65 KWP GEWERBEHALLE ERFURT-SÜD.
Leistungsstarke PV-Anlage für einen metallverarbeitenden Betrieb in Erfurt-Süd. 144 LONGi-Module und ein 50-kWh-Großspeicher decken den hohen Tagesverbrauch der Produktionslinie.
DIE HERAUSFORDERUNG
Ein mittelständischer Metallverarbeitungsbetrieb im Erfurter Gewerbegebiet Süd stand vor der Herausforderung stark gestiegener Energiekosten. Mit einem jährlichen Stromverbrauch von rund 85.000 kWh — primär durch CNC-Fräsen, Laserschneidanlagen und Druckluftversorgung — beliefen sich die Stromkosten auf über 25.000 Euro pro Jahr. Der Geschäftsführer suchte nach einer nachhaltigen Lösung, die gleichzeitig die Betriebskosten senkt und das Unternehmen als umweltbewussten Partner positioniert.
Die Gewerbehalle mit einer Grundfläche von rund 1.200 Quadratmetern bietet ein nahezu perfektes Flachdach ohne Aufbauten oder Verschattungen. Die statische Tragfähigkeit war durch die Stahlkonstruktion des Hallendaches mehr als ausreichend für eine großflächige PV-Belegung. Der Großteil des Stromverbrauchs fällt in die Kernarbeitszeit zwischen 6 und 18 Uhr — also genau in die Stunden mit der höchsten Solarstromerzeugung.
Neben der reinen Stromkostenersparnis war dem Unternehmen auch die Möglichkeit wichtig, den CO2-Fußabdruck seiner Produkte nachweislich zu senken. Mehrere Großkunden hatten bereits Nachhaltigkeitsnachweise angefordert, und eine eigene PV-Anlage liefert hierfür eine belastbare Grundlage. Zudem sollte der Speicher Lastspitzen kappen und so die Netzentgelte reduzieren.
GROSSANLAGE MIT SPITZENLASTMANAGEMENT
Für die 65 kWp Anlage wählten wir 144 LONGi Hi-MO X6 Module mit jeweils 450 Wp. Die LONGi Hi-MO X6 Serie basiert auf der HPBC-Zelltechnologie (Hybrid Passivated Back Contact) und erreicht Moduleffizienzen von über 22,8 Prozent. Durch den bifazialen Aufbau erzeugen die Module zusätzlichen Ertrag durch Lichtreflexion von der hellen Dachoberfläche — ein Vorteil, der gerade auf Flachdächern mit Aufständerung zum Tragen kommt.
Zwei Sungrow SG33CX String-Wechselrichter teilen sich die Anlage in zwei Strings auf und gewährleisten eine redundante Betriebsstruktur. Selbst bei einem Ausfall eines Wechselrichters produziert die Anlage weiterhin mit halber Leistung. Die Sungrow SG33CX bieten mit 98,5 Prozent europäischem Wirkungsgrad eine exzellente Energieausbeute und sind über das iSolarCloud-Portal detailliert überwachbar.
Der CATL EnerOne Großspeicher mit 50 kWh Kapazität wurde speziell für das Lastspitzenmanagement dimensioniert. In der Metallverarbeitung treten regelmäßig kurzzeitige Leistungsspitzen auf, wenn mehrere CNC-Maschinen gleichzeitig anlaufen. Diese Spitzen treiben die Leistungspreiskomponente der Stromrechnung erheblich nach oben. Der CATL-Speicher fängt diese Spitzen ab und reduziert die Lastspitze von vormals 95 kW auf unter 70 kW, was allein bei den Netzentgelten eine Ersparnis von rund 3.000 Euro pro Jahr bringt.
Die Installation erfolgte in acht Arbeitstagen, wobei die Produktion des Betriebs zu keinem Zeitpunkt unterbrochen werden musste. Die Montage auf dem Flachdach und die Elektroinstallation liefen parallel zur normalen Betriebszeit. Die Inbetriebnahme und der Netzanschluss wurden in enger Abstimmung mit den Thüringer Energienetzen koordiniert.
- 144x LONGi Hi-MO X6 450Wp mit bifazialer HPBC-Technologie
- 2x Sungrow SG33CX für redundante Wechselrichter-Struktur
- CATL EnerOne 50 kWh Großspeicher für Spitzenlastmanagement
- Flachdach-Aufständerung in Ost-West mit 15° Neigung
- iSolarCloud Monitoring mit Fernzugriff für Geschäftsführer
- Kein Produktionsausfall während der achttägigen Installation
LEISTUNGSKENNZAHLEN DER ANLAGE
Mit einem Jahresertrag von rund 62.000 kWh deckt die Anlage etwa 73 Prozent des Jahresstromverbrauchs des Betriebs. Der hohe Eigenverbrauchsanteil von 72 Prozent ist dem nahezu perfekten Überlapp von Produktionszeiten und Solarertragsprofil zu verdanken. Die jährliche Gesamtersparnis von 14.500 Euro setzt sich aus direkter Stromkostenersparnis, reduzierter Leistungsspitze und EEG-Einspeisevergütung zusammen. Bei einer Amortisation nach nur sechs Jahren erwirtschaftet die Anlage über die nächsten 19 Jahre einen Nettoertrag von über 200.000 Euro.
„Als produzierendes Unternehmen sind Energiekosten ein wesentlicher Faktor. Volt Energie hat uns nicht nur eine leistungsstarke Anlage gebaut, sondern mit dem Speicher auch unsere Lastspitzen gekappt. Das spart doppelt. Und unseren Kunden können wir jetzt nachweisen, dass wir nachhaltig produzieren."
— Geschäftsführer, Metallverarbeitungsbetrieb Erfurt