch: 4.500 kWh/Jahr | Eigenverbrauch: 3.375 kWh (Speicher deckt 75 % des Verbrauchs, das sind 32 % der Erzeugung) | Netzstrompreis: 37 ct/kWh | Einspeisevergütung: 7,70 ct/kWh
| Position | Wert |
|---|---|
| Investition PV-Anlage (10 kWp, ohne Speicher) | 14.400–19.400 Euro |
| Gesamtinvestition mit Speicher | 17.800–24.100 Euro (Mitte rund 20.900 Euro) |
| Gesparter Netzstrom (3.375 kWh × 37 ct) | ca. 1.250 Euro |
| Einspeisevergütung (7.125 kWh × 7,70 ct) | ca. 550 Euro |
| Betriebskosten (Versicherung, Wartung) | ca. −200 Euro |
| Jährlicher Vorteil | ca. 1.600 Euro |
| Amortisation | ca. 11–15 Jahre (Mitte rund 13) |
| Überschuss nach 25 Jahren (nach Abzug der Investition) | ca. 16.000 Euro |
Vereinfachte Berechnung ohne Degradation und Strompreissteigerung; Einspeisevergütung für 20 Jahre, danach ohne. Preise aus unserer Preisformel (12.700 € + 823 €/kWp, Speicheranteil 4.020 €, ±15 %). Basis: 37,0 ct/kWh Haushaltsstrompreis (BDEW-Strompreisanalyse Herbst 2026), 7,70 ct/kWh Einspeisevergütung (Bundesnetzagentur, Inbetriebnahme 01.08.–31.12.2026). Tatsächliche Erträge können abweichen. Stand: September 2026.
Ohne Strompreisanstieg bleibt nach 25 Jahren ein Überschuss von rund 16.000 Euro nach Abzug der Investition (Mitte der Preisspanne). Steigt der Strompreis um 3 % im Jahr, sind es rund 30.000 Euro. Wer mehr Strom verbraucht, etwa mit Wärmepumpe oder E-Auto, nutzt mehr vom eigenen Dach und kommt deutlich schneller ins Plus.
Solarpflicht 2026 — betrifft es Sie?
Immer mehr Bundesländer führen eine Solarpflicht ein. Wer 2026 baut oder das Dach saniert, sollte die Regelungen seines Bundeslandes kennen. In Berlin, Hamburg und Baden-Württemberg gilt bereits eine umfassende Pflicht für Neubauten und Dachsanierungen. In Niedersachsen, NRW und Bayern sind Gewerbebauten betroffen. Details finden Sie in unserem Ratgeber Solarpflicht.
Auch in Bundesländern ohne Solarpflicht -- wie Sachsen, Brandenburg und Thüringen -- ist Photovoltaik 2026 wirtschaftlich hoch attraktiv. Die Kombination aus Förderkredit (KfW 270, in Sachsen für Eigenheime zusätzlich der SAB-Sachsenkredit Klimafreundlicher Wohnen) und steuerlicher Befreiung macht den freiwilligen Einstieg mindestens ebenso lohnend wie die Pflichtinstallation.
EEG 2027 — was ändert sich?
Die Bundesregierung plant für 2027 eine umfassende Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Die wesentlichen Änderungen, die derzeit diskutiert werden:
- Absenkung der Einspeisevergütung: Die feste Einspeisevergütung könnte für Neuanlagen deutlich reduziert oder durch ein marktbasiertes Modell ersetzt werden. Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) warnt vor einer zu schnellen Absenkung.
- Direktvermarktung für kleinere Anlagen: Anlagen ab 25 kWp (bisher 100 kWp) könnten zur Direktvermarktung verpflichtet werden. Für Eigenheime unter 25 kWp ändert sich voraussichtlich wenig.
- Energy Sharing: Ab Juni 2026 ermöglicht das neue EnWG die gemeinschaftliche Nutzung von Solarstrom innerhalb eines Quartiers oder einer Gemeinde. Dieses Modell wird 2027 voraussichtlich ausgebaut.
- Netzentgelt-Reform: Die Netzentgelte könnten dynamischer gestaltet werden, um den Eigenverbrauch weiter zu incentivieren.
Handlungsempfehlung: Wer 2026 eine PV-Anlage in Betrieb nimmt, sichert sich die aktuell gültigen EEG-Vergütungssätze für 20 Jahre. Eine Inbetriebnahme vor dem 01.01.2027 ist ratsam, um von den bestehenden Rahmenbedingungen zu profitieren. Quelle: BSW Solar, BMWi-Referentenentwurf, Stand April 2026.
Aktuelle Förderung 2026
| Programm | Details | Für wen |
|---|---|---|
| 0 % MwSt. (Paragraph 12 Abs. 3 UStG) | Keine Mehrwertsteuer auf PV bis 30 kWp | Private Eigenheimbesitzer |
| KfW 270 (Erneuerbare Energien) | Zinsgünstiger Kredit bis 100 % der Investition | Privat + Gewerbe |
| SAB Sachsenkredit Klimafreundlicher Wohnen | Zinsverbilligtes Darlehen (derzeit 0,8 %) ab 20.000 € für PV bis 30 kWp | Sachsen, selbstgenutzte Eigenheime |
| SAB Sachsenkredit Energie und Speicher | Darlehen mit bis 20 % Tilgungszuschuss für Speicher, nur PV über 30 kWp | Sachsen, größere Anlagen |
| Einspeisevergütung EEG | 7,70 ct/kWh (bis 10 kWp), 20 Jahre garantiert | Alle PV-Anlagen |
| Kommunale Programme | Je nach Stadt/Gemeinde, z.B. Leipzig MFH-Förderung | Regional |
Quelle: Bundesnetzagentur, KfW, SAB Sachsen. Stand: September 2026.
Häufige Fragen
Mehr denn je. Module -40 %, Strom 37 ct, Steuerbefreiung bis 30 kWp je Wohn- oder Gewerbeeinheit. Amortisation in 8 bis 15 Jahren, je nach eigenem Stromverbrauch.
Modulpreise stabilisieren sich auf niedrigem Niveau. Die Installationskosten sinken kaum noch. Jetzt kaufen lohnt sich — warten bringt wenig Vorteil.
In Deutschland erzeugt eine 10-kWp-Anlage durchschnittlich 9.500 bis 10.500 kWh pro Jahr. In Sachsen und Brandenburg liegt der spezifische Ertrag bei ca. 1.000 bis 1.050 kWh pro kWp. Quelle: DWD Globalstrahlungskarte, Stand April 2026.
Die EEG-Reform 2027 wird voraussichtlich niedrigere Einspeisevergütungen und eine Ausweitung der Direktvermarktungspflicht bringen. Wer 2026 in Betrieb geht, sichert sich die aktuellen Sätze für 20 Jahre.
Für Eigenverbrauchsanlagen bis 10 kWp beträgt die Vergütung 7,70 ct/kWh (Inbetriebnahme 01.08.–31.12.2026). Für Volleinspeisung: 12,22 ct/kWh. Die Degression beträgt 1 % pro Halbjahr. Quelle: BNetzA, Stand August 2026 (Inbetriebnahme 01.08.–31.12.2026).
Ein Speicher ist wirtschaftlich sinnvoll, wenn Sie Ihren Eigenverbrauch maximieren wollen. Ohne Speicher nutzen Sie ca. 30 % des Solarstroms, mit Speicher 75–80 %. Bei 37 ct/kWh Netzstrom spart jede selbst verbrauchte kWh rund 29 ct gegenüber der Einspeisung.
N-Type-Module (TOPCon, HJT) dominieren 2026 den Markt. Sie bieten 22–23 % Wirkungsgrad und geringere Degradation als ältere PERC-Module. Empfehlenswerte Hersteller: Aiko, Trina Solar, LONGi, JA Solar.
Ja. Der Nullsteuersatz (0 % MwSt.) gilt seit 2023 auch für Batteriespeicher, die zusammen mit einer PV-Anlage oder als Nachrüstung an einer bestehenden Anlage installiert werden.
Als Faustregel: So groß wie das Dach erlaubt, mindestens aber den Jahresverbrauch abdeckend. Für ein typisches Einfamilienhaus mit 4.000–5.000 kWh Verbrauch empfehlen sich 8 bis 12 kWp. Haushalte mit E-Auto oder Wärmepumpe sollten 12 bis 15 kWp einplanen.
Ja. Flachdächer eignen sich hervorragend für PV-Anlagen. Aufgeständerte Systeme mit 10–15 Grad Neigung erzielen optimale Erträge. Die Kosten sind leicht höher als bei Schrägdach-Montagen, dafür ist die Ausrichtung frei wählbar.
Ohne Notstromfunktion schaltet sich die PV-Anlage bei Netzausfall aus (Sicherheitsvorschrift). Mit einem notstromfähigen Speichersystem (z.B. Huawei, Sigenergy) können Sie bei Stromausfall weiter Solarstrom nutzen -- zumindest für die wichtigsten Verbraucher.
Für PV-Anlagen bis 30 kWp (Einfamilienhaus) gilt seit 2023 eine Ertragsteuerbefreiung. Die Einnahmen aus der Einspeisevergütung sind einkommensteuerfrei. Gewerbeanmeldung und Umsatzsteuer entfallen ebenfalls. Quelle: Paragraph 3 Nr. 72 EStG.