Ratgeber · Mieterstrom · Mieterstromgesetz

MIETERSTROM. ALLES WAS SIE WISSEN MÜSSEN.

Beim Mieterstrommodell verkauft der Gebäudeeigentümer Solarstrom direkt an die Mieter — günstiger als Netzstrom. Der Mieterstromzuschlag (ab 2,67 ct/kWh) und die Lieferantenpflichten machen die Abrechnung komplex.

Stand: April 2026 · Alle Angaben ohne Gewähr
Ueberblick

MIETERSTROM IM UEBERBLICK

Das Wichtigste

Beim Mieterstrommodell verkauft der Gebaeudeeigentuemer Solarstrom direkt an die Mieter -- guenstiger als Netzstrom. Der Mieterstromzuschlag (ab 2,67 ct/kWh) und die Lieferantenpflichten machen die Abrechnung komplex.

Relevante Themen

Mieterstromgesetz, Abrechnung, Energy Sharing, EnWG-Novelle 2026.

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Mieterstromzuschlag

MIETERSTROMZUSCHLAG 2026 — AKTUELLE SAETZE

Der Mieterstromzuschlag ist eine zusaetzliche Verguetung fuer Anlagenbetreiber, die Solarstrom direkt an Mieter im selben Gebaeude liefern. Er wird zusaetzlich zur Einspeiseverguetung gezahlt und gleicht den erhoehten Aufwand fuer Abrechnung und Lieferantenpflichten aus.

Vergleichstabelle – Ratgeber Mieterstrom
AnlagengrößeMieterstromzuschlag (ab 01.02.2026)Einspeiseverguetung (Referenz)
bis 10 kWp2,67 ct/kWh8,03 ct/kWh
10 bis 40 kWp2,48 ct/kWh6,95 ct/kWh
40 bis 100 kWp1,67 ct/kWh5,68 ct/kWh

Quelle: EEG 2023, Paragraph 21 Abs. 3. Degression 1 % halbjährlich. Stand: April 2026.

Der Mieterstromzuschlag wird fuer jede kWh gezahlt, die direkt an Mieter geliefert wird. Nicht an Mieter gelieferter Strom wird regulaer eingespeist und erhaelt die normale Einspeiseverguetung.

Energy Sharing

ENERGY SHARING AB JUNI 2026 — DIE NEUE ALTERNATIVE

Mit der Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) ermoeglicht Deutschland ab Juni 2026 das sogenannte Energy Sharing. Dieses Modell erlaubt die gemeinschaftliche Nutzung von Solarstrom ueber Gebaeudegrenzen hinweg -- innerhalb eines Quartiers oder einer Gemeinde. Fuer Vermieter und Mieter ergeben sich dadurch neue Moeglichkeiten.

Was ist Energy Sharing?

Mehrere Teilnehmer (z.B. Eigentuemer, Mieter, Gewerbetreibende) teilen sich den Solarstrom einer gemeinsamen PV-Anlage. Die Zuteilung erfolgt virtuell ueber den Netzbetreiber -- ohne physische Direktleitung.

Vorteile gegenueber Mieterstrom

Keine Lieferantenpflichten (Energieversorger-Lizenz). Keine aufwaendige Abrechnung. Kein Zwang zum selben Gebaeude. Deutlich einfachere Umsetzung fuer Vermieter.

Verfuegbarkeit

Energy Sharing tritt voraussichtlich ab Juni 2026 in Kraft (EnWG-Novelle). Die genauen Durchfuehrungsverordnungen werden Anfang 2026 erwartet. Quelle: BMWi, EnWG-Entwurf, Stand April 2026.

Fazit: Energy Sharing wird Mieterstrom fuer viele Anwendungsfaelle ersetzen oder ergaenzen. Besonders fuer Mehrfamilienhaueser mit mehreren Mietparteien wird die Umsetzung deutlich einfacher. Volt Energie beraet Sie zu beiden Modellen.

Beispielrechnung

BEISPIELRECHNUNG MIETERSTROM — MFH MIT 8 PARTEIEN

Die folgende Rechnung zeigt die Wirtschaftlichkeit eines Mieterstromprojekts fuer ein Mehrfamilienhaus mit 8 Wohneinheiten in Leipzig.

Vergleichstabelle – Ratgeber Mieterstrom
PositionWert
PV-Anlage30 kWp (Flachdach)
Investition PVca. 33.000 Euro
Speicher20 kWh (optional)
Jahresertragca. 30.000 kWh
Gesamtverbrauch 8 Parteienca. 24.000 kWh/Jahr
Direktverbrauch (Mieterstrom)ca. 12.000 kWh/Jahr (40 %)
Mieterstrompreis fuer Mieter28 ct/kWh (max. 90 % Grundversorgung)
Einnahmen Mieterstromca. 3.360 Euro/Jahr
Mieterstromzuschlagca. 300 Euro/Jahr
Einspeiseverguetung (Ueberschuss)ca. 1.250 Euro/Jahr
Gesamteinnahmenca. 4.910 Euro/Jahr
Amortisation (ohne Speicher)ca. 7–8 Jahre

Vereinfachte Berechnung. Tatsaechliche Werte abhaengig von Verbrauchsverhalten der Mieter. Stand: April 2026.

Umsetzung

SO FUNKTIONIERT MIETERSTROM IN DER PRAXIS

1

PV-Anlage installieren

Der Gebaeudeeigentuemer installiert eine PV-Anlage auf dem Dach des Mehrfamilienhauses. Groesse: typischerweise 15–50 kWp.

2

Mieterstromvertrag

Jeder teilnehmende Mieter schliesst einen Mieterstromvertrag ab. Der Preis muss unter 90 % des oertlichen Grundversorgungstarifs liegen.

3

Zaehlerinfrastruktur

Jede Wohneinheit benoetigt einen eigenen Zaehler. Der Summenzaehler erfasst den Gesamtbezug. Die Differenz ergibt den Mieterstromanteil.

4

Abrechnung

Der Anlagenbetreiber (oder ein Dienstleister) uebernimmt die Stromabrechnung an die Mieter. Es gelten die Pflichten eines Energielieferanten.

Tipp: Die Lieferantenpflichten (Bilanzkreis, Preisanpassung, Kuendigungsrecht etc.) machen Mieterstrom administrativ aufwaendig. Es gibt spezialisierte Dienstleister, die diese Aufgaben uebernehmen. Alternativ vereinfacht das neue Energy-Sharing-Modell ab Juni 2026 die Abrechnung erheblich.

Voraussetzungen

VORAUSSETZUNGEN FUER EIN MIETERSTROMPROJEKT

Nicht jedes Mehrfamilienhaus eignet sich fuer Mieterstrom. Die wichtigsten Voraussetzungen im Ueberblick:

  • Dachfläche: Mindestens 100–200 m2 nutzbare Dachfläche fuer eine wirtschaftliche Anlagengröße (15+ kWp). Flachdaecher eignen sich besonders gut fuer aufgestaenderte Systeme.
  • Mieterzahl: Mindestens 4, besser 8+ Parteien. Je mehr Mieter teilnehmen, desto hoeher der Direktverbrauch und desto wirtschaftlicher das Projekt.
  • Zaehlerinfrastruktur: Jede Wohneinheit benoetigt einen eigenen Zaehler. Der Summenzaehler muss installiert oder nachgeruestet werden.
  • Eigentuemerstruktur: Bei WEG (Wohnungseigentuemergemeinschaft) muessen die Eigentuemer mehrheitlich zustimmen. Bei Einzeleigentuemern entscheidet der Vermieter.
  • Lieferantenpflichten: Der Anlagenbetreiber uebernimmt Pflichten eines Energielieferanten (Bilanzkreis, Preisanpassung, Kuendigungsrecht). Alternativ kann ein Dienstleister (Contractor) diese Rolle uebernehmen.

Volt Energie unterstuetzt Vermieter und Hausverwaltungen bei der Pruefung und Umsetzung von Mieterstromprojekten. Die kostenlose Erstanalyse umfasst Dachpruefung, Wirtschaftlichkeitsberechnung und Foerdercheck. Quelle: Mieterstromgesetz, EnWG. Stand: April 2026.

Mieterstrom vs. Energy Sharing

MIETERSTROM VS. ENERGY SHARING — DER VERGLEICH

Vergleichstabelle – Ratgeber Mieterstrom
KriteriumMieterstrom (klassisch)Energy Sharing (ab Juni 2026)
RechtsgrundlageEEG Paragraph 21 Abs. 3EnWG-Novelle 2026
GebaeudegrenzeGleiches Gebaeude / QuartierInnerhalb einer Gemeinde
LieferantenpflichtenJa (Bilanzkreis, Preisblaetter etc.)Nein
Mieterstromzuschlag2,48–2,67 ct/kWhIn Diskussion
AbrechnungskomplexitaetHochGering (ueber Netzbetreiber)
Geeignet fuerMFH, grosse WohnanlagenQuartiere, Dorfgemeinschaften, MFH
VerfuegbarkeitJetztAb Juni 2026 (EnWG)

Quelle: EEG 2023, EnWG-Entwurf. Stand: April 2026.

Fuer viele Vermieter und Wohnungsbaugesellschaften wird Energy Sharing das attraktivere Modell sein, da die aufwaendigen Lieferantenpflichten des klassischen Mieterstrommodells entfallen. Die genauen Rahmenbedingungen werden durch die Durchfuehrungsverordnung konkretisiert.

Haeufige Fragen

FAQ

Was ist Mieterstrom? +
Beim Mieterstrommodell verkauft der Gebaeudeeigentuemer Solarstrom direkt an die Mieter im selben Gebaeude -- guenstiger als Netzstrom. Der Anlagenbetreiber erhaelt zusaetzlich einen Mieterstromzuschlag.
Wie hoch ist der Mieterstromzuschlag? +
Der Zuschlag betraegt 2,67 ct/kWh fuer Anlagen bis 10 kWp, 2,48 ct/kWh fuer 10–40 kWp und 1,67 ct/kWh fuer 40–100 kWp. Er wird fuer jede an Mieter gelieferte kWh gezahlt. Quelle: BNetzA, Stand April 2026.
Was ist Energy Sharing? +
Energy Sharing ermoeglicht ab Juni 2026 die gemeinschaftliche Nutzung von Solarstrom ueber Gebaeudegrenzen hinweg. Die Zuteilung erfolgt virtuell -- ohne Lieferantenpflichten. Es ist eine vereinfachte Alternative zum klassischen Mieterstrom.
Lohnt sich Mieterstrom wirtschaftlich? +
Ja, insbesondere bei Mehrfamilienhaeusern mit 8+ Parteien. Die Amortisation liegt bei 7–10 Jahren. Der hohe Direktverbrauch im Gebaeude maximiert die Wirtschaftlichkeit. Die Lieferantenpflichten erhoehen allerdings den administrativen Aufwand.
Muessen Mieter teilnehmen? +
Nein. Die Teilnahme am Mieterstrommodell ist fuer Mieter freiwillig. Jeder Mieter kann weiterhin seinen eigenen Stromversorger waehlen. Es besteht keine Verpflichtung zur Abnahme.
Wie teuer darf Mieterstrom sein? +
Der Mieterstrompreis darf maximal 90 % des oertlichen Grundversorgungstarifs betragen. In Leipzig waeren das aktuell ca. 31–32 ct/kWh. Die meisten Anbieter liegen bei 25–29 ct/kWh.
Brauche ich eine Lizenz als Energielieferant? +
Ja. Beim klassischen Mieterstrommodell uebernehmen Sie Lieferantenpflichten (Bilanzkreis, Preisblaetter, Kuendigungsrecht). Alternativ kann ein spezialisierter Dienstleister diese Rolle uebernehmen. Mit Energy Sharing ab Juni 2026 entfallen diese Pflichten.
Welche Foerderung gibt es fuer Mieterstrom? +
Mieterstromzuschlag nach EEG (2,48–2,67 ct/kWh), 0 % MwSt. auf PV-Anlage, KfW 270 Kredit. Einige Kommunen foerdern Mieterstrom zusaetzlich mit Zuschüssen. Stand: April 2026.
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